organisiert wurde.
Die Leistungen und Verdienste von
Louis-Ferdinand Schwarz wurden im
Jahre 1991 durch das goldene Ehrenzeichen
der Landsmannschaft Ostpreußen
und im Jahre 2000?? durch das Bundesverdienstkreuz
am Bande des Verdienstordens
gewürdigt und geehrt.
Das gute Verhältnis zu dem Kreis und
der Stadt Pinneberg kam während der
Wolfgang Sopha überreicht Louis-Ferdinand
Schwarz im Namen des Vorstandes einen
Qedenkteller Foto:Aibers
Vae Victis, wehe den Besiegten.
Nach ihrer schweren Niederlage gegen
die Gallier vor 2.390 Jahren erkauften
Feierstunde des diesjährigen Kreistreffens
auch dadurch zum Ausdruck, dass der
Pinneberger Bürgermeister, Herr Hans
Werner Nitt, den Reigen der Gratulanten
zum 25. Jubiläum unseres Ersten Vorsitzenden
eröffnete. Er gratulierte und erwähnte
besonders die Verdienste um die
praktizierte Völkerverständigung und
überreichte Louis-Ferdinand ein Wappen
der Stadt Pinneberg. Für die Kreisgemeinschaft
übernahm der stellvertretende
Vorsitzende die Ehrung. Zum Abschluss
seiner Rede überreichte er im
Namen des Vorstandes einen gravierten
Silberteller, auf dem das Ostpreußen- und
Samlandwappen und einige Worte des
Dankes eine Erinnerung an diesen Tag
darstellen sollen. Für die anwesenden
russischen Freunde überreicht Luba mit
den Worten „für einen starken Mann ein
starkes Getränk“ eine Flasche russischen
Wodka.
Wir danken Louis-Ferdinand für das
Geleistete und wünschen für die Zukunft
Glück, Kraft und vor allem Gesundheit
für die vor uns liegenden schwierigen
Aufgaben.
Wolfgang Sopha
- stellvertretender Vorsitzender -
sich die Römer den Abzug der Fremder,
aus ihrer Stadt mit einem hohen Lösegeld
in purem Gold. Als die Gallier beirr
Abwiegen des Goldes manipulierte Gewichte
benutzten und die Römer dagegen
protestierten, rief Brennus, der gallische
Heerführer, „Vae Victis“, was nichts
anderes bedeutete, ihr habt nichts zu sagen,
seid froh, dass wir euch nicht umbringen.
Dieses Vae Victis wurde in den
folgenden Jahrhunderten zum Sinnbild
einer gnadenlosen und rechtlosen Behandlung
besiegter Gegner, ln der Antike
bestand eine weitverbreitete Gewohnheit,
die Soldaten eines besiegten Heeres
zu töten oder in die Sklaverei zu führen.
Die Grausamkeit unter streitenden Parteien
und Staaten nahm zu. Die Kirche
war nicht imstande, dieser Entwicklung
moralische oder rechtliche Barrieren entgegenzusetzen.
Erst mit der Reformation
durch Martin Luther und Johannes
Calvin, mit der Veränderung des Weltbildes
durch Kopernikus und Galilei veränderten
sich auch Lebensgefühl und
Lebensformen der Menschen. An die
Stelle der antiken Rechtsansichten wurde
jetzt über das Wesen des Rechts neu
nachgedacht. Einer der herausragenden
Vertreter der neuen Rechtslehre war der
1583 geborene Hugo Grotius. Man nennt
ihn den Vater des Völkerrechts. Er forderte
die Einhaltung von Rechtsregeln
nicht nur im friedlichen Verkehr der Völker
untereinander, sondern auch während
und nach Austragung von kriegerischen
Konflikten.
Das bisher geltende „ius ad bellum“,
das Recht eines Staates zur Kriegsführung,
wurde durch die Lehre vom
..gerechten Krieg“ - das „bellum iustum“ -
ersetzt. Ein gerechter Krieg sollte nach
Hugo Grotius im Interesse des Rechtsfriedens
mit einem „guten Frieden“
beendet werden. Zu einem guten Frieden
gehörte nicht nur ein totales Vergessen
der gegenseitig zugefugten Gewalttaten,
sondern auch die Gewährung gegenseitiger
Amnestie. Der Westfälische
Friedensvertrag, der den Dreißigjährigen
Krieg 1648 beendete, wurde daher mit
der Klausel eingeleitet: alle Gewalttaten
sollen gegeneinander aufgehoben sein
und dem immerwährenden Vergessen
anheim gegeben werden. Diese Klausel
enthielt auch der Friedensvertrag von
Schweden mit Preußen am 21.1.1720 und
endlich auch der Hubertusburger Frieden,
der den siebenjährigen Krieg 1763
beendete.
Aber auch die Lehre des „gerechten
Krieges“ gab man im 18. Jahrhundert auf
und versachlichte die Kriegsgründe. Man
nannte die Kriege deshalb „Kabinettskriege“.
Den zahlreichen seit 1700 von
den Großmächten geführten Konflikten
fehlte daher das zerstörerische Element
der Berufung auf den „wahren Glauben“
oder auf die „bessere Moral“. Das hatte
zur Folge, dass die Friedensschlüsse den
Kriegsparteien Versöhnung brachten und
eine zügige Wiederaufnahme von menschlichen
und staatlichen Beziehungen nach
Ende der Kampfhandlungen. Friedrich
der Große meinte, die Bevölkerung dürfte
es nicht merken, wenn der Staat einen
Krieg führe. Der erste internationale Vertrag,
der humane Forderungen als verbindlich
zwischen den Staaten im Krieg
und Frieden festlegte, war der Vertrag
zwischen Preußen und den Vereinigten
Staaten von Amerika vom 3. September
1783. Hier sind zum ersten Mal - übrigens
auf Veranlassung Preußens - Bestimmungen
zur Humanisierung der Kriegsführung
als elementare menschliche Grundrechte
ins Völkerrecht eingegangen Während des
19. Jahrhunderts wurde dieser Vertrag im
gegenseitigen Einverständnis mehrmals
verlängert, zuletzt durch Wilhelm II.
Vortrag vor der Kreisgemeinschaft Fischhausen
von Ehrhardt Bödecker,
Brandburg-Preußen Museum in Wustrow