Der Baumbestand spendete
außerdem den
Wanderern Schatten.
Buhnen zwischen Rauschen und Qeorgenswalde (Sammi. Klemm)
Breite entlang der Küste mit Einbeziehung
der landeinwärts verlaufenden
Schluchten geplant. Das Wurzelwerk der
Bäume und Sträucher verfestigt das Erdreich
und bannt damit die Gefahr des Absturzes.
Dieser Samländische Küstenhain
wurde mit Verordnung vom 28. Juni
1934 zum Naturschutzgebiet erklärt.
Zunächst erstreckte er sich auf kommunale
und staatliche Flächen.
Gleichzeitig wurden die Besitzer zur
Einbringung entsprechender Landstreifen
aufgefordert. Wie die „Königsberger
Allgemeine Zeitung“ vom 5. Juni 1935
schreibt, haben Grundbesitzer von Eißeln,
Rosehnen und Wargenau dem „Verein
Samländischer Küstenschutz“ entsprechende
Ländereien übereignet. Weitere
Verhandlungen liefen in Rantau und
in Klein-Kuhren.
Der Küstenhain wurde in Angriff genommen.
Immerhin konnte man früher
auf dem „Hochuferweg“ fast die ganze
Nordküste entlang gehen und streckenweise
auch an der Westküste wandern.
Vom Kreis Fischhausen
wurden Ehrenfeldhüter
bestellt, die
den Schutz der Pflanzen
und Tiere sowie
der Landschaft in diesem
Bereich zu schützen
hatten und quasi
Polizeigewalt besaßen.
Und natürlich war es
verboten, den Hang der
Steilküste zu betreten
oder gar mit ganzen
Erdpartien zum Strand zu rutschen.
Eine weitere Maßnahme zum Schutz
der Steilküste war die Verbesserung der
Landentwässerung. Grundwasser und
Wasser aus den Drainagen flössen im
Küstenbereich zur Steilküste und weichten
dort die Hänge auf. Das führte ebenso
wie die Wirkung des Regenwassers zum
Abrutschen von Flächen der Steilküste.
1928 wurde in Georgenswalde zwischen
Wolfsschlucht und Warnicken der Abfluss
der Drainagen zusammengefasst und
in die Wolfsschlucht und die Detroitschlucht
geführt. Besonders an Regentagen
konnte man nun in den Schluchten
das über Kaskaden zur See abfließende
Wasser beobachten.
Die heutige Situation
Leider wurden in den letzten 60 Jahren
diese Arbeiten nicht fortgeführt und auch
das Vorhandene wurde nicht erhalten. Die
Steilküste rutscht weiter ab und die Strände
sind schmaler geworden. Letzteres ist
besonders auf den Verfall der Buhnen zu12
rückzuführen, von denen nur noch vermoderte
Reste erhalten sind. Der Abbruch
an den Hängen geht auf die völlige
Vernachlässigung der früheren Drainagen
und auch auf die Unvernunft von
Strandbesuchem zurück, die die Hänge
für Rutschpartien nutzen.
Es ist erfreulich, wenn heute wieder
Überlegungen aufgenommen werden,
mit welchen Maßnahmen die Lage verbessert
werden kann. Bei steigendem
Fremdenverkehr macht es den Verantwortlichen
der Strandorte schon Sorgen,
wenn sie keinen ausreichenden Strand
ausweisen könnten.
Bereits vor einem Jahr war in der Zeitung
„Das Ostpreußenblatt“ zu lesen, dass
die Umweltschutzorganisation „Ekosaschita“
Überlegungen zur Besserung der
Situation anstellte. Als Lösung wurde für
Rauschen eine Strandaufschüttung mit
1000 Tonnen Sand überlegt. Praktisch ist
aber leider nichts geschehen.
Allerdings wären solche Aufschüttungen
nur eine lokale Verschönerung und
würden auch nur vorübergehend nutzen.
Sie bessern nicht die Situation an der gesamten
Küste für längere Zeit.
Zum Badebetrieb gehört allerdings
auch die Erhaltung der Wasserqualität,
die hoffentlich nicht durch die Einleitung
von Abwässern und durch den Bohrbetrieb
nach Öl leidet.
Hans-Georg Klemm
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KÜSTENSCHUTZES
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.UNffTFREHRUNG
' GEWIDMET
•15V-Denkmal
für den Förderer des Küstenschutzes
Franz Stahl (aus: Oeorgenswalde - Festschrift)
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Verwendete Literatur:
Dr. R. Brückmann: „Unser Samlandstrand - Seine Zerstörung und Befestigung“,
Gräfe und Unzer 1926.
G. Klein: „Georgenswalde - Festschrift zur 300-Jahrfeier“, Georgenswalde 1929
„Naturschutz - Monatsschrift für alle Freunde der deutschen Heimat mit dem
amtlichen Nachrichtenblatt für Naturschutz, Neudamm Okt. 1934“.
„Königsberger Allgemeine Zeitung - Heimat-Rundschau“, Königsberg 5. Juni 1935.
Rosenthal-Kappi: „Sonnen auf der Strandpromenade“ in: Das Ostpreußenblatt,