Ordensburg Schaaken,
helfen Sie mit, ein deutsches Kulturgut zu bewahren
Ostpreußen,
Preußens Kernland, 800
Jahre deutsche Geschichte, bezeugt
u. a. durch die Fülle von großen und kleinen
Ordensburgen. Seit der Vertreibung
der deutschen Bevölkerung am Ende des
Zweiten Weltkriegs sind diese Bauwerke,
besonders soweit sie in der russisch
administrierten Oblast Kaliningrad liegen,
gleichermaßen wie die Kirchen und
jede andere deutsche Architektur einem
mehr als 50 Jahre dauernden Verfall
preisgegeben. Viele sind inzwischen unrettbar
verloren.
Die kleine Ordensburg Schaaken, nördlich
von Königsberg am Fuß des Kurischen
Haffs gelegen, kann gerettet werden.
Nach den Chroniken ist sie um 1270
vom deutschen Ritterorden in bedrängter
Situation auf den Resten einer prazzischen
Wallburg errichtet worden.
Durch diese ‘Notgeburt’ erhielt die Burg
eine für die sonstigen Ordensbauten
untypische, polygonale Architektur.
Bereits zur Ordenszeit wurde Schaaken
zu einem regionalen Verwaltungszentrum
und behielt diese Funktion auch im
späteren Herzogtum Preußen bei. 1945
haben die letzten deutschen Bewohner
die Burg unversehrt hinterlassen.
Worum es uns geht:
Der Förderverein Ordensburg Schaaken
e.V hat es sich zur Aufgabe gemacht, den
fortschreitenden Verfall zu stoppen und
in der alten Burg ein zukunftsweisendes
Vorhaben Wirklichkeit werden zu lassen.
Zunächst muss es darum gehen, die noch
vorhandene Bausubstanz dieses kulturhistorisch
bedeutenden Bauwerks zu erhalten.
Dann soll die Burg schrittweise
wieder aufgebaut werden und im Inneren
ein deutsch-russisches Begegnungszentrum
entstehen. Tagungen, wissenschaftliche
Symposien und Jugendbegegnungen
sollen Schaaken zu einer Stätte
des wissenschaftlichen und kulturellen
Austausches zwischen Deutschen und
Russen werden lassen. Die Burg ist mehr
als andere Baudenkmäler dazu geeignet,
die Geschichte der Prassen, des Deutschen
Ordens, Preußens und Russlands
wieder lebendig werden zu lassen. Schaaken
ermöglicht einen Streifzug durch 800
Jahre ostpreußischer Geschichte.
Bei diesem Vorhaben bitten wir alle,
die guten Willens sind, um ihre Mithilfe.
Ansprechpartner für Informationen über
die Arbeit des Fördervereins Ordensburg
Schaaken und die Möglichkeiten der
Unterstützung:
Axel Doepner
Am Ostbahnhof 14
40878 Ratingen
Tel./Fax: 02102-844668
2Ber seinen (Rächten verurteilt, ber fann irren.
2Ber it»m vergebt, ber irrt nie.
Änrl jjeinrid) Sßaflflcrl
J
Der weite Weg nach Palmnicken und zurück
Als
wir im Februar unsere Reise
nach Rauschen buchten, hätten wir
es uns nicht träumen lassen, dass die
Reisebedingungen sich derart verschlechtern
würden. Am Anfang schien auch
alles gut zu laufen, wir wollten mit dem
Zug bis Königsberg fahren und vorher
in Danzig einmal umsteigen. Doch dann
kam die Nachricht, der Zug fährt nicht
mehr über Danzig, sondern nur über
Posen mit Umsteigen nach Warschau, von
dort nach Allenstein, umsteigen nach
Braunsberg, dort wieder umsteigen und
weiter nach Königsberg. Eine kleine
Reise durch Europa, warum nicht gleich
über Moskau, das wäre vielleicht einfacher
gewesen. Also haben wir die Reise
storniert. Im Internet tauchte dann im Mai
doch ein Zug nach Königsberg auf - über
Danzig - mit Umsteigen in Braunsberg
eventuell. Von unserer Gruppe blieben
nur noch zwei Leutchen übrig, die diese
Reise unternehmen wollten, also fuhren
wir zu zweit.
Mitte Juli war es dann so weit, es konnte
losgehen. Auf dem Bahnhof Berlin-Lichtenberg
suchten wir den Zug nach
Danzig auf dem Fahrplan vergeblich. Er
war nicht ausgeschildert. Nachfrage bei
der Auskunft der Deutschen Bahn AG:
„Sie müssen in den Zug nach Kiew einsteigen,
die letzten drei Wagen werden
unterwegs umgekoppelt nach Danzig.“
Der Bahnsteig für 'den Zug nach Kiew
glich einem Heerlager, so viel Gepäck
führten die Russen mit sich. Säcke und
Pungel über Pungel. Man fühlte sich in
Nachkriegszeiten versetzt.
Unsere drei Waggons nach Danzig
waren nicht ausgelastet, es war viel Platz
in den Liegewagen. Der polnische
Schaffner riet uns dann, besser schon am
anderen Morgen in Dirschau umzusteigen,
um den Zug nach Braunsberg zu
bekommen. Gesagt, getan. So warteten
wir dann 2 Stunden in Dirschau auf den
nächsten Zug, hatten aber einen sehr gesprächigen
Schweizer auf dem Bahnsteig,
der mit uns wartete und der auch nach
Königsberg wollte, so dass es nicht langweilig
wurde. Weiter dann nach Braunsberg.
Hier dasselbe, langer Aufenthalt mit
Gesprächen mit dem Schweizer Ornithologen
und endlich der Zug nach Königsberg.
Je weiter wir nach Osten kamen,
um so älter wurden die Züge. Nach kurzer
Zollkontrolle durch die Polen ging
es dann endlich weiter über die Grenze
nach Heiligenbeil. Wieder Zollkontrollen,
dieses Mal durch die Russen, mit
schneller Abfertigung und nach einigem
Warten hieß es auf einmal: Umsteigen in
einen anderen Zug. Der deutsche Holzhändler
im Zug, der diese Reise öfter
macht, sagte: „Das hatten wir noch nie.
Das ist mal wieder was Neues.“ Also umsteigen
in den nächsten Zug, Marke Holzklasse,
wie in uralten Zeiten. Trotzdem
war uns dieser lieber als die alten müffligen
Polsterwagen.
Der Zug füllte sich nun im Laufe der
Fahrt mit Russen aus Königsberg, die
hier ihre Schrebergärten hatten und mit
Hund und Katzen, Eimern mit Beeren,
Blumensträußen und mit frisch gefangenem
Fisch, der zum Verkauf angeboten
wurde, nun nach Königsberg fuhren. Der
Zug wurde brechend voll. In Königsberg
auf dem Hauptbahnhof nun die gute
Überraschung: Nadja, unsere Betreuerin
vom rassischen Reisebüro in Königsberg,
erwartete uns tatsächlich und es ging
weiter mit dem Auto nach Rauschen in
unser Hotel.