Zur Qründung von Pojerstieten
T
Am
24. Oktober 1384 verlieh der Bischof
Heinrich II. von Samland der
Ortschaft „Poarstitten zur Cainnerampt
Tirabergk“ 40 Hufen. Dieses Datum dürf-Dokument
aus dem Jahre 1384
erhalten die Einwohner des Dorfes gegen
Zahlung von Zinsen, außerdem ist
die Hälfte des Honigs abzugeben. Den
Einwohnern wird auch das Fischen erlaubt,
der Originaltext: „..auch vorleyhenn
wir den Einwonem des Dorffs von sonderlichem
gnadenn das sye mögen
vischenn in den flissen die bynenn Irenn
grenitzenn seyn, aus genommenn In dem
Mollteiche Zu dem Kalcke.“
Mit 40 Hufen, das sind etwa 680 ha,
gehörte Pojerstieten zu den größeren Ortschaften
im Samland. Dem Kirchort
Kumehnen wurden 1390 lediglich 22
Hufen, darunter 4 Pfarrhufe, verliehen.
Pojerstieten existiert heute nicht mehr.
Lediglich zwei Hochsilos erinnern noch
heute an den malerisch am Forkener
Fließ gelegenen Ort, in dem im Jahre
1939 367 Personen wohnten.
te der Gründungstag der Ortschaft
Pojerstieten sein, die zu damaliger Zeit
zum Kammeramt Thierenberg gehörte.
Als Grenze wurde genannt: Eine Hainbuche
auf einem Berg nahe Kobj eiten,
eine Eiche des Waldes „Wyssekeit“ bei
Norgau, eine weitere
Eiche bis runter
zum Fließ, Richtung
Kumehnen zu einem
Pfahl und weiter nach
Nastrehnen zu einem
weiteren Pfahl, der
am Acker des Cretzemers
aus Kumehnen
steht. Ausgenommen
ist das Gehöft Kalk
(„Mollners gehöffde
vonn dem kalcke mit
dem Mollteiche“).
Der Dorfschulze
erhält 4 Hufen, die
anderen 36 Hufen
Karl Willamowius
Rua Pedro Bonesio, 376
37410-000 Tres Coraçôes
Brasilien
Das Forkener Fließ bei Pojerstieten Fieute
Foto: K. Willamowius
Landkreis Königsberg/Pr. - ein Entwicklungsabriss ——
alles vorhanden. Diese starke Beziehung
zeigte sich selbst nach der Aufhebung des
Besucherverbotes des sowjetisch annektierten
Teiles von Ostpreußen. Der erste
Besuch galt dem Heimatort und meist
zeitgleich „unserer Stadt“. - Das gilt
gleichermaßen für Schul- und Klassentreffen
weiterführender Bildungsanstalten
Königsbergs bis zum heutigen Tage.
Die Nähe zu Königsberg hatte für den
gleichnamigen Landkreis jedoch auch
besonders große Nachteile, nämlich die
riesigen Gebietsabtretungen im Laufe der
Jahre an. die Stadt. Diese begannen
erstmals im Jahre 1905 und nahmen 1933
und zuletzt 1939 existenzbedrohende
Ausmaße an. Diese sind der heutigen
Erlebnisgeneration weitgehend unbekannt.
Selbst in Heimatstuben sind letzte
Gebietsveränderungen nicht berücksichtigt
worden.
Es waren in der Reihenfolge der
zuvor genannten Jahreszahlen: Haffstrom,
Godrienen, Wundlacken, Altenberg,
Palmburg, Schönfließ, Adlg.
Neuendorf, Prappeln, Seligenfeld, Lauth,
Der
Landkreis Königsberg umgibt die
Provinzhauptstadt östlich halbkreisförmig.
Seine Konstituierung geht
auf das Jahr 1815 zurück. Dem damaligen
„Schaakenschen Großkreis“, der das
Samland umfasste, gliederte man das
Amt Neuhausen und Gebiete südlich des
Pregels von Kobbelbude bis Gr. Lindenau
hinzu. Daraus entstanden durch Teilung
die Landkreise Fischhausen und
Königsberg. Damit trug man der wirtschaftlichen
Entwicklung und der besseren
Überschaubarkeit Rechnung. Im Gegensatz
zum Landkreis Fischhausen, der
mehrere Städte in seinem Gebiet beherbergte,
besaß der Landkreis Königsberg
keine Stadt. So war von Anbeginn die
Anlehnung an Königsberg vorprogrammiert.
Das Gebäude der Kreisverwaltung
lag in der Stadt - zuletzt in der Königsstraße
26. Das beigefügte Farbfoto zeigt
den Vorkriegszustand.
Im Laufe der Jahre wurde die Beziehung
zu Königsberg immer enger. Sie
wurde „unsere Stadt“. Alle Straßen, Eisenbahn-
und Buslinien liefen hier zusammen.
Man kaufte dort
ein. Viele besuchten die
Mittel-, Ober- oder Handelsschule.
Dabei spielte
es kaum eine Rolle, ob
man von Schaaken, Postnicken,
Heiligenwalde
oder von Kobbelbude,
Fuchsberg und Groß
Lindenau aus anreiste.
Selbst viele Arbeitsplätze
in Handwerk, Handel
und Industrie fanden die
Menschen des Umfeldes
hier. Auch für die medizinische
Versorgung war Landratsamt, Königstraße 56
Foto: Lorenz Qrimoni
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