Tee mit Machandel für alle
elga zog energisch an der Klingel
trüber dem runden Tisch. Das hieß
4A^/für Ossi, den Wirt: eine Runde
Tee“init Machandel. „Wohl bekomm’s,
ihr Lieben“, sagte er gleich darauf, das
Tablett mit acht kleinen Teetässchen mitsamt
seinem Bauch elegant von einer
Dame zur anderen schwenkend. Helga
warf ihre graue Mähne zurück und
schnupperte genießerisch an diesem seltsamen
Gebräu. Dann inhalierte sie es kurz
entschlossen ein. „Oh“, meinte sie etwas
erschrocken, „war ich zu schnell? Ich
habe mich heute wieder so über diesen
Verinski geärgert, so ein Lackaffe. Aber
ich habe ihm Feuerwerk gegeben. Natürlich
fällt das morgen auf mich zurück,
aber es war äußerst befreiend. Er ist und
bleibt ein Ekelpaket“, sie ließ noch ein
paar Kleinigkeiten heraus. Aber alle
grienten nur, alle wussten, dass es einfach
Tage gab, die ohne Haken mit Widerhaken
nicht auskamen. Sie trafen sich
an jedem dritten Montag im Monat. Wer
Zeit hatte kam, wenn nicht, so war’s auch
gut. Sie waren acht. Zusammengewürfelt
aus verschiedenen Berufen und aus
allen Gegenden Deutschlands. Und was
noch interessant war, sie waren im Charakter
und im Alter so unterschiedlich,
dass es immer wieder neue Aspekte gab.
Denn nur Büro, nur Computer, Datenverarbeitung,
Haushalt und, und, und...,
da brauchte man so was wie dieses hier.
Da musste einfach mal wieder unter der
Oberfläche geschürft werden.
Helga arbeitete am Flughafen. Susanne
und Hellwig hatten, weil arbeitslos und
beide aus der Branche, eine Versicherungsagentur
übernommen. Sigrid
ärgerte sich mit Datenverarbeitung herum.
Gisela steckte in der Verwaltung.
„Mahnwesen, ein grausliges Zeug“,
stöhnte sie jedes Mal, „aber bald bin ich
Rentner!“ Die einzige Unabhängige war
Schirokko, die eine Parfümerie am Markt
unterhielt. Sie wirkte stets wie ein heraldischer
Clown, bunt und extravagant
angezogen, klein und quirlig, kam daher
wie der Mittelmeerwind und sorgte für
Überraschungen. Sie war umgeben von
einer Woge Duft. Hier probierte sie auch
aus, welcher Duft zu ihren Kundinnen
passen könnte. Ossi stöhnte zum Schluss
nur noch, dass sie ihm seinen ganzen
schönen Laden verdürben, den er sich so
mit Mühe aufgebaut hätte. Aber trotzdem
liebte er alle, genauso wie es Lena,
seine Frau, tat. Sie saß meistens zum
Schluss mitten in der Damenrunde und
ließ endlich mal ihre Gutdauermiene herunterfallen.
„Oh, Kinder“, stöhnte sie
dann, viel mehr durfte sie wegen Ossi
und der Gäste nicht sagen.
Dann war da noch Karin, sie kam
irgendwoher aus dem Osten, war auch
nicht weiter wichtig. Trotzdem war sie
in dieser Runde so notwendig wie der
Tee im Machandel. Sie übersetzte Bücher.
Sie war perfekt in Spanisch, Italienisch,
Französisch und Englisch. Jetzt
quälte sie sich in einem Abendkurs mit
Russisch herum.
Und dann war da noch Angela. Sie hatte
einen italienischen Vater und eine deutsche
Mutter. Ihr schwarzer Engelskopf
mit den kleinen funkelnden Augen eines
Teufelchens bewegte immer irgendwelchen
Blödsinn. „Das braucht jeder
Mensch zum Überleben“, behauptete sie.
Sie hatte vier Kinder von vier bis vierzehn.
Zwar Nur-Hausfrau, aber sie war
wie ein Rundumpaket. Sie sorgte für
aufgefundene Tiere, kümmerte sich um
ältere Menschen, betreute Ausländer. Sie
war immer ansprechbereit, dankbar für
.
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f.-Neuheit - Neuheit - Neuheit- Neuheit - Neuheit - NeuheitA
n
Ostpreußenkalender 2006
Herbert Laubstein hat für die Heimatkreisgemeinschaft
KönigsbergLand (Pr.)
e.V. erstmals einen Ostpreußenkalender
mit schönen Motiven aus unserer Heimat
erstellt.
Dieser schmucke Kalender, den man
ab sofort erwerben kann, ist ferner ein
schönes Geschenk und kann zum Sonderpreis
von 10,50 Euro einschließlich
Porto und Verpackung bei Herbert
Laubstein, Amselstraße 29, 58285
Gevelsberg, Tel./Fax 02332/80577 bestellt
werden.
Der finanzielle Erlös wird ausschließlich
für die Ausstattung unseres Heimat-Museums
in Minden verwendet.
I
Bilder
aus
Ostpreußen
2006
'J
alles, was von außen auf sie zukam.
Hellwig hatte sie mitgebracht, dabei eine
Familienversicherung abgeschlossen.
In der ersten Stunde war am Tisch ein
Tohuwabohu. Jede musste zuerst mal ihren
Alltag abspulen. Zwischendurch rief
mal wieder jemand nach Tee mit Machandel.
Die kleine Abendkarte machte
dabei die Runde. Gespeist wurde je nach
Lust und Geldbeutel. Dann wurde es allmählich
ruhiger, so als wäre allen die Luft
ausgegangen. Eine Stimme blieb heute
jedoch im Raum „ ... und dann zogen
wir schon morgens unseren Badeanzug
an, hakten den Bademantel von der Garderobe
und ab ging es. Möglichst noch
barfuß. Von weit glitzerte Wasser, der
Übergang zum Himmel ließ sich nur ahnen.
Es roch nach See. Der Sand war so
heiß wie ein Bügeleisen. Ohne Schuhe
war es akrobatisch, zum Wasser zu gelangen.
Die Sonne flimmerte, es flirrte
in der Luft, das Wasser reflektierte von
grün über gelb bis ins Blau.
Zunächst suchtest du dir aber deine
Burg. Hattest du noch keine, musstest du
dir eine schaufeln. Ein hartes Stück Arbeit.
Wenn du Glück hattest, fandest du
wohl einen gut aussehenden, braungebrannten
Athleten, der das spielend für
dich erledigte. Aber das war eine riskante
Sache. Meistens beanspruchte er dann
ein Plätzchen auf deinem Handtuch. Da
war es meist besser, wenn du es alleine
machtest. Um Besitzerrechte sicherzustellen,
musste man natürlich irgendwelche
Beziehungen hersteilen, in Form
von Steinen, Muscheln, Tang, verbun--------
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