Full text : Unser Schönes Samland

die Einbuchtungen zwischen Ortsbebauung
 und dem ehemaligen Liegeplatz
 der Fischerboote aufgefüllt und einen
 glatten, begrünten Schräghang angelegt.
 Vielleicht ist darunter auch etwas
verborgen, denn oben an der Hangkante
läuft ein Fahrweg neben einem eingezäunten
 Militärgelände. Über den alten
Zustand gibt es Ansichtskarten und das

Messtischblatt Nr. 1086 (Rauschen); über
das neue Landschaftsbild bzw. den Westblick
 sehen Sie die obige Aufnahme.

Hans Morr
Septimerstraße 37 B
13407 Berlin

Liebe Neukuhrener!

Wenn

dieser Heimatbrief erscheint,
gehört unser hoffentlich gelungenes
 13. Ortstreffen Neukuhren in
Timmendorfer Strand bereits der Vergangenheit
 an. In der nächsten Ausgabe werde
 ich dann für die Daheimgebliebenen
ausführlich über das Heimattreffen berichten.



Diesmal möchte ich mich ein wenig der
Vergangenheit zuwenden und bei Ihnen
das ehemalige schöne Ostseebad Neukuhren
 in Erinnerung rufen. Ich habe mich
dabei an eine Schilderung von Frau Ilse
Jagemast, geb. Söhnke aus Strande gehalten,
 die Ihnen als Schwester unseres
Landmanns Emst Böhnke bekannt sein

dürfte. Ilse Jagemast schildert in ihren
Jugenderinnerungen ihren Heimatort
Neukuhren wie folgt:

„ Unser Ort war schön und voller Erinnerungen.
 Der Wald, der weiße Strand,
die Karpfenteiche, das Kurhaus mit der
Kurhaustreppe, die Spaziergänge entlang
der Steilküste bis zur Pracherschlucht und
zurück über die Heide. Nicht zu vergessen
 der große Spielplatz im Lachsbachtal,
 der Weg vorbei an der alten Schmiede
 von Herrn Isanowski, die alte lange
Himmelsleiter mit dem sachte dahin fließenden
 Lachsbach. Wer weiß noch, wie
viele Stufen die Himmelsleiter hatte? Ich
habe sie gewiss auch gezählt, aber leider
weiß ich es nicht mehr. Wenn wir von der
Fischersiedlung zur Schule gingen und
der ,Berg’ beim Gaswerk glitschig war,
mussten wir den , Umweg’über die Himmelsleiter
 machen. Wir taten es nie gern,
denn der Umweg war ja in unseren Augen
 ,gewaltig lang', immerhin 50 Meter!
 Unvergessen sind auch die schattigen
 Spaziergänge bis hinaus zum Borstenstein
 Rübezahl, von dem die Sage
berichtete:
Der Stein erdrückt jedweden der ge

logen.
Wagt er sich in den Stein hinein,
so wird er gleich erdrücket sein!

Wir glaubten dem Spruch - und wagten
j es nicht, die Enge zwischen dem Stein zu
passieren, denn wer hat wohl noch nie

gelogen? Doch ein paar ,Kiewige’ gab
es ja schon immer, siegingen dazwischen
und erklettertem ihn sogar, da wurden
auch wir dreister. Ach, war das eine schöne
 Kinderzeit! Der Tennisplatz im Kurhausgarten
 war im Winter eine tolle Eisbahn.
 Er war dann oft so dicht mit
Schlittschuhläufern bevölkert, dass man
kaum laufen oder gar .gewagte Sprünge ’
und das Laufen auf einem Bein zeigen
konnte. Später, nach dem Anlegen der
Karpfenteiche wurden die Teiche im Winter,
 wenn das Eis eine gewisse Stärke
hatte, zum Schlittschuhlaufen freigegeben.
 Die beiden Flächen waren so groß,
dass wir uns nach Herzenslust darauf
tummeln konnten. Alles war vertreten, ob
alt, ob jung! Oft denke ich an unsere kalten,
 aber schönen Winter mit Eis und
Schnee zurück und im Sommer kommt oft
das Heimweh nach dem beständigen Wetter,
 dem schönen Strand und der weiten
offenen See. “

Liebe Neukuhrener, soweit die Erinnerungen
 von Frau Ilse Jagemast. Ich glaube,
 viele von Ihnen werden die gleichen
schönen Erinnerungen an das damalige
Ostseebad Neukuhren haben.
Mit dieser Erkenntnis verbleibe ich

Ihr Ortsvertreter
Dieter Weiß
Breite Lieth 6
27442 Gnarrenburg-Brillit
Tel. und Fax: 04763 - 72 75

Kreisgemeinschaft Fischhausen e.V. im Internet: www.kreis-fischhausen.de