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Fertiggestellte Buhnen in Cranz um 1900 (Samml. Klemm)
sie im Frühjahr und
Herbst auftreten und
heute sicherlich auch
nicht zu vermeiden
sind. Diese Unterspülung
am Fuße der
Küste bewirkte einen
Absturz an den Steilhängen
mit allem Bewuchs
oder aber
Rissebildung in den
Geschiebeschichten,
was dann im nächsten
Winter bei Frost zum
Absturz führte. Am
Strand wurde der
Sand je nach Windrichtung
durch die Wellen und durch den
Unterwasserstrom an der Küste fortgeschwemmt.
Die Gefahr von der Landseite lag in
der Bodenentwässerung. Das im Boden
versickernde Regenwasser oder von der
Schneeschmelze bahnte sich seinen Weg.
Soweit es nicht in Bächen aufgefangen
wurde, floss es auf den undurchlässigen
Erdschichten zur Küste, trat an der Steilküste
aus dem Erdreich aus und stürzte
oder rieselte hinab. Dies bewirkte eine
Erosion am Steilhang und Abtrag am
Gelände.
Hinzu kam in früherer Zeit der fehlende
Bewuchs in diesem Bereich, dessen
Wurzelwerk die Erde Zusammenhalten
kann.
Die Gäste fanden es häufig interessant,
statt die gebauten Wege oder Treppen zum
Strand zu nutzen, die Steilküste hinunter
zu klettern, was dann meistens eine
Rutschpartie auf der Hangfläche bedeutete.
Hinzu kam die Feldnutzung oder
Bebauung bis an den Küstenrand, was
eine zusätzliche Bodenbelastung bedeutete.
Beispiele von Sturmfluten
Aufgrund der großen Schäden bei Stürmen
in der Granzer Bucht im 19. Jh.
wurden dort bereits um diese Jahrhundertwende
Buhnen zum Schutz der
Küste gebaut.
Im 20. Jh. wurden diese Stürme und
Sturmfluten und die dabei aufgetretenen
Schäden an der Samlandküste dann erfasst.
Die hohen Wogen zerstörten die
Bebauungen und untergruben die Steilküste.
Bekannt sind solche zerstörenden
Stürme aus den Jahren 1914,1915,1917,
Redaktionsschluss für Folge 171 ist der 10. Juli 2006
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Die Sturmschäden von 1914 in Cranz
(Samml. Klemm)
1918, 1920, 1921, 1922, 1923, 1925,
1926 und 1930. Statistische Angaben aus
späterer Zeit liegen mir nicht vor.
Die Sturmflut vom 9./10. Januar 1914
ist in die Literatur eingegangen. Prof. Dr.
Domquist hat alle Schäden erfasst und
folgende Aufzeichnung verfasst (gekürzt):
„Am Nachmittag des 9. Januars kam
in Königsberg ein starker Sturm und heftiger
Schneefall auf so dass der rege Verkehr
aus der Stadt heraus bald unterbrochen
war und hohe Schneewälle vor den
Toren der Stadt zusammengeweht wurden.
An jenem Nachmittag bereitete sich an
unseren Stränden ein außergewöhnliches
Naturereignis vor. Da draußen raste der
Sturm ohne Hindernis mit großer Gewalt
über die Seefläche, um das Festland mit
voller Gewalt zu treffen, er bereitete
zugleich ein Toben der See vor, das erst
in der Nacht vom 9. zum 10. Januar seinen
Höhepunkt erreichte. Die immer wilder
werdende See warf sich gemeinsam
mit dem Sturm gegen das Ufer und richtete
besonders von Mitternacht bis 4 Uhr
früh ein Werk der Zerstörung an, wie es
die Ostsee nur selten zustande bringt. Eine
Sturmflut griff unsere Küste an, wie sie
seit Jahrzehnten nicht stattgefunden hatte
und wie sie in den Annalen der Naturgeschichte
unseres Landes nicht so bald
vergessen werden wird. Viele Morgen
Land unseres Samlandes sind in dieser
Nacht der See zum Opfer gefallen, umfassende,
zum Teil mit großer Mühe und
Hingebung gepflegte Anpflanzungen sind
fortgeschwemmt, Gebäude und Wanderwege
zerstört worden. “ 9