Full text : Unser Schönes Samland

Report aus Cranz/Selenogradsk 1/2002

Der

Herbst zeigte sich in Cranz auch
im Jahr 2001 wieder von der bekannten
 Seite. Waren die Wochen im Oktober
 durchschnittlich noch recht mild

Die Promenade am Eiscafe Juckel/Klein Berlin
{Foto: K.Lunau)

und ruhig, so trat der November gleich
mit einem Orkan (Windstärke 12) an. Da
hieß es zwischen dem ehern. Fischerplatz
West und Kl. Berlin wieder: „Strand unter“.
 Natürlich wurde
erneut eine entsprechende
 Menge Sand
fortgespült. Die zu unserer
 Zeit errichteten
und auch gepflegten
Buhnen zeigen immer
weniger Wirkung, zumal
 an den Stellen, wo
nach dem Kriege die
Steinfüllungen entfernt
wurden. Die zweireihigen
 Buhnenstämme verlieren
 - ohne jegliche
Pflege - immer mehr an
Länge und ragen kaum
noch aus dem Wasser.
Nur noch die Buhnen 13
und 14, die nicht von ihren

 Steinfüllungen entblößt wurden, erfüllen
 nach wie vor ihren Zweck. Hier
(Fischerplatz OST) hat der Strand sogar
eine größere Breite als zu unserer Zeit.

Ein weiterer Beweis dafür, dass bei
einer entsprechenden Wartung die
Buhnen diesen schon dramatischen
Sandraub hätten verhindern können!
Welchen Besucherwert hat denn ein
,See-Kurort4 ohne einen gepflegten,
 breiten Strand?
Den Beweis dafür, dass unsere ehemalige
 Königsberger Str. - die spätere
 ,Lenin-Straße1 nun wieder einen
 würdigeren Namen erhalten hat,
nämlich „Kurort Prospekt“, sehen
Sie unten. Die Aufnahme machte ich
am ehemaligen „Gasthof Prengel“
(Trepp, Kgsbg.Str. Nr.40).
Die Bauarbeiten an den Häusern
gegenüber der Post (s. Heft 11/01) gehen
 weiter und auch im ehemaligen Geschäft
 „Frisör Säger“ wurden bereits neue
Fenster eingebaut. Die Arbeiten am alten

 Kurhaus wurden
noch nicht wieder aufgenommen.

Man spricht von einem
Bauskandal von internationalem
 Ausmaß.
Ein Ausflug zum Platz
der ehern. Försterei
Grenz“ brachte folgende
 Erkenntnisse: Von
dem Gebäudekomplex
ist, außer einigen Zierpflanzen,
 nichts mehr zu
sehen. Aber neben der
Chaussee steht an der
Einfahrt des alten Fahrweges
 ein großes
Schild, das auf einen
Wanderweg zum Haff
Das neue Straßenschild der ehemaligen
Königsberger Str. (Foto: K. Lunau)

ourcn den „Königlichen hörst" und zum
Platz des alten Forsthauses hinweist Der
Weg ist eigentlich noch ganz gut erhalten.
 An der Stelle des Forsthauses steht
ein Pfahl der auf die Errichtung
des „Forsthauses Grenz im 17.
Jh.“ hinweist. Allerdings ist mir
bisher nicht klar, woher diese
Zeitangabe stammt. Als Entstehungsdatum
 ist das Jahr 1820
aktenkundig! Ich werde versuchen
 festzustellen, ob ggf. schon
vorher hier ein Forsthaus gestanden
 hat.
Auf dem Platz stehen Bänke
mit Tischen und auch Feuer- und
Grillstellen sind angelegt. Von
hier aus kann man auf einem passablem
 Weg eine Wanderung in
Haffhähe unternehmen. Von Aussichtspunkten
 direkt am Ufer
kann man den Blick über das
Haff schweifen lassen. Etwas abseits
 des Weges stehen im Wald
immer noch die zurzeit versuchsweise
 angepflanzten Bäume aus
verschiedenen europäischen Ländern
 und aus Japan. Auf diese Sehenswürdigkeiten
 wird auf einer
großen Tafel am Anfang des Weges
 ausführlich hingewiesen. In diesem
Waldstück gilt auch weiterhin das , Rodungsverbot4,
 das wegen des „Königlichen
 Jagdreviers“ seinerzeit erlassen
wurde.
Das Hotel „Villa Hohenzollem“ (ostw.
des Feuerwehrschuppens) wird zurzeit
total umgebaut und sogar im , Internet1
zum Verkauf angeboten. Auch die Pension
 „Königin Luise“ ist zum Verkauf ausgeschrieben.

Zum Schluss möchte ich mich nochmals
an alle ehemaligen Cranzer und

„v.ranzner mit einer Bitte wenden: Für
die Neugestaltung des Heimatmuseums
in Cranz suchen wir u.a. für die Abteilung
 „Schulen in Cranz“ Bilder und

Hier entsland im 17. Jahrhundert die Försterei Qrenz
(Foto: K. Lunau)

Dokumente/Schriften aus der Schulzeit
(Einschulungsbilder, Klassenbilder,
Lehrerbilder etc.) sowie Bilder von besonderen
 Ereignissen wie Umzüge (Kinder-,
 Fischer-, Handwerker- und Erntedankfeste
 etc.). Auch sind ,private4 Zeitaufnahmen,
 die etwas über das damalige
 Leben in Cranz aussagen, sehr willkommen.
 Die heutigen Bewohner sind
sehr daran interessiert, wie wir gelebt
haben! - Außerdem suchen wir für die
Veröffentlichung in der Sele-nogradsker
Zeitung WOLNA (Welle) Kurzberichte