Liebe Cranzer und liebe Landsleute
aus den Nachbargemeinden!
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Ostseebad CRANZ Die Sturmflut am 9. Januar Î9I4
Immer wieder richteten Stürme an der Cranzer Promenade schwere Schäden an so auch am
9. Januar 1914
Das diesjährige
Heimatkreistreffen
der
Kreisgemeinschaft
Fischhausen
e.V.
stand voll im
Zeichen der
50-jährigen
Patenschaft mit dem Kreis Pinneberg.
Die Cranzer Heimatgemeinschaft war
mit der respektablen Zahl von 90
Personen vertreten. Zu ihnen gehörten
neben dem aus Schweden angereisten
„Erstbesucher“ Klaus von
Drygalski u.a. zwei russische Gäste
aus Selenogradsk/Cranz und zwar die
Direktorin des Historisch- Archäologischen
Museums der Stadt Cranz-Selenogradsk,
Frau Elena Pozdnjakova,
und eine Redakteurin der in
Selenogradsk erscheinenden Tageszeitung
„Wolna“ (Welle), Frau Ludmila
Surma. Frau Pozdnjakova weilte
auf Einladung des Vereins „Freunde
von Cranz / Selenogradsk ...“ in
Pinneberg, während Frau Surma privat
angereist war. Beide Damen verfolgten
sehr interessiert die Programmfolge
am 15./16. September und waren
von den Angeboten an Vorträgen,
Büchern und Bildern sowie von den
Besucherzahlen beeindruckt. Frau
Pozdnjakova hat sich vor allem mit
Bildern und Schriftgut für das von ihr
geleitete Museum eingedeckt, während
Frau Surma ihren Landsleuten in
der „Wolna“ etwas über den Verlauf
des Heimattreffens in Pinneberg
berichten wird (so hat sie es mir jedenfalls
versprochen). Bei wahrheitsgemäßer
Berichterstattung wird sie
aber kein Wort über „Revanchismus“
schreiben können, den uns Vertriebenen
einige Parteien Deutschlands so
gern unterstellen.
Horst Dietrich als 1. Vorsitzender
des Vereins „Freunde von Cranz...“
wird sich auf Beschluss des Vorstandes
künftig verstärkt um das
Historische Museum in der ehemaligen
Baptistenkapelle in der Kirchenstraße
kümmern, um mit Materialien
und Geldmitteln den Aufbau des dortigen
Museums zu unterstützen. Den
Besuch des dortigen Museums sollten
Sie bei einer „Heimweh-Tour“ nach
Cranz nicht vergessen.
Zum diesjährigen Kreistreffen hatte
ich eine Dia-Serie vorbereitet. Nach
vorheriger Absprache mit den anwesenden
Cranzern hatte ich dann am
Samstag 172 Dias vorgeführt. Das
Thema hieß „Unser schönes
Cranz’che, wie es einmal war“. Anhand
der von'mir heraus gesuchten
Motive habe ich die Anwesenden
nochmals durch unser einstmals so
schönes Cranz geführt und mich dabei
bemüht, alle Ecken und Winkel unseres
damaligen Heimatortes unter ausschließlicher
Verwendung von
Aufnahmen aus der Zeit vor Kriegsende
auszuleuchten und an das damalige
Leben dort zu erinnern. Ich hoffe,
das ist mir trotz des nicht immer guten
Bildmaterials gelungen.
Erst im April d.J. erhielt ich die
Anschriften von Gerd Blöhm (* 1928)
und seinen Geschwistern Inge (* 1926)
und Günter (*1930), die in Cranz in
der Kirchenstraße 30 - Hausbesitzer
Kaufmann Emil Kristandt - gewohnt
hatten. Gerd hat die von ihm zwischen
dem Sommer 1944 und November
1945 erlebten Geschehnisse und das
Schicksal seiner Familie in Tagebuchaufzeichnungen
niedergeschrieben
und auf 47 Seiten im „DIN A 5
Format“ mit den Titeln „Die letzten
Kriegsjahre 1944/45 in Ostpreußen
und danach“ sowie „Unsere letzten
Tage in Ostpreußen und danach“ festgehalten.
Er schildert im ersten Teil
seinen freiwilligen Einsatz als 15jähriger
HJ-Junge beim Bau von Panzerund
Schützengräben sowie von Einmannbunkern,
von Luftangriffen auf
Königsberg, dem Näherkommen der
Front, dem Aufbruch zur Flucht bis
nach Mitteldeutschland im Raum von
Bitterfeld. Im zweiten Teil beschreibt
er seine Rückkehr ins Samland,
gemeinsam mit seinem Bruder Günter
und seinem Freund Dieter Schröder,
um Ostpreußen zu verteidigen, das
Zusammentreffen mit unserem Lehrer
Singer als Hauptmann des Volkssturms,
das Verlassen Ostpreußens
über Dänemark und die Rückkehr zu
Mutter und Schwester nach Roitzsa in Mitteldeutschland.