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Dorflose Steppe mit blauen Lupinen.
Filzstiefel, die feuchtigkeitsdurchlässig
wurden.
Anatolij Bachtin schreibt in seinem Buch
„Vergessene Kultur, Kirchen in Nordostpreußen
über den Ort Thierenberg: „Nach
dem Krieg waren Dorf und Kirche vollkommen
intakt. Aber 1946 begann man in diesem
Gebiet mit dem Bau eines Flugplatzes,
der drei Jahre dauerte. Es gab einen
Beschluss für die Gewinnung von Baumaterial,
die Gebäude der umliegenden
Dörfer abzutragen. Damals wurden auch
Dorf und Kirche Thierenberg abgerissen.
Von der Kirche blieb nur das Fundament.
Es wurde 1987 beseitigt, um einen Bauplatz
für einen Kunstdüngerspeicher vorzubereiten.
Dabei wurde auch der Friedhof
beseitigt Als man davon erfuhr, wurden
die weiteren Arbeiten abgebrochen. “
Aufgrund dieses sicher glaubwürdigen
Berichtes versteht man besser, warum die
Steppe sich schon fast 60 Jahre ausgebreitet
hat. Nach der Schneeschmelze gibt es
sehr viele stehende Gewässer, sogenanntes
„Landunter“, weil
die meisten Entwässerungen
nicht mehr intakt
sind. Darum sind
Teiche und kleine Flüsse
verschwunden. Alte
Bäume in der Landschaft
wurden zu
Brennholz gemacht So
kommt es denn, dass
jegliche Erkennungsmerkmale
fehlen. Es
sind zwar noch verwachsene
Wege vorhanden,
aber es weiß
von den heutigen Bewohnern
niemand
mehr, woher sie kamen
und wohin sie führten.
Heike und ich waren in einem gewachsenen
Naturbiotop namens Kolodcy und
suchten nach einer Stecknadel im Heuhaufen.
Auf der Rückfahrt von Kolodcy
(heutiger Name des Gebietes, wo früher die
Dörfer Pojerstieten, Kobj eiten und das Gut
Kalk standen) fuhren wir in den Ort
Georgenswalde, wo unsere deutsch sprechende
Begleiterin Nina wohnt. Sie haben
dort ein Haus gekauft und es selbst umgebaut.
An zwei Abenden hatten wir Gelegenheit
zum Baden am Ostseestrand von Rauschen
und konnten auch die Sonnenuntergänge
in aller Schönheit erleben, wir sind
am Wellensaum entlang gelaufen, haben
über die Schulter geschaut, wie die Spuren
verwischen. So entstehen die Bilder in der
Seele, die einem niemand nehmen kann.
Rudi Jonischkeit
Lessingstraße 12
72663 Großbettlingen
Foto: Jonischkeit
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— Erinnerungen an Pilikoppen
c v m Mai 1944 hatte mein Vater
C Erwin, der jüngste Sohn von Franz
^✓ Toll und Johanna Haupt aus
Pilikoppen, Urlaub vom Sperrbrecher in
Lorient an der Atlantikküste. Deshalb
fuhr er mit mir, ich war damals sechs
Jahre alt, per Personenzug bis Berlin und
weiter mit einem Militärzug, der deutsche
Soldaten an die Ostfront brachte,
nach Königsberg. Ich erinnere mich heute
nicht mehr, wie die restliche Fahrt zum
Vater und Grossvater nach Pilikoppen
verlief, wahrscheinlich fuhren wir wohl
- wie meistens - übers Haff bis Rossitten.
Ein wesentlicher Grund für diese Reise
war, dass Erwin seinen Vater und seine
Stiefmutter Margarete Schneider nach
Cuxhaven holen wollte. Da wir jedoch
auch einige Tage in Pilikoppen in himmlischer
Ruhe verweilten, gingen wir viel
spazieren.
An einem dieser Tag verließen wir das
Haus meines Großvaters und gingen über
die fruchtbaren Felder auf Epha’s Höhe
zu und erklommen den einst so gefährlichen
Berg, d.h. die früher so drohende
Düne. — Ich drehte mich erst um, als wir
oben ankamen. Welch Spektakel bot sich
mir! Wie zum Greifen nahe lagen die
Häuschen eines phantastischen, unwirklichen
Landes vor mir. Und wie klein
waren die Keitelkähne, richtiges Spielzeug.
Ich wünschte mir, dorthin fliegen
Die Ephas Höhe selbst ist hier wunderbar zu sehen. Der Weg bzw. die Dorfstraße, die aus dem Wald
am Fuß der Ephas Höhe zu kommen scheint, führt nach rechts ins Dorf.
Das erste Haus, zum Teil von Bäumen verdeckt, ist das Haus des Qrossvaters Franz. Die Qebäude
rechts davon und auch davor sind die Elternhäuser und Häuser meines Onkels Otto und seiner Kinder
sowie Willy Föges und meines Vetters Armin, der sich seit Kriegsende sehr um sein Dorf verdient
gemacht hat und sich immer noch verdient macht. Foto: priv. 69