Full text : Unser Schönes Samland

bracht, weil er so natürlich und bedächtig
 zu uns gepredigt hatte. Unsere bedürftigen
 Ohren und Herzen waren gestillt.
Nach der klassisch-lutherischen Auffassung
 ist allein das Herz des Menschen
ein heiliger Raum, keine umbauten Räume,
 allenfalls gewinnen diese eine besondere
 Nähe zu Gott.
Meine lieben Palmnicker und „Verschmolzene“,
 unser Wissen um die Heimat
 muss lebendig bleiben, es vermehrt
sich ja noch, wenn wir miteinander sprechen.
 Heimatliebe ist ein wertvolles Instrument,
 das seinen Klang und Wert

verliert, wenn man nicht mehr darauf
spielt.
Deshalb bitte ich Euch herzlich, dass
Ihr wieder alle zu diesem facettenreichen
Erlebnis nach Köln kommen möget. Es
findet am 26727. April 2003 im
Kolpinghaus, St.-Apern-Str. 32, 50667
Köln (Tel. 0221/2093-0) statt.

Herzlichst grüßt Euch Eure

Ruth Kecker/Ganser
Grillparzerstr. 15
84036 Landshut

Kleine Chronik unseres Dorfes Peyse

Wohl fand ich,

was Herz und Aug ’ ergötzte,

doch nicht,

was meine Heimat mir ersetzte!

Meine lieben Peyser Heimatfreunde,
bei meinen Nachforschungen über die
Entstehung unseres Dorfes Peyse im Samland
 ist es mir wichtig, dass unsere Kinder
 und Enkel einen Eindruck von der
Heimat ihrer Eltern bekommen.

Peyse

liegt in der Mitte am Kanal von
Königsberg nach Pillau. Das Dorf
hatte früher einen anderen Namen: Poyse,
dann: Peyse. Dieser Name besteht bis
heute auf der Landkarte. Nun, dieser Ort
wurde im 16. Jahrhundert von 24 Familienvätern,
 damals im Aufträge des damaligen
 preußischen Königs, gegründet.
Jeder erhielt vom König an die 25 oder
30 Morgen Land, ein Stück Wald und
Groß- und Kleinfischereirechte. (Der

Wald wurde von unseren Großvätern

durch einen Krug Rum vom Magistrat der
Stadt Fischhausen abgenommen!) Das
erste Dorf lag früher so an die 1000
Meter nach Westen - Pillau zu, denn zu
damaliger Zeit ging die Ostsee noch über •
die heutige Frische Nehrung hinweg.
Somit nahm die Ostsee bei Weststürmen
ein Stück Land nach dem anderen von
der Küste weg und das Dorf musste weiter
 landeinwärts verlegt werden. Es ist
noch ein Andenken aus dieser Zeit geblieben:
 Ungefähr 500 Meter unter dem
Wald nach Fischhausen hin, ein Andenken.am
 Berg, ungefähr 10 bis 15 Meter
hoch, genannt „Schwalbenberg“ (weil
lauter Löcher drin waren). Das Wasser
war dort 500 bis 600 Meter weiter
draußen, flach, einen halben bis dreiviertel
 Meter tief. Dieses Teil des Haffes
nannte man „Wiek“’. Als nun die frische
Nehrung durch die Ablagerung des Sandes
 entstanden war (ungefähr 100 Meter
breit), hatten die Küstenbewohner vor
den Stürmen Ruhe. Die 24 Begründer des

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Ortes kamen damals - anno 1600 - aus
zwei Richtungen, denn die Reformation
spaltete die Menschen in zwei Glaubensrichtungen:
 Katholiken und Lutheraner.
Ein Teil kam aus dem Rheinischen (Gerwien
 aus dem Westen), sowie ein Teil
später aus dem Salzburgischen (Klemens
aus dem Süden). Diese Familienväter
wurden nun Landwirte und Fischer.
Vor dem Kriege hatte Peyse 1500 Einwohner.
 So war das Dorf soweit gewachsen
 aus Einheimischen und Zugewanderten.
 Peyse war ein schöner Ort umgeben
von Wald und Wasser: das Frische Haff.

Täglich fuhren Seeschiffe von Pillau
nach Königsberg durch den Kanal, der
Ende der zwanziger Jahre gebaut wurde,
an Peyse vorbei bei Tag und bei Nacht.
Wir haben damals dort eine schöne Kindheit
 und Jugendzeit erlebt und verbracht.

In diesem Sinne verbleibe ich

Euer Heimatgenosse
Fritz Gerwien (Kaike Fretz)

Besuch aus Pillau/Baltijsk

Bürgermeister

Alexander Kusnetzov
aus Pillau/Baltijsk besuchte mich mit
seiner charmanten Ehefrau vom 24.-27.02.2002
 in Dissen.
Dieses nicht ganz unbedeutende Ereignis
 war für mich Anlass genug, ihn mit
besonders wichtigen Politikern zusammenzubringen,
 die hier in der Region
Osnabrück leben.
Dazu in Stichworten folgendes:
1.Gespräch mit Herrn Prof. Dr. Karl-Heinz
 Hornhues, MdB (Vorsitzender
der Deutsch-Russischen Parlamentariergruppe)

a) Bürgermeister Kusnetzov trug vor,
dass es unbedingt notwendig sei, in
Königsberg/Kaliningrad ein Konsulat
einzurichten. Die Schweden und Polen
 hätten dort ein Konsulat. Er fragte
dann, warum richten die Deutschen in
Königsberg/Kaliningrad kein Konsulat
ein?
b) Die unerträglichen Zustände an der
polnisch/russischen Grenze,
c) Regelmäßige Fährverbindungen von

Hamburg oder Kiel in Richtung Pillau
und St. Petersburg,
d) In der regionalen Zusammenarbeit
der Ostseeländer sollte sich auch
Deutschland nachhaltig einbringen.

2. Gespräche mit Vertretern der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (DBU), mit
Herrn Dr. Wachendörfer und Herrn Dr.
Witte. Sie haben ganz konkrete Maßnahmen
 für den Umweltschutz in der
Region Königsberg besprochen, z.B.
Hilfe bei dem Bau von Kläranlagen und
bei der Verbesserung des Naturschutzes.
 Der Generalsekretär der DBU war
aus diesem Grunde bereits persönlich
auf meinem Betreiben hin in der
Königsberger Region vom 10.-15. September
 2001.

3. Gespräch mit dem Landrat des Kreises
 Osnabrück, Herrn Manfred Hugo.
Das Gespräch umfasste im Wesentlichen
 folgende zwei Schwerpunkte:
a) Unterstützung bei der Entwicklung 37