umgehen! Aufgrund der Naturgesetze
versandete der “Kanal” jedoch sehr bald.
Bei Südostwind überflutet heute noch
Haffwasser einen Teil dieses vergessenen
Bauwerks. 1256 errichteten die Pruzzen
auf dem Wall eine Palisade aus frisch
gefällten Bäumen, um sich so gegen die
sie verfolgenden Ordensritter, nach misserfolgter
Belagerung der Burg Memel,
zu schützen.
Ca. 1,5 km südöstlich Cranz errichteten
die Ordensritter 1283 die Burg “Neuhaus”.
Bei Niedrigwasser sind z.T. die
Eichenstämme von dem Burgfundament
am Haffrand zu sehen. Nicht weit von
der Burgruine entstand im 16. Jahrhundert
eine Zollstation. Daneben baute man
eine Taverne mit dem Namen
“Glomsack”, die allerdings 1813 durch
einen Brand vernichtet wurde. Heute rau-Kuratorium
Arnau e.V.
Es
ist manchmal
schwer, über die
Arbeit in Nordostpreußen
zu berichten, ohne dem
Leser die besonderen Rahmenbedingungen
stets von
Neuem vor Augen zu führen. Wer die
Situation nicht selbst erlebt hat, mit endlosen
Warteschlangen an der Grenze,
einmal auf russischer, einmal auf polnischer
Seite, meistens aber auf beiden
Seiten, kann sich Frust und Ärger kaum
vorstellen. Proteste, wenn „alten Bekannten“
der Vortritt verschafft wird, bewirken
eher das Gegenteil: zurück auf Platz
1, einmal mit Würfeln aussetzen! So
kann aus einer fröhlichen 13-Stundenschen
über dieser malerischen, historischen
Landschaft nur noch die Baumkronen
des im Haffwasser halbversunkenen
Polderwaldes. Wann genau das Gatt nicht
mehr passierbar und schließlich ganz verschlossen
worden ist, kann zurzeit noch
nicht gesagt werden. Heute liegt dort
eine etwa 12 m dicke Torfschicht, die
auf der Seeseite mit einer Sandschicht
bedeckt ist. Für Archäologen ist besonders
unser altes Heimatgebiet ein kaum
erforschtes Gebiet und birgt sicher noch
viele Geheimnisse. Vor allem dürfte der
Grund der Ostsee in der Cranzer Bucht
für Unterwasser-Archäologen ein reichhaltiges
Angebot bereithalten.
Klaus A. Lunau
Bahnhofstr. 14
30853 Langenhagen
Fahrt auch eine von 16 oder 18 Stunden
werden. Der internationale Warenaustausch
mit Wodka und Zigaretten hat
zweifellos Vorrang. Irgendwann in den
Abendstunden erreicht man dann
Königsberg.
Am nächsten Morgen erscheint man
zum vereinbarten Termin im Denkmalschutz.
Freundlicher Empfang, endlose
Diskussionen. Manchmal über technische
Einzelheiten, oft über das angeblich mangelnde
Geld, welches von unserer Seite
meist längst gezahlt war. Man muss schon
hartnäckig bohren, auch gelegentlich
energisch werden, wenn sich wieder
einmal herausstellt, dass die laut Protokoll
vereinbarten Leistungen bestenfalls
begonnen wurden. Das in der Bundesrepublik
selbstverständliche Prinzip, dass
zu einer Leistung (Zahlung) eine Gegenleistung
zu erbringen ist, gilt dort mit
der kleinen Variante, dass zu einer Leistung
eine Gegenleistung zu versprechen
ist. „Aufmaß und Abrechnung“, wie es
bei uns üblich und vorgeschrieben ist, geht
dort nur schwer in die Köpfe, zumal prüffähige
Abrechungen wenig Spielraum für
Kreativität lassen. Bei diesem Kampf der
Kulturen wird es auch schon einmal laut,
so dass der Direktor des Denkmalschutzamtes
schlichtend eingreifen muss. Er ist
zwar einerseits Russe, aber andererseits
ist sein Name mit dem Proj ekt Amau verbunden,
und damit ist er natürlich am
Fortgang interessiert.
Ein Donnerwetter von Seiten des von
Moskau mit der Überwachung des Projektes
Arnau beauftragten Architekten
dürfte jetzt etwas Bewegung gebracht
haben. Schon wird nämlich der stockende
Fortgang des vergangenen Sommers
von einigen deutschen Beobachtern mit
(überspitzter) Häme kommentiert. Dabei
haben die Kritiker in aller Regel wenig
Grund hierzu. Trotz aller Hemmnisse und
Schwierigkeiten ist Arnau eines der wenigen
Projekte, welches einigermaßen,
für dortige Verhältnisse sogar recht gut,
vorangeht. Es wäre nicht fair, andere uns
örtlich bekannte Vorhaben zu kritisieren,
doch kann belegt werden, dass wir gut
daran taten, die kostspielige Hilfe des
Zentrums für Handwerk und Denkmalpflege
in Fulda nicht in Anspruch zu nehmen.
Die Sanierung allein der uns bekannt
gewordenen Mängel und Versäumnisse
dürfte ein Vermögen kosten.
So etwas hat natürlich auch Rückwirkungen
auf die Spendenfreudigkeit, nicht
zuletzt staatlicher Stellen. Nach der erfreulichen
Hilfe der Bundesregierung im
Jahre 2000, die auch gerade noch bis zum
Jahresende (Haushalt) verbaut werden
konnte, sind die Taschen in Berlin deutlich
zugeknöpfter. Allenfalls beschränkte
Beträge in kleinen Raten mit persönlicher
Bürgschaft des Ver-einsvorsitzenden
wären evtl, denkbar. Etwas erfreulicher
sind die Bemühungen einiger unserer
Mitglieder, die verschiedene Gelegenheiten,
z.B. Geburts-tagsfeiern, Vorträge und
anderes nutzen, um die Miene unserer
Kassenwartin aufzuhellen. Ohne diese
Engagements wäre das Ergebnis deutlich
magerer. Allen Spendern sei sehr herzlich
Dank gesagt. Jede Mark kommt direkt
Amau zugute!
Über den weiteren Fortgang kann nur
soviel berichtet werden, dass wir noch
auf einige Zuschüsse hoffen, um nach
einigen vorbereitenden Arbeiten den
nächsten Bauabschnitt beginnen zu können.
Jetzt im Winter hat es wenig Sinn,
irgend etwas zu beginnen. Evtl, wird es
gelingen, eine der alten Glocken zu bekommen.
Eine aussichtsreiche Spur wird
derzeit verfolgt.
Mit allem Vorbehalt wird auch vermeldet,
dass von Seiten des Kultusministeriums
der Russischen Föderation eine
Kostenübernahme zur Sicherung der
Reste der gotischen Fresken des Heilsspiegels
sowie ein Zuschuss zu den weiteren
Baumaßnahmen in Aussicht gestellt
wurde. Das lässt ein wenig hoffen.
Ralph Schroeder
Großhansdorf-Schmalenbeck
Ihlendieksweg 20
22927 Großhansdorf
Tel.: 04102/64379
Fax: 04102/64418 17