Full text : Unser Schönes Samland

künftig mit anderen ehemaligen
Kirchspielen oder Ortschaften gemeinsam
 zu gestalten. Am 25. Mai
2002 fahre ich wieder mit einem
Reisebus nach Nord-Ostpreußen. Wer
mitfahren möchte, möge sich bei mir
melden.
All meinen lieben Landsleuten wünsche

 ich ein gesegnetes Weihnachtsfest
 und ein gesundes Neues Jahr. In
heimatlicher Verbundenheit, Euer

Herbert Laubstein
Amselstraße 29
58285 Gevelsberg
Tel./Fax 02332/80577

Treffen der Kinder aus Stangau

Ein Treffen der Kinder von damals
aus dem kleinen Dorf Stangau bei
Waldau
Hier ihre Schicksale:

Rudi Bähr
(1945 - 9 Jahre alt)
Vater: seit 1945 beim Volkssturm vermisst

Mutter: nach langen Märschen quer
durch Ostpreußen im Sommer 1945
gestorben.
Rudi: Nach dem Tod der Mutter ein
Jahr allein in Ostpreußen umher
geirrt. Ende 1946 traf er zufällig vor
Königsberg auf einen deutschen
Bäcker, der für die Russen Brot lieferte;
 dieser sorgte dafür, dass er 1948
mit einem Kindertransport Ostpreußen
 verlassen konnte.

Christel Zimmerling geb.Gronau
(1945 - 10 Jahre alt)
Vater: Beim Einfall der Russen getrennt
 von der Familie und verschleppt,
 bald danach an Entkräftung
in Stangau verstorben

Mutter: verstarb im Sommer 45
wegen fehlender ärztlicher Behandlung
 und langer Märsche durch Ospreußen

Brüder: 8 bis 10 Jahre alt, verstarben
auch im Sommer 1945 an Ruhr
ChristeEwar zunächst nach dem Tod
ihrer ganzen Familie als Waisenkind
im Heim und danach auf die Gnade
und Barmherzigkeit von Kolchosefrauen
 angewiesen, die ihr von ihren
Essensrationen etwas abgaben. Nur
ihr starker Überlebenswille half ihr,
dieses Elend zu überstehen.

von links
nach rechts:
Heinz
Krakau,
Hadwiga
Meyer,
Christel
Zimmerling,
Rudi Bähr

Heinz Krakau
(1945 - 15 Jahre alt)
Vater: seit Januar 1945 beim
Volkssturm vermisst.
Mutter: arbeitete nach Vertreibung
auf der Kolchose in Stangau. Sie verstarb
 1946 wegen fehlender ärztlicher
Versorgung.
Bruder Helmut: 7 Jahre alt, überlebte
 als „Wolfskind“ in Litauen. Der 1.
Briefkontakt zum Bruder Heinz entstand
 1957 (siehe Artikel im
Samlandbrief 151 - Herbst 2001)
Heinz: wurde auch von den Russen
im Land hin und her getrieben; arbeitete

 auf verschiedenen Kolchosen,
auch in Stangau mit seiner Mutter
zusammen. 1948 nach Deutschland
ausgewiesen - im Viehwaggon.

Hadwiga Meyer geb. Mückenberger
(1945 - 14 Jahre alt)
Die Familie flüchtete mit Pferdeschlitten
 nur wenige Stunden vor dem
Einfall der Russen; zunächst über das
Haff und dann weiter in den Westen.
Es war viel Glück dabei.

Hadwiga Meyer geb. Mückenberger
Stader Str. 5 • 21737 Wischhafen

Trentitten mit den Orten Schreitlacken,

Corben, Mollehnen und Norgehnen

,Es ist ein armes Wörtchen nur
und gräbt doch eine tiefe Spur
in jede Menschenseele,
Heimat, liebe Heimat“

Wir, die Heimatgemeinde Trentitten
mit den Orten Schreitlacken, Corben,
Mollehnen und Norgehnen trafen uns
erstmalig zu einer dreitägigen Wiedersehensveranstaltung
 vom 6. - 8. Juli
diesen Jahres in Schönburg b. Naumburg
 an der Saale.
Unser Schulfreund Albert Keding
erklärte sich als Organisator bereit. So
gut es uns gelang, boten wir unsere
Unterstützung, indem wir Heimatfreundinnen
 und -freunde ausfindig
machten und ihm die Adressen zuleiteten.
 Die Anreise erfolgte aus allen
Teilen der Bundesrepublik. Die Begrüßung

 war ganz herzlich und
erzeugte wohl bei allen Teilnehmern
große Freude, aber auch die Sehnsucht
 nach der Kinder- und Jugendzeit.
 Eine gewisse Anspannung war
erkennbar. Doch von Distanz konnte
kaum die Rede sein, weil wir auch
unseren Gästen das heimatliche vertraute
 Du sofort anboten.
Verständlicherweise erkannte nicht
jeder den anderen, es lagen doch 56
und mehr Jahre dazwischen. Hinzu
kam der Altersunterschied. Die Zeit
zum Erzählen, Fragen, dem Austausch
von Fotos und Gedanken reichte gar
nicht aus, weil die meisten Schicksale
bis zu diesem Treffen unbekannt
geblieben waren.
Der Samstagvormittag wurde mit
der Besichtigung der Schönburg so-58

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