Full text : Unser Schönes Samland

chronik. Nach der Erinnerung von Herrn
Fritz Huuck, Sohn des verstorbenen
Erich Huuck, ging es damals wohl um
andere Dinge, als nur zusammen fröhlich
 zu sein und zu schabbem. Es ging
um Bescheinigungen, Beglaubigungen
oder eidesstattliche Erklärungen, wenn
Papiere verloren gegangen waren, und
um Lastenausgleich, der bei weitem nicht
ausglich, was man verloren hatte. Leider
gibt es keine weiteren Unterlagen über

diese wichtigen Arbeiten. Sicher wurde
dabei auch Privates gesprochen, sich gegenseitig
 sein Leid geklagt oder auch Mut
zugesprochen. Auch das alles waren
Grundlagen für spätere Zusammenkünfte
 unserer Landsleute.
Nach dem Tode von Herrn Erich
Huuck übernahm Herr Richard Lemke
(der Hinterlemke) diese wichtige Aufgabe
 und führte sie nach den damaligen Bedürfnissen
 weiter. Als dritter Ortsvertreter
stellte sich von 1987 bis 1989 Herr Artur
Schalt zur Verfügung. Er scheute keine
Mühe, bei den Bludauem viele alte Bilder
 einzusammeln und Erinnerungen und
Erlebnisberichte der Überlebenden aus
der Bludauer Zeit zusammenzutragen.
Leider konnte dies alles nicht vollständig
 das alte Bludau aufzeigen, da nicht

sehr viel Material vorhanden war. Mit
dem Gedanken, Bludau in einer Chronik
 lebendig zu erhalten, schrieb er vieles
 aus dem Dorfleben aus seiner eigenen
 Erinnerung auf. Immer wieder wurden
 auch unsere Älteren aufgefordert, bei
dieser Aufgabe mitzuhelfen. Leider
konnte er aus gesundheitlichen Gründen
diese Arbeit nicht beenden. Er verstarb
1994.
Die Arbeit an der geplanten Chronik

übernahm nach einem Jahr
Frau Edith Lemke aus
Caspershöfen. Auch sie hat
diese Arbeit mit Sachkenntnis
 und Fleiß ein großes
Stück vorangebracht. Sie
verfasste ein paar Jahre lang
auch sehr fantasievoll unsere
 speziellen heimatbezogenen
 Bludauer Geburtstagsgrüße
 an alle Bludauer
Gemeindemitglieder, die wir
in unserer inzwischen auf ca.
110 Kontakte angewachsenen Adressenliste
 hatten.
Leider verstarb sie im Jahre 2000,
ohne diese wichtige Arbeit an der Chronik
 beenden zu können. Allen vorweg
genannten Landsleuten gilt unser herzlicher
 Dank für ihre so wichtigen geleisteten
 Arbeiten.
Als vierte Ortsvertreterin wurde 1989
Frau Erika Wetzel gewählt. Sie kam erst
1984 in Kontakt mit den ehemaligen
Bludauern. Was daraus entstanden ist,
haben Sie, liebe Freunde, in den vergangenen
 Jahren miterarbeitet.
Um den Landsleuten zu den Weihnachtsfesten
 eine Freude zu bereiten, verfasste
sie heimatbezogene Gedichte und Geschichten
 samt Rückblick auf das
vergangene Jahr und schrieb die Berich-Nun

 fehlt nur noch der Kaffee: Die Bludauer Kaffeetafel Foto: priv.

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te von den Bludauer Ortstreffen. Nach
dem leider zu frühen Tod von Edith
Lemke übernahm sie auch wieder die
Erstellung und Versendung der Geburtstagsgrüße.
 Zu hohen Ehejubiläen und
Trauerfällen wurden Blumengrüße gesandt
 oder persönliche Teilnahme bekundet.

Das prägendste Erlebnis war wohl mit
Sicherheit die Gemeinschaftsreise 1992
nach Bludau. Alle hatten wohl ein bisschen
 Angst davor, was uns dort erwarten
würde, jedenfalls lagen teilweise die
Nerven blank. Es wurde anschließend
ausführlich im Heimatbrief darüber berichtet.
 Aus diesem Besuch ergab sich
auf Anregung von russischer Seite die
Errichtung des Denkmales für die ehemaligen
 Bludauer und die gefallenen
russischen und deutschen Soldaten. Über
die Einweihung der Gedenkstätte wurde
1995 ebenfalls ausführlich im Heimatbrief
 berichtet. Auch das war eines der
ergreifendsten gemeinsamen Erlebnisse,
die im Gedächtnis haften bleiben.
Im Jahre 2001, ein Jahr nach dem leider
viel zu frühen Tod von Edith Lemke,
wurde Frau Wetzel auf Wunsch der Ortsgemeinschaft
 mit der weiteren Arbeit an
der begonnenen Dorfchronik betraut.

Mit breiter Unterstützung der ehemaligen
 Bludauer konnte diese Gemeinschaftsarbeit
 2003 zu Ende geführt werden.
 Das Buch fand seine Abnehmer, und
nicht nur bei den Bludauem, es ergaben
sich dadurch einige interessante Kontakte.


Zum Abschluss unserer Feierstunde
wurde unseren Seniorinnen Frau Meta
Langel, geb. Buhrandt, Frau Jutta
Wiegand, geb. Kecker, Frau Gertrud
Kupczyk, geb. Framke und Frau Charlotte
Woycie-chowski, geb. Reichert als Dankeschön
 eine Zusammenfassung der
„Zwanzig Jahre Ortstreffen“ in Buchform
überreicht. Unsere ausgezeichneten Gastgeber
 in all den Jahren, die Familie Hackmann,
 bekam als Dankeschön einige von
Heinz Zander und Alfred Dumschat gerahmte
 große Gruppen- und Familienbilder
 zur Erinnerung.
Mit Dank an alle Teilnehmer wurde
diese Feierstunde beendet und der weitere
 Tag zum Schabbem freigegeben, der
dann, wie immer, reichlich genutzt wurde
 und trotzdem noch zu kurz war. So
wurde es schnell Abend und bei einem
(oder auch zwei) Glas Wein kam da eine
Untat zu Tage, die schon mehr als sech- 37