„Priment und das Primenter Land. Die
Gründung eines mittelalterlichen Klosters.“
Festrede anläßlich des Heimattreffens in
UelzenDie am 9.10.1999
Im südlichen Kreis Bomst/ Wollstein lebten bis zur Vertreibung
nach dem Zweiten Weltkrieg deutschsprachige Katholiken,
von den Polen auch „Niemcy Polak“ genannt. Sie selber
betrachteten sich in diesem Jahrhundert als Deutsche, auch
wenn die Polen sie nur für irregeleitete Katholiken hielten, also
für ihre Leute. Die Vorstellung von „deutsch = evangelisch
und polnisch = katholisch“ war derart weit verbreitet, daß es
das Ausmaß eines Dogmas annahm. Kaum jemand konnte sich
vorstellen, daß es in Polen deutsch Katholiken gab. Dementsprechend
sahen die Polen sie weitgehend als ihresgleichen
an. Für die evangelischen Deutschen waren das halbe Polen.
Der Ursprung dieser Deutschkatholiken liegt im Mittelalter.
Die meisten dieser Volksgruppe lebten über ein halbes Jahrtausend
länger in Polen als ihre evangelischen Volksgenossen.
Nur sehr wenige haben ihr Deutschtum daher bis in die Neuzeit
bewahren können. Die Literatur spricht allgemein davon,
daß gerade die deutschen Siedler der Klostergebiete noch vor
Beginn der Neuzeit im Polentum untergingen/ aufgingen - je
nach Sichtweise.
Das Primenter Klosterland bildete da die lebende Ausnahme
von der Regel.
Bevor man die Gründung und frühe Entwicklung des Klosters
Fehlen/ Priment schildern kann, muß man einige grundlegende
Entwicklung jener Zeit und natürlich auch die Unterschiede
zur heutigen beleuchten. Die Auffassung von Staat und Ge- 33