Full text : Unser Schönes Samland

r

wir in das ehemalige Forsthaus in
Groß Baum/Sosnowka, einem Örtchen
 östlich der ehemaligen Kreisstadt
Labiau gelegen. Flier trafen wir ein
deutsches Fernsehteam des Senders
Freies Berlin, das über das dortige
Gebiet einen Dokumentarfilm drehte.
In diesem Film ist unsere Reisegruppe
mit dem Gesang des Ostpreußenliedes
verewigt.

Auf der Heimfahrt und sicher auch
danach gab es viel zu erzählen, und
wenn Ihnen nach dieser kurzen
Schilderung die Reiseroute gefällt melden
 Sie sich rechtzeitig bei

Herbert Laubstein,
Amselstraße 29,
58285 Gevelsberg,
Telefon/Fax: 02332 - 80577

Das Schicksal eines „Wolfskindes"

aus Stangau bei Waldau

Die Familie Krakau lebte beim
Einfall der Russen in Stangau auf dem
Hof von Herbert Mückenberger.
Die Familie Mückenberger flüchtete
 am 25. Januar 1945 mit dem
Schlitten und kam nach dem Westen
durch.
Die Krakaus blieben, wie auch die
meisten anderen Dorfbewohner zu
Hause, obwohl der älteste Sohn kurz
vorher als Soldat auf Urlaub war und
seine Familie dringend gewarnt hatte
dort zu bleiben. Zunächst im Lande
hin und her getrieben, kehrte man
nach Stangau zurück, wo die Mutter
auf der Kolchose u.a. die Kühe melken
mußte.
Im Frühjahr 1946 verstarb die
Mutter. Heinz Krakau (17) war nun
mit seinem 7jährigen Bruder allein. Er
brachte diesen zu seiner Tante nach
Königsberg.
Helmut ging mit seinen Altersgenossen
 auf den „Schwarzen Markt“
betteln. Da er ein hübscher Junge war,

wurde ein 17jähriger Litauer auf ihn
aufmerksam und fragte ihn, ob er nicht
mitkommen wollte. Die Tante willigte
notgedrungen ein, da sie ihn nicht
ernähren konnte. Sie versäumte allerdings
 nicht, sich die Anschrift der
neuen Pflegefamilie geben zu lassen.
Helmut hat später noch einmal seine
Tante in Königsberg aufsuchen wollen.
Diese war jedoch zwischenzeitlich
nach Deutschland ausgewiesen. Damit
brach der Kontakt für viele Jahre ab.

Wie sich später herausstelle, wurde
Helmut von der litauischen Familie
adoptiert und erhielt somit einen litauischen
 Namen.

Der erste Briefkontakt zwischen
Heinz Krakau und seinem Bruder
Helmut entstand 1957, wobei entscheidend
 war, daß die Tante die litauische
Adresse bei der Ausweisung aus
Ostpreußen mit nach Deutschland
durchbringen konnte. 63