Full text : Unser Schönes Samland

Hausrat wurden versandt: Medikamente,
 Nähmaschinen, Fahrräder, Rollstühle,
 Gehhilfen, Teppiche und so weiter.
Die Vorsitzende bedankte sich bei den vielen
 Spendern mit den Worten aus dem
Brief einer Betreuten: „Möge Euch allen,

 die spenden und sich Mühe geben,
uns hier eine Freude und große Hilfe zu
bereiten, Gott reichlich vergelten.“ Nähere
 Informationen unter „Ostpreußenhilfe
 e.V.’, Fichtenweg 1, 21224 Rosengarten.
 HP

aus „Preußische Allgemeine Zeitung - Das Ostpreußenblatt“ vom 28.05.2005

Gisela Peitsch, deren Leistungen im obigen
 Artikel beschrieben werden, arbeitet
 lieber im Hintergrund, es drängt sie
nicht nach öffentlichen Auszeichnungen,
Nächstenliebe ist der Motor, der sie antreibt.
 Anlässlich ihres 75. Geburtstages
am 28. Mai 2005 ließ sich eine öffentliche
 Ehrung jedoch nicht mehr vermeiden,
 der Bürgermeister ihres Wohnortes
Tötensen im Süden Hamburgs überreichte
 ihr die „Rosengarten-Goldmedaille“
für das fast 30 Jahre währende Engagement
 als Vorsitzende der Ostpreußenhilfe
e.V.
Frau Peitsch wurde als Gisela Kerwien
in Königsberg geboren — sie fühlt sich
jedoch seit ihrer Kindheit fast noch mehr
im Samland zu Hause. Gerne erinnert sie
sich an die schöne Zeit in Medenau, wo
sie bei den Großeltern viel Zeit verbrachte.

Ihr Einsatz für die Ostpreußenhilfe begann
 mit dem ersten Besuch im polnischen
 Teil Ostpreußens im Jahre 1976,
die schweren Schicksale in der alten Heimat
 ließen sie nicht ruhen. Mit der Unterstützung

 ihres Mannes Helmut, der als
Redakteur für die Öffentlichkeitsarbeit

sorgte, half sie die größte Not zu lindem,
vermittelte auch über 2000 Patenschaften.
 Auch jetzt kann und will sie sich noch
nicht zur Ruhe setzen.
Wir wünschen Frau Peitsch auch in der
Zukunft für ihre Aufgabe die Unterstützung
 vieler Menschen, denen Nächstenliebe
 und Hilfsbereitschaft am Herzen
liegt.

Ein edler Mensch zieht edle Menschen an

UND WEIß SIE FESTZUHALTEN.

J o h a n n W o l f g a n g v o n G o e t h e

66

Samlandbrief führte Qrünwalder Jugendfreunde

nach 60 Jahren wieder zusammen

Im

Samländischen Heimatbrief vom
Sommer 2004 entdeckte ich eine Suchanzeige
 von Frau Alma Kunze, geb.
Lemke, aus Schellhom/Schleswig-Holstein.
 Sie suchte Nachbarn und Freunde
aus ihrem Heimatort, dem Gut Grünwalde,
 das zwischen Heiligenkreutz und
Klycken am Rande des Wamicker Forstes
 gelegen war. Mein erster Gedanke:
Sollte das etwa unsere Spielgefährtin aus
glücklichen Kindheitstagen vor 60 Jahren
 in unserem Ferienparadies Grünwalde
sein? Ein Telefonanruf bestätigte die Vermutung.
 Sie war es! Die beiderseitige
Freude war groß und wir trafen uns mit
Ehepartnern noch im Herbst 2004 in
Göttingen, wo eine Zusammenkunft der
Heiligenkreutzer Schülerinnen und Schüler
 stattfand. Da wurden viele Erinnerungen
 aus der gemeinsamen Kindheit
und die Lebensgeschichten der Familien
Lemke und Gronau im Schnelldurchlauf
ausgetauscht.
Jede der beiden Familien hatte vier Kinder,
 die von den Müttern erzogen wurden,
 weil die Väter als Soldaten an der
Front waren. Familie Lemke war in
Grünwalde beheimatet, während die

Königsberger Stadtkinder Gronau im
Kriege alljährlich ihre Sommerferien dort
auf dem Gut von Onkel und Tante
Gettkant verbrachten. Natürlich waren an
den sorglosen Spielen in Wald und Flur
mit reichlicher Beerenemte hauptsächlich
 die älteren Kinder Alma und Christel
Lemke, Hans-Jürgen und Jochen Gronau
und andere beteiligt. Diese glückliche
Zeit endete mit dem Einmarsch der Roten
 Armee nach Ostpreußen. Familie
Gronau wurde im November 1944 nach
Sachsen evakuiert, Familie Lemke blieb
im Samland unter dem Sowjetregime und
wurde im November 1947 im Viehwaggon
 nach Thüringen „ausgesiedelt“.
So trennten sich unsere Wege für die folgenden
 60 Jahre. Unser geliebtes Grünwalde
 ist durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse
 total zerstört und überwaldet.
Die wenigen Überreste des Gutes haben
wir 1991 nur mit Mühe im Dickicht aufgespürt.


Dr. Hans-Jürgen Gronau
Luditzer Str. 11
37242 Bad Sooden-Allendorf

Schülerwettbewerb: 1. Preis 750,- Euro!

Die

Vereinigung ehemaliger Angehöriger
 der Friedrichsschule und Cecilienschule
 Gumbinnen veranstaltet jährlich
 einen Wettbewerb für Schüler zum
Thema Ostpreußen. Neben dem 1. Preis
können bei Vorlage mehrerer preiswerter
 Arbeiten auch Anerkennungs- und

Beteiligungspreise vergeben werden.
Der Anstoß zur Ausschreibung dieses
Schülerwettbewerbs ergab sich aus der
Erkenntnis, dass das Wissen bei jungen
Leuten heutzutage, was unsere Heimatprovinz
 betrifft, meist gegen Null tendiert.
 Dem wollen wir entgegenwirken 67