Vermögensverhältnisse der 1540 erwähnten
neun Bauern Valtin Neuman, Michel
Bembel, Matz Naunyn, Albrecht Kawer,
Peter Lautyn, Kerste Pede, Hans Bretz,
Simon Pede und Pawel Wangein bestärken
diese Zweifel.
Hinzu kommt, daß aus einem undatierten
Steuerverzeichnis aus der Zeit Herzog
Albrechts, das etwa aus der gleichen
Zeit stammt, hervorgeht, dass der Umfang
des zu bewirtschaftenden Landes der
einzelnen Familien im Gegensatz zu den
üblichen preußischen Bauerndörfern erheblich
war. Denn nach diesem Steuerverzeichnis
bewirtschafteten Valten Kohel
zwei Hufen Land, Mattes Bambel eine
Hufe, Mattes Naunin eine Hufe, Albick
Kauer eine Hufe, Thomas Lutin drei
Hufen, Kixsthten (?) Deide eine Hufe,
Hano Pretzsch eine Hufe, Simon Beide
zwei Hufen und Nickel Wungenick eine
Hufe Land. Die Flächenangabe in Hufen
und nicht in Haken spricht ebenfalls
dafür, daß Kommau 1540 kein Dorf
mehr war, in dem es nur Preußen gab.
Aus den angeführten Fakten müssen wir
schlussfolgern, daß es 1540 in Kommau
Preußen und Deutsche sowie Bauern und
Freie oder gar Kölmer gab, was der
Schreiber der erwähnten Unterlagen nicht
berücksichtigte und Angaben aus alten
Akten einfach abgeschrieben hat. Bestätigt
wird diese Annahme weitestgehend
durch die Amtsrechnung Schaaken
vom Jahre 1707, wonach Kommau mit
insgesamt 13 Hufen Land 1539 „der ganzen
Dorffschafft von Marggraff Albrecht
zu Cöllm. Rechten verschrieben“ worden
ist.
Am 20. Januar 1613 verleiht Markgraf
Johann Sigismund Christoph Rappe
in Kommau zwölf Hufen Land „zu
Magdeburgischen Rechten und beiden
Kindern“ (und damit das Recht der Vererbung
des Guts in männlicher als auch
in weiblicher Linie) „nebst Gerichten
groß und klein“. Nach dem Tode Rappes
gehörte das Gut Kommau zeitweilig
seiner Ehefrau und zeitweilig seiner Ehefrau
und seinen Kindern, bis es in den
Besitz seines Sohnes Melchior überging,
der 1696 verstarb. 1707 waren Melchior
von Rappes Erben Besitzer des Gutes.
1719 soll es sich im Besitz von Capitain
Albrecht von Buddenbrock (Boddenbrug)
befunden haben, der seit 1698 mit
der Witwe von Melchior von Rappe
(Anna Maria geb. von Kreytzen) verheiratet
war. Allerdings war das Gut zu diesem
Zeitpunkt an Christoff Friderich
Li(e)dke verpfändet. 1729 besaß Wilhelm
Ehrenreich von Rappe, ein Sohn von
Melchior von Rappe, das Gut Kommau.
Ebenfalls im Jahre 1729 ersuchte Wilhelm
Ehrenreich von Rappe Markgraf
Friedrich Wilhelm, das Besitzrecht seiner
Güter im Amt Schaaken aufzuwerten.
Friedrich Wilhelm kommt diesem
Ersuchen nach und erteilt von Rappe noch
im gleichen Jahre eine Verschreibung
über seine Güter im Amt Schaaken „zu
Adelich Cöllmischen Rechten erblich
und ewiglich zu besitzen, zu genießen
und zu gebrauchen, gantz frey vom Zinse,
Servies und Fourage-Geldern“ und
mit weiteren Vorrechten versehen. Mit
diesem Privilegium erlangte das Gut
Kommau die Qualität eines Rittergutes.
Aber bereits im Jahre 1732 befand sich
das Gut nach amtlichen Angaben im Besitz
von Christoph Friedrich Liedke. j
1748 wird Pupillen-Rath Johann Philipp
Weger als Besitzer des Gutes Kommau
und 1767 dessen Witwe, die eine
geborene Geelhaar war, genannt. Um
1782/83 war es im Besitz von Stadt-Rath
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Erhardt Wilhelm Weger, der ein Sohn
von Johann Philipp Weger war und 1794
verstarb. Er hatte das Gut zeitweilig an
einen gewissen Froehlig verpachtet.
Erhardt Wilhelm Weger vererbte das Gut
seiner Nichte (Tochter seiner Schwester)
Theodora Charlotte Henriette Elisabeth
Maraun, geb. Raabe. Dadurch gelangte
das Gut 1796 in den Besitz von Henriette
Elisabeth und deren Ehemann Johann
Gottfried Maraun. Der Wert des Gutes
Kommau belief sich damals auf 8333
Reichstaler 30 Groschen.
Im Jahre 1805 befand sich das Gut
Kommau noch im Besitz von Maraun
(Marhaun). 1840 und 1856 wird in den
eingesehenen Unterlagen Rittergutsbesitzer
Krause „auf Commau“ erwähnt.
Krause errichtete zwischen Kommau und
Uggehnen ein Vorwerk, auf dem eine
Familie ansässig war. 1841 erhielt dieses
Vorwerk offiziell die Ortsbezeichnung
„Neu Commau“, gehörte jedoch kommunalrechtlich
zum selbständigen Gutsbezirk
„Commau“. Im Jahre 1908 wird
Neu Commau noch erwähnt, ist jedoch
vor 1922 eingegangen. Anfang der 80er
Jahre des 19. Jahrhunderts war das Gut
im Besitz von Julius Seddig und Anfang
des 20. Jahrhunderts im Besitz von
Cornelius Bendziula. Nachfolger von
Bendziula war wohl der aus Allenstein
stammende Werner Rosenow. In diese
Zeit (1910/12) fällt die Errichtung eines
neuen Gutshauses in Kommau. Während
des Ersten Weltkrieges (etwa 1915/16)
verkaufte Rosenow das Gut an Johann
Waligorski und dessen Ehefrau Elisabeth
geb. Ratajski. Letzter Besitzer des Rittergutes
Kommau war Franz Rodde aus
Kiauten. Friedrich Herrmann Franz
Rodde hatte das Gut am 1. Oktober 1919
von Waligorski und dessen Ehefrau gekauft.
Das Qutshaus Kommau (1937)
Foto: privat