Full text : Unser Schönes Samland

sabbern Speilzahn

Wu(t)schen
Schabbelbohnen Sperenzchen zerbochten
Schäckert spiddrich Zatzkes
schärbeln Spille

Zeruchel
schäkern Spirrkux Zieh
Schaff Stachete

Zigahn
Schamieschen Sternicksel

Zoch
Schleef striezen Zock
schettern stromern, Stromer Zieskewurst
Schi(e)pchen Stinthengst Zippel(Zwiebel)
Schischke Stöppel, Stippel

Zudeck(e)
schlaksich Sturgel
schubbern Tattrich
Schmisser Tulbche(Bier)
Schlafittchen Ulepingste
Schmachtriemen überkandidelt
Schmadder verhundsen

Bitte helfen Sie mit, daß unsere Mundart nicht in Vergessenheit gerät!

Wenn bi uns tohus so Schlachtfest wör.

Wenn de Ernte so engebracht wör, on de Kartoffel un Rewe en Miete on
Keller, dann kem dat grote Schwienschlachten ran. Nich alle Familieches ob
enmol, ne, so noh un noh, denn wi hedde nur enen Schlachtmester, de de Schwien
afstoch on am Owend terlecht. Dat wer bi uns de Herr Kohlau. So wer denn nu
uns Nachbor dran met schlachte. Morjens wurd dat Schwien dot gemokt on
undem Dach an de Hinderbene hochjetoje. Alles Ennere wurd rutgerete, un so
musste de Schwien hänge, bet ton Owend, met den Kopp no unde, de nu ok nich
mehr dran wer. Dat Schwien musst gründlich utköhle, sonst holt sich de Worscht
nich. Intweschen kem ok noch de Flieschbeschauer, de krech emmer en Stöcksche
Schieres meht. Un bi ons gev dat schon to Meddach Kehlbrodde. An annern Dach
gong dat emsig and worschtmoke. De Nachborsch kerne tom Speck on Flesch
schniede, on de Junges ut den Derp lungerte bute vor de Deer röm. Wenn de
Worscht fertig gekockt wer, krecht jeder en Stock Worscht aff.
So wer dat ok an dissem Dach. De Nachborsche wer genau bedacht, jedem en
glieck grotet Stock to schniede. Doch de Otto bröllt förchterlich los, bett man endlich
 so feststelle kun, warom he so bröllt. „De Kurt de hätt son langet Band un eck
hew keen Band“. „Ower Jungche, ett doch de Worscht, watt weist denn mett datt
Band?“ - „Na, afflutsche!“
Na jo, wer det Band doch so scheen saftich von de Worschsopp!
Diese Geschichte wurde erzählt von
Eva Morell, An den Ziegelteichen 14, 21217 Seevetal

Ons Seejer

Die Geschichte von unserer
Standuhr beginnt eigentlich schon mit
der Aufzucht von zwei Ferkelchen in
der Schweinebucht. Wie alle Wohnhäuser
 in Palmnicken, hatte auch unseres,
 einen dazugehörigen, aus Ziegeln
erbauten Stall, in dem Hühner,
Schweine, Ziegen und alles mögliche
an Viehzeug untergebracht werden
konnte.
Wir mästeten jedes Jahr zwei
Schweine. Da gab es den Küchel, den
Borg, den Eber oder die Sau. Den
Unterschied, warum eins ’ne Sau war
und das andere ein Küchel, blieb uns
Kindern verborgen. Es blieb eines der
Geheimnisse unserer Kindheit, auch
wenn wir wissen wollten, warum das
eine Schwein geschnitten werden
mußte und das andere nicht. Von den
zwei Schweinen wurde eins geschlachtet
 und das andere an Fleischer Lemke
verkauft.Wenn es dann so weit war und
das eine der Pochelchen im Spätherbst
sein Leben lassen mußte, war es für
meine Mutter eine kleine Tragödie.

Das Tier war ihr sehr an’s Herz gewachsen
 und wenn der Fleischer
Krause Bautz erschienund; im Stall
verschwand, verschwand, Muttchen in
die Küche und sang lautstark:
„Warum weinst du schone Gärtnersfrau,
weinst du um der Veilchen dunkelblau
oder um die Rose die du brichst?
Nein,.nein um dieses alles wein ich nicht!’

Mit dem Gesang wollte sie das
Quieken des Schweines übertönen.
Zum Blutrühren mußte sie aber dann
doch hinaus, da half alles nichts.

Von dem Erlös des verkauften
Schweines wurde immer etwas angeschafft.
 Muttchen legte großen Wert
auf gediegene Möbel, während mein
Vater mehr vom guten Essen und
Trinken hielt, was ja Leib und Seele
Zusammenhalten soll. Die Bixen hatte
zwar mein Vater an, aber durchsetzen
tat sich fast immer unser Muttchen.
Ihr großer Wunsch war nun dieses Mal
eine Standuhr anzuschaffen.
Nachdem auch noch das Geld vom
Vermieten unserer Wohnung an
Sommergäste dazu gerechnet wurde,
war das Geld zusammen und es wurde
nach längerer Diskussion beschloßen,
nun endlich die gewünschte Uhr zu
kaufen. Gesagt, getan ! Sie war nicht
nur schön anzusehen, sondern hatte
auch einen angenehmen Schlag. Das
heißt, wenn sie die volle oder halbe
Stunde schlug, erklang ein dreifacher
Gong. Sie war aber empfindlich wie
eine Diva. Wenn sie nicht vollkommen
in der Waage stand, ging das Uhrwerk
nicht, doch der Gong schlug aber
immer noch , wenn man die Zeiger
drehte und die volle oder halbe Stunde
einstellte. Sie konnte sogar 13 schlagen,
 je nachdem wie schnell man die
Zeiger bewegte. Jede volle oder halbe
Stunde erklang nun das Bimbam in unserer
 Wohnung, eine wahre Bereicherung
 für unsere Ohren, denn ein
Radio kam erst später in’s Haus.
Muttchen war glücklich und hatte
viele Jahre ihre helle Freude an der
Seejer bis zum Einzug der Roten
Armee im April 1945. Nachdem unter
anderem das Klavier und die Couch
aus der Wohnung geholt worden

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