Der Samlandplan von 1938
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Kleberand, der einen ähnlichen Aufdruck
hatte und zusätzlich das
Ordensschild zeigte.
Aufgrund des Frontverlaufs zu dieser
Zeit kamen diese Karten und
Briefe nur noch bei den Truppen im
Heiligenbeiler Kessel, in der Festung
Königsberg und im Samland zum
Einsatz. Allerdings muß man die
Verteilungsprobleme dieser Zeit berücksichtigen.
So sind vielen Soldaten,
die dort im Einsatz
waren diese Karten
und Briefe unbekannt.
Vielfach blieben
diese Stücke bei
den Stäben und
Schreibstuben hängen
und wurden vorrangig
dort genutzt. Bei anderen
Einheiten erhielt
jeder Soldat
mehrere Karten oder
Briefe.
Leider ist nicht bekannt
geworden, wo
diese Stücke hergestellt wurden und
wie groß die Auflage war. Es kann aber
sicher gesagt werden, daß aufgrund des
Kriegsinfernos in diesen letzten
Wochen zahlreiche Poststücke nicht
befördert werden konnten, die Empfänger
nicht erreichten oder bei der
weiteren Flucht verlorengingen. Andere
wiederum wurden als vielleicht
letztes Lebenszeichen aufbewahrt und
gingen später den Weg allen Irdischen.
Daraus resultiert, daß diese Karten
und besonders die Briefe - neben
allem Erinnerungswert an eine schwere
Zeit - für Sammler Raritäten sind,
deren Preise nahe dem vierstelligen
Bereich liegen und bei Auktionen gehandelt
werden. Die abgebildete
Postkarte vom 9.3.45 wurde von einem
Angehörigen im Stabes des Feldersatz
Bataillon 195, das der 95. Infanterie-Division
im Samland unterstellt war,
an seine Frau geschrieben. Der abgebildete
Brief liegt nur als Kopie vor
Faltbrief,,OSTPREUSSEN-FELDPOST”
(Auktions-Katalog)
und ist am 30.3.45 bei der Feldpost gestempelt.
Von Ihren Karten und Briefen
nimmt der Verfasser gern Kopien,
auch der Textseite, zur Dokumentation
entgegen.
Elans-Georg Klemm
Die beabsichtigte Entwicklung
Rudaus im Rahmen des Samlandplanes
ergab sich aus seiner Nachbarschaft
zu Königsberg, das 1938 auf
rund 10.000 Hektar über 330 000
Menschen, das waren etwa 10 % der
Provinzbevölkerung, beherbergte.
Diese Massierung von Menschen war
aus verschiedenen, unter anderem
auch aus sozialen und militärischen
Gründen unerwünscht. Wegen der
natürlichen Pregelgrenze als Hindernis
wurde eine Entwicklung der
Provinzhauptstadt als Hafen- und
Universitätsstadt
in nördlicher Richtung,
also in das
Samland hinein
vorgesehen.1
Hier sollte das
Gebiet entlang des
Seekanals als Wirtschaftsachse2
gefördert
werden, während
sich nach
Norden die Wohnund
Erholungsachse
unter Einbeziehung
des
Bäderstrandes
entwickeln sollte. Der dafür geplante
Schnellstraßenbau führte unmittelbar
an Rudau vorbei. Eine Überführungsbrücke
war bei Kriegsbeginn fertiggestellt.
Als Arbeitskräfte waren ursprünglich
Arbeitsdienstmänner eingesetzt.
Auch während des Krieges
wurde an diesem Schnellstraßenbau
mit Hilfe von Kriegsgefangenen und
Fremdarbeitern weitergearbeitet. Die
Unterbringung erfolgte unter anderem
in einem Lager nahe dem Gut Sandhof
bei Rudau. Die Brücke stand noch im
Jahr 2000 unbenutzt in der
Landschaft. Durch diese geplante
Verkehrsanbindung- ohne die Kurven
und hinderlichen Ortsdurchfahrten
der Reichstraße Königsberg - Cranz -
hätte sich Rudau bei einem für
Deutschland günstigen Ausgang des
Krieges zu einer selbständigen größeren
Gemeinde mit neuen Siedlungsgebieten
mit allen notwendigen Funktionen
entwickelt. Der Ort Rudau
hätte in einem wirkungsvollen Spannungsverhältnis
zur Großstadt
Königsberg eigenständige
Aufgaben
wahrnehmen
können. Er
hätte zur Entlastung
und Auflockerung
des
Ballungsraumes
Königsberg beigetragen.
Die
Entfernung zur
Stadtgrenze mit
seiner Ringstraße
und zur Küste
wäre mit ca. 20 km günstig gewesen.
Diese Strecke hätte einer Fahrzeit von
etwa 20 Minuten entsprochen. Außerdem
war an dieser Nord- Süd Achse in
der Nähe des Dammteiches der
Aufbau einer neuen Königsberger
Universitätsstadt vorgesehen.
In einer herrlichen Landschaft, frei
von der Großindustrie am Seekanal,
abseits vom Trubel der Großstadt
Königsberg oder dem Cranzer Frem-18
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