Nach diesem offiziellen Teil stiegen
wir wieder in den „Zug nach
Schabbersdorf1. Gesang und Vorlesungen
in unserer Mundart brachten
uns wieder die Heimat nahe. Danke,
liebe Freunde, für Eure Teilnahme und
somit auch zum Gelingen dieses
Ortstreffens. Darum laden wir Sie und
Ihre Familie bereits heute ein, unsere
nächste Reise ins „Land der Erinnerungen“
am 27. und 28. April 2002 gemeinsam
zu machen. Wir treffen uns
wie immer im Hotel und Gasthof
Kohlbrecher in Osnabrück, Wersener
Landstraße 2, Telefon: 0541 - 125293.
von Else Mauritz, Hilde Schöttke und
Hertha Ross
Else Mauritz, geb. Witt, kam als
Einjährige mit ihrer Familie 1918 nach
Bludau. Die Familie bewohnte das
Gemeindehaus.
Hilde Schöttke, geb. Lemke, ist eine
Bauerntochter aus Bludau und auch
dort geboren.
Hertha Ross, geb. Blauhut, wohnte
mit ihrer Familie im Zweifamilien-Insthaus
des Bauern Schalt.
Zwischen Else und Hilde begann
damals eine Freundschaft, die bis
heute andauert. Auf allen Klassenfotos
nebeneinander: Else und Hilde,
immer!
Sie erinnern sich lebhaft an die
Gaudi, wenn im Dorf „die Bären tanzten“.
Der Besitzer der Bären ging mit
den Tieren von Haus zu Haus, machte
— 22 ...
_______________________________________-.Bis
dahin wünschen wir allen
Kranken gute Besserung und freuen
uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen
zum 50jährigen Bestehen der Patenschaft
des Kreises Pinneberg - Kreis
Fischhausen am 14. - 16. September
d.J. in Pinneberg oder im nächsten
Jahr in Osnabrück.
Mit heimatlichen Grüßen
Ihre Erika Wetzel,
Am Schafkamp 3,
27711 Osterholz-Scharmbeck,
Telefon: 04791 - 57290
Vor Lehrer Eisele (Bildmitte)
Hilde Schöttke, geb. Lemke,
rechts daneben: Else Mauritz, geb. Witt.
Musik und die Bären tanzten dazu, für
Geld natürlich. Das war der Auftakt zu
einer Zirkus-Vorstellung, die anschließend
stattfand. Dabei war natürlich
auch ein Clown, der seine
Späßchen machte. Else und Hilde
boten beim Auf- und Abbau des Zeltes
.... die beiden Freundinnen heute.
gerne ihre Hilfe an, die bereitwillig angenommen
wurde. Dabei fanden Sie
manchmal auch ein paar verlorene
Dittchens. Das ganze spielte sich auf
einer Grünfläche am Spritzenhaus ab.
Und das Spritzenhaus diente nicht
nur zur Aufbewahrung der Feuerwehrspritze,
so erinnert sich Hertha,
sondern es wurden auch erwischte
Diebe und Randalierer dort in einer
kleinen Gefängniszelle vorübergehend
eingesperrt. In der Wand befand sich
nur ein kleines Loch, sicher als
Luftloch gedacht. Für die Kinder war
das schon ein Ereignis, wenn jemand
einsaß. Manchmal bekam der Inhaftierte
von den Kindern ein Stück
Brot durch das Loch gereicht. Wenn er
dann am nächsten Tag vom diensthabenden
Wachtmeister in Handschellen
nach Fischhausen gebracht werden
sollte, bekamen die Kinder den
Häftling auch zu Gesicht.
Das Spritzenhaus befand sich im
sogenannten „Hinterdorf1, in der
Nähe vom „Hinterlemke“. Gemeint
war damit der Bauer Richard Lemke.
Im „Vorderdorf1 lag das Anwesen der
„Vorderlemkes“, Hildes Elternhaus.
Um die jeweiligen Lemkes zuzuordnen,
hatte man wohl diese Benennungen
ersonnen.
Eine willkommene Abwechslung
brachten 2 oder 3 Musiker ins Dorf. Einbis
zweimal im Jahr tauchten sie im
Sommer auf und die Bludauer nannten
sie die „Leskiens11. Vielleicht waren es
ihre Familiennamen? Hertha erinnert
sich, daß die Burschen aus Königsberg
kamen. Angetan mit einem schwarzen
Gehrock und steifem Hut. Ein Großer
und ein Kleiner. Der Kleine wollte oder
konnte nicht immer so spielen wie der
Große und bekam dann auch weniger
oder gar kein Geld. Sie spielten
„Waldeslust“, „Nach meiner Heimat
ziehfs mich wieder“ und die damals bekannten
und beliebten Lieder. Der
Große spielte auf einer Trompete und
der Kleine auf einer Blas (?). Auf dem
Rückweg zum Bahnhof Caspershöfen,
den die Kinder gern begleiteten, gab es
oftmals eine schöne Schlägerei zwischen
den „Leskiens“ wegen des ungleich verdienten
Geldes.
Ebenfalls für musikalische Unterhaltung
der Bludauer sorgte der „Grenz-Heinrich“
mit seinem Grammophon.
„Süll ek änne denn noch värspäle?“ war
seine Frage und schon stand er im
Hausflur und seine Grammophon-Musik
klang durch das Haus. Manchmal
spielte er für Brot. Ein anderes Mal
bekam er Geld ohne gespielt zu haben.
Wohl je nach Zeit, Lust oder Geldbeutel
des Publikums.
Zur Jahreswende waren dann
Brummtopf und Teufelsgeige dran zur
Brauchtumspflege. Mit den selbstgebastelten
Instrumenten zogen junge Leute
von Haus zu Haus und zupften und
Erinnerungen an Bludau