war die erste Vogelwarte in Deutschland
und wurde als Außenstelle der
Deutschen Ornithologischen Gesellschaft
geführt. Dr. Thienemann wurde
zu ihrem Leiter berufen.
Durch seinen unermüdlichen Einsatz
wurde die „Vogelwarte Rossitten“
zu einer der bekanntesten Forschungsanstalten
Ostpreußens und erhielt im
Laufe der Zeit Weltruf. Dabei war aller
Anfang schwer. Die ersten Jahre waren
von einigen Umzügen innerhalb Rossitten
mit bescheidenen Arbeitsmöglichkeiten
geprägt.
1908 wurde 7 km südlich von Rossitten
eine Beobachtungshütte errichtet,
die der samländischen Gutsbesitzer
E. Ulmer aus Quanditten gestiftet
hat. Sie wurde in Anlehnung an den
Namen des Stifters „Ulmenhorst“ genannt
und lag ideal für die Beobachtungen.
Dieses Holzhaus wurde 1919
in den Nachkriegsunruhen mutwillig
zerstört. Durch Spenden, besonders
aus Holland, konnte dann f922/23 an
dieser Stelle ein Massivbau als neuer
„Ulmenhorst“ errichtet werden.
1923 wurde die Vogelwarte Rossitten
von der „Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
zur Förderung der Wissenschaften“
übernommen. Wann das Haus der
Vogelwarte im Ort Rossitten entstand,
war nicht festzustellen. Es machte
einen stattlichen Eindruck und beherbergte
die Arbeits- und Vortragsräume
sowie das vogelkundliche Museum mit
den präparierten Vögeln aller Arten.
Die vogelkundliche Forschungsarbeit
Neubau der Beobachtungsstelle „Ulmenhorst" (Samml. Klemm)
fand nicht nur in Rossitten statt. Mitarbeiter
waren in verschiedenen Gebieten
Ostpreußens tätig.
1929 ging Prof. Thienemann in den
Ruhestand. Sein Nachfolger in Rossitten
wurde 1929 Dr. Oskar Heinroth.
Er richtete 1932 das Vogelwarte-Museum
ein. Dr. Heinroth gab 1936 die
Leitung an Ernst Schüz ab, der seit
1929 in der Vogelwarte mitgearbeitet
der heutigen Bevölkerung in hohem
Ansehen.
Die Aufgaben in der Vogelwarte
wurden bei deren Gründung in der
Satzung festgelegt. Schwerpunkte dabei
waren die Erforschung des Vogelzugs,
die Lebensweise der Vögel und
ihr Schutz sowie die Verbreitung der
Kenntnis über das heimatliche Vogelleben
hatte. In dessen Zeit wurde ein Verwaltungsrat
eingerichtet, ein Freundeskreis
geschaffen und zahlreiche Lehrgänge
für Ornithologen durchgeführt.
Der Gründer und langjährige Leiterjohannes
Thienemann starb am 12.
April 1938 in Rossitten und ist dort
beerdigt. Seine Leistungen stehen bei
Letzteres hat Prof. Thienemann ausführlich
geleistet und damit der Vogelwarte
Rossitten in Fachkreisen wie
auch bei der Bevölkerung zu einer
großen Popularität verholten. Die Besucherzahl
soll in den letzten Jahren
vor dem Krieg 25 000 pro Jahr betragen
haben.
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