Full text : Unser Schönes Samland

— C/lücklicher Zufall

/*^%ach kurzem heftigen Bietgefecht
3 I I erhielt ein Heimatfreund aus un

^serem Landkreis den Zuschlag
für zwei Tassen mit Untertassen, wie auf
den Fotos abgebildet. Es handelt sich
dabei um zwei Objekte, die direkten Bezug
 zu unserer Heimat haben. Auf der
einen Tasse zeigt das Bildmotiv die Kirche
 von Amau mit Ansicht auf den alten
und neuen Pregel (Foto unten), die zweite
Tasse bildet die Kirche Wargen mit dem
Dorfteich ab (Foto rechts).
Die Bildmotive sind bestens erhalten.
Das Datum der Herstellung liegt etwa um
1850. Die vorhandenen Porzellanmarken
(blau unter Glasur) lassen auf eine Berliner
 Manufaktur als Hersteller schließen.

Es ist zu vermuten, dass die beiden Stücke
 Teile einer damals gefertigten Serie
sind. Es könnten also noch weitere Objekte
 im Handel sein. Also, liebe Landsleute,
 aufgepasst und öfter mal einen
Blick in die Schaufenster von Antiquariaten
 werfen. Die größten Erfolgsaussichten
 dürften im Raum Berlin gegeben
sein.

Carl Mückenberger
früher Stangau b. Waldau
Neißestr. 13
32425 Minden, Westf
Tel. 0571 - 46297

¿Nicktö veröckönt dad eigene wie dad Heben

der cAlitmendcken öo dekr, wie dad zur Qewoknkeit

gewordene 13edtreben, gut zu dein.

C.eiv J\l. Qraf; (Joldtoi

64 -

— „Not spricht aus jeder Zeile"

Diesjährige Jahreshauptversammlung der Ostpreußenhilfe e. V.

gntweder

Reparatur des Kochherds
oder Augenoperation - tragisches
Dilemma einer Deutschen in Masuren.
 Beides ist dringend nötig; aber für
beides zusammen reicht das Geld nicht.
„Was soll ich bloß machen? Bitte, bitte,
helfen Sie mir. Sie sind meine einzige
Hoffnung!“
Von diesem erschütternden
 Schicksal berichtete
 Gisela Peitsch, die
erste Vorsitzende der „Ostpreußenhilfe
 e. V.“, auf
deren Jahreshauptversammlung.

„Dies ist kein Einzelfall“,
 sagte die Vorsitzende.
 „Die altgewordenen
,Muttchen’ spüren am
meisten die Folgen der
Benachteiligung in den
langen Jahren nach dem
Krieg und die Härten der
neuen Marktwirtschaft
jetzt.“ So, oder so ähnlich
lauten die Hilferufe, die
die „Ostpreußenhilfe“ erreichen. Not aus
jeder Zeile - aber auch Dankbarkeit:
„Immer habe ich so viel Freude durch
Ihre Unterstützung, und ich fühle mich
dann nicht so einsam und verlassen.“
Es gibt auch Zeichen der Hoffnung für
die Verlassenen in dieser so fremd gewordenen
 Heimat. Unterstützung durch
die Vertriebenen und Geflüchteten in der
jetzigen Heimat. Vereine der Deutschen
im polnisch verwalteten Gebiet pflegen
die Gemeinsamkeit. Sie singen alte Lieder,
 plachandem, lachen und weinen -
ohne Verfolgung und Schmähungen wie
vor dem Fall des „Eisernen Vorhanges“.

Auch das Gedenken ist nun möglich.
Davon berichtete eine Aliensteinerin:
„Die schöne Jacke, die Sie mir geschickt
haben, ziehe ich zum Chorsingen bei der
Denkmalseinweihung in Groß Lemkendorf
 bei Seeburg an. Der Stein neben der
Kirche wird zu Ehren unserer Ermordeten

 während der Schreckenszeit 1945
errichtet.“
„Kann man bei alledem anders als weiterhelfen?“
 fragte Gisela Peitsch. Daß das
auch im letzten Jahr möglich war und
getan wurde, zeigte der Jahresbericht.
Ostern, Weihnachten und in besonderen
Notfällen erhielten 300 Familien in Ostund
 Westpreußen, Schlesien und Pommern,
 Bargeldhilfen von zusammen fast
40.000 Euro. In den 28 Jahren ihres
Bestehens hat die „Ostpreußenhilfe“ über
eine Million Euro verteilt. Außerdem
wurden 2004 insgesamt 112 Kleiderpakete
 verschickt. Neben Bekleidung und

Es sind oft auch nur Kleinigkeiten, die Freude bereiten: Qisela
Peitsch strahlt - wieder ist eine Hilfslieferung versandtfertig. Foto: Ftp 65