Full text : Unser Schönes Samland

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Ermutigt durch diese Entwicklung,
erweiterten Rechtsanwältin Frau Frolowa
 und H. Leuschner die Klage auf
Annulierung bereits vollzogener Fixierung
 vor russischen Behörden. Das
dürfte den korrupten Rußlanddeutschen
 Alexander Oskarowitsch Werner
 besonders hart getroffen haben.
Schließlich gilt es, seiner von Raffgierde
 gekennzeichneten Alleinherrschaft
- als sogenannter Direktor - ein Ende
zu setzen. - Der hoffentlich letzte Gerichtstermin
 in Pr. Eylau/Bagrationowsk

 ist für den 23. und 24. April
d.J. vorgesehen. Es wäre gut, wenn
Siedler und Sponsoren zu ihrem Recht
kämen!
Bliebe noch zu ergänzen, daß das
Ermittlungsverfahren gegen Rechtsanwalt
 Remmers durch unsere Beschwerde
 bei der Staatsanwaltschaft
aufrecht erhalten werden konnte.

Klaus Wulff, Kulmer Straße 20a,
32602 Vlotho, Tel.: 0 52 28 - 71 83

Es geschehen immer wieder Wunder ...

Der Heimatbrief brachte uns wieder
zusammen!

In Folge 149 auf Seite 72 erschien
meine kleine Geschichte „Gaumenfreuden
 und Gaumenqualen - Marjellchen
 mag keinen Aal“. Für diese Veröffentlichung
 bin ich sehr dankbar,
denn dadurch habe ich nach über 50
Jahren drei Verwandte wiedergefunden.
 Nach all den langen Jahren meldeten
 sich meine Halbcousinen aus
Fischhausen, die beiden Schwestern
Makuth bei mir. Wir haben uns zuletzt
vor 58 Jahren bei meiner Konfirmation
 1943 in Pillau-Neutief gesehen.
Beide wohnen heute in Niederkassel
wo wir demnächst das erste Wiedersehen
 feiern werden. Vorab wurden
schon mal Fotos ausgetauscht.

Aber dann gab es noch einen zweiten
 Anruf von Elsbeth Dardat. Wir

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sind um „zehn Ecken verwandt“ und
wußten ebenfalls über 50 Jahre nichts
voneinander. Spontan verabredeten
wir uns zum Treffen der „Bernsteinanhänger“
 in Köln und verlebten einen
unvergeßlichen Tag miteinander.

Ein frohes Wiedersehen bei den .Bernsteinanhängern'
in Köln
v.l.n.r.:
Christel Diekert, geh. Neumann und Elsbeth Dardat

Zu meiner größten Freude brachte
mir Elsbeth zwei Gedichte meines Vaters
 mit, die er nach der Vertreibung
zur Erinnerung an seine ostpreußische
Heimat geschrie-Durch

 die Veröffentlichung meiner
kleinen Geschichte „Gaumenfreuden
und Gaumenqualen“ ist für mich ein
Wunder geschehen.

ben hatte. Mein
Vater,
Friseurmeister
Karl Neumann
aus Fischhausen,
verstarb 1963 in
Güstrow. Zur Erinnerung
 an ihn
wollte ich damals
 seine Mappe
 mit den Gedichten
 aus der
ehemaligen
DDR mit in den
Westen nehmen,
aber an der Grenze
 wurden uns
die Mappe und
unsere Pässe abgenommen.
 Die
Gedichte habe
ich nie wiedergesehen.

Nun bekam ich
von Elsbeth zwei
|Gedichte meines
Vaters und wur-Ein

 Teller Fleck

- nach heimatlicher Mundart -

Ein Tellerche Fleck, so mit allem dran,

Mit Pfeffer, mit Essig und Majoran,

So richtig gekocht mit allen Finessen.

Was, Sie haben das noch nie gegessen?

Nie davon gehört, nie davon gelesen?

Auch nie in Ostpreußen gewesen?

Mannche, Marjellche, da habt Ihr was versäumt.

Das ist doch ein Essen, wovon man träumt.

Darauf haben schon uns’re Väter geschworen,

und wir, die wir in Ostpreußen geboren.

Ein Tellerchen, das ist eine Labe,
solch Essen ist eine Gottesgabe.

Ein Tellerche Fleck nach ostpreußischer Art,

mit Liebe zum Abendbrot aufbewahrt.

Das ist ein Genuß, das ist ein Vergnügen.

Da laß ich die Wurst und den Schinken liegen.

Schwärmt weiter für Eintopf, Brühwurst und Speck

Ich bleib’ bei meinem „Rinderfleck“!

Karl Neumann, Fischhausen
de gebeten, diese
|bei dem Treffen vorzulesen. Ich habe
les gerne gemacht.

Vielen Dank dem Heimatbrief
„Unser schönes Samland“.

i Geschmunzelt habe ich über das
nachfolgende Gedicht meines Vaters,
das ich bisher nicht kannte.
Vielleicht gefällt es Ihnen, liebe Leser,
auch?

Christel Dieckert, geb. Neumann,
Zedernstraße 20,
41239 M.Gladbach,
Telefon: 0 2166-3 4747

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