Full text : Unser Schönes Samland

Jahre und unsere Glückwünsche erreichten
 sie mit unserem Heimatbrief „Unser
schönes Samland“ - 170. Folge.

Da sie an unserem Treffen nicht teilnehmen
 konnte, hatte sie sich vorher mit
Horst Siebert in Verbindung gesetzt und

uns zum Kaffee mit selbstgebackenen
Torten von den „Emmann-Damen“ im
„Emhof1 eingeladen. Herzlichen Dank!
Einen besonderen Tischschmuck hatte
Willi Schmidtke in seinen letzten Lebenstagen
 in Form einer Litfass-Säule mit
heimatlicher Reklame „Café am Schlossteich“,

 „Marzipan aus Königsberg“, „Remonte-Markt
 Gut-Trömpau“, „Vorträge
in der Albertina“, „Lichtspielhäuser“,
„Fischmarkt“ mit näheren Angaben für
uns mit seinem handwerklichen Können
gebastelt. Wir danken!
Gerda Sauerberg informierte uns anhand

 ihr zugesandter Briefe.
Christel Bewemick und Liesbeth
 Sallmann erfreuten uns
mit Vorträgen, auch in heimatlicher
 Mundart.
Elli und Erwin Bordiert
haben in diesem Jahr ihr „Goldenes
 Ehejubiläum“ gefeiert
und verwöhnten uns, ganz
überraschend, mit Sekt und
Abendbrot. Für diese Großzügigkeit
 ganz besonderen
Dank.
Es wurde noch viel geschabbert
 und mit den besten Wünschen
 für das 25. Treffen sagten wir
„Gute Nacht“.

Eure Krumteicher Edeltraut
Akazienweg 1
37269 Eschwege

Das Jubelpaar Elli und Erwin Bordiert beim fröhlichen Zuprosten
 im Kreise der Trömpauer Foto:pnv.

— Liebe Bludauer Heimatfreunde!

Das

letzte Jahr ist so .schnell vergangen
 und nun huckten wir am 10. und
11. Juni 2006 all wieder in unserem
Stammlokal zusammen und das jetzt
schon zum zwanzigsten Mal. Aus diesem
 Grunde hielten wir am Samstagnachmittag
 eine feierliche Stunde ab, bei
der auch der Ehrenvorsitzende der Kreisgemeinschaft
 Fischhausen, Herr Louis
Ferdinand Schwarz, anwesend war, der

unserer Gemeinschaft alles Gute und
weiterhin Erfolg wünschte. Wir konnten
 auch zwei „Neulinge“ bei „de Bludauer
 Familje“ begrüßen:
Zum ersten Male war zur Überraschung
einiger Bludauer eines der Bludauer
„Kinder von damals“ zu uns gekommen:
Das Jungchen von unserem Dorfschuster
Wilhelm Azpodien, der Lothar, geboren
1941. Nach vorausgegangenem ausgie­34



bigem Telefonkontakt war jetzt Gelegenheit
 zum persönlichen Kennenlemen. Es
war sehr erfreulich, dass unsere Seniorinnen,
 trotz eingeschränkter Gesundheit,
die Mühe der Anreise auf sich genommen
 hatten, um mit ihrem Wissen um
unser altes Bludau hier
wieder anwesend zu sein.
Denn von ihnen konnte der
Lothar eine Menge vom alten
 Bludau mit seinem Alltagsleben
erfahren. Und trotzdem sind noch
so viele Fragen offen geblieben.
Und dann kam da noch so ein „Kleiderschrank“
 flotten Schrittes in den
Raum. Hängt de Mütz aufem Haken,
kuckt sich suchend um und macht den
Eindruck, als ob er nicht weiß, ob er aufe
richtje Feier is. Auf meine Frage, ob er
jemand suche, sagte er: „Ja, die Bludauer.“
„Na, denn sind Sie hier richtig!“ Aber er
erkannte auf Anhieb niemand der einundzwanzig
 Anwesenden und ihn erkannte
auch niemand. Ja, die lange Zeit hat ihre
Spuren bei allen hinterlassen. „Ich bin
der Alfred Schiffke aus Forken“. Nach
einer Vörstellungsrunde war dann das Eis
gebrochen und alte Kontakte konnten neu
geknüpft werden.
Dieses Treffen war für uns alle eine
besondere Zusammenkunft. Konnten wir
doch Rückschau halten auf gemeinsame
freudige, aber auch traurige Erlebnisse.
Die Feierstunde begannen wir mit „unserem“
 Lied: „Land der dunklen Wälder.“
Anschließend gedachten wir der verstorbenen
 Heimatfreunde. Es waren einundzwanzig
 liebe ehemalige Nachbarn und
Freunde, die sehr gerne in diesem Kreise
 zusammen waren und die jeder auf
seine Weise viel dazu beigetragen haben,
ihn zu dem zu machen, was er heute ist:
Eine lebendige „Familje“. Sie alle wurden

 in dieser Stunde namentlich genannt
und fehlen uns sehr, leben aber in unserer
 Erinnerung weiter. Das Gedenken galt
auch den verstorbenen Angehörigen, (die
angeheirateten Bludauer) die ihre Bludauer
 Partner getreulich zu den Treffen
____ begleiteten und einfach dazugehörten.


Ebenfalls galt das Gedenken
 unseren Landsleuten,
 die nach Kriegsende in
Bludau verstorben und begraben
sind. Für sie und alle gefallenen Soldaten
 durften wir in Bludau / Kostrowo
1995 ein kleines Denkmal errichten.
(Dessen Pflege noch manchmal problematisch
 ist.)
Grüße zu dieser Feier ließen ausrichten:
 Kurt Neumann und Frau von der
Siedlung, Margarete Brall aus Caspershöfen,
 Willi Stornier und Frau und Dora
Kuschka, geb, Eggert aus Caspershöfen
mit ihrem Mann Günter. Sie konnten
leider nicht teilnehmen, weil das festgesetzte
 Datum verschoben wurde und sie
schon andere wichtige Pläne gemacht
hatten.

Die Rückschau umfasste den Beginn
des Zusammenfindens der Flüchtlinge
und Vertriebenen nach Kriegsende. Der
erste Ortsvertreter für Bludau war nach
Information von Artur Schalt, Herr Erich
Huuck aus Caspershöfen. Er hatte sich
zur Verfügung gestellt, um die Erfassung
der Überlebenden unserer Gemeinde zu
registrieren und Informationen über Vermisste
 und Gefallene in einer geretteten
Volkszählungsliste von 1939 einzutragen
und sie damit zu erweitern. Diese Liste
wurde ein wichtiger Bestandteil unserer
Adressen-Quelle zu unserem ersten Ortstreffen
 und der später erstellten Dorf- 35