Full text : Unser Schönes Samland

Krug“ und zog mit dem kleinen Vermögen

nach Königsberg.
3 Hinweis Reimar Grundies: Die Verhältnisse in
den öffentlichen Schulen in Ostpreußen müssen

 selbst für damalige Verhältnisse „chaotisch
und wild“ gewesen sein. Man lese Ernst
Wiechert, Wälder und Menschen, Hamburg

1936, S. 120 ff.
4 Weißenburger Str. 25, heute: Käthe-Kollwitz-Str.

5 Siehe: Hans Kollwitz, Ich sah die Welt mit liebevollen
 Blicken, Hannover 1988, S. 237 ff.
6 Sohn Hans, verstorben 1971, ebenfalls Arzt.

Segelflug im Samland

3. Teil: Segelflug an anderen Orten des
Samlands
(Fortsetzung aus Hbr 155 und Schluss)

Im

2. Teil „Die weitere Entwicklung in
Rossitten“ (s. Heimatbrief 155. Folge)
wurden Dreharbeiten zu dem Film „Rivalen
 der Luft“ erwähnt. Gerhard Brandtner
 berichtete nun, dass die Segelflieger-Lager
 der Kurischen Nehrung auch für
weitere Filme genutzt wurden. Noch im
Herbst 1943 wurden in Nidden Aufnahmen
 zu dem Film „Junge Adler“ mit den
Schauspielern Dietmar Schönherr, Hardy
Krüger u.a. gedreht. Willy Fritsch spielte
 den Fluglehrer. Dazu waren 100 Pimpfe
 aus ganz Ostpreußen als Statisten
zusammengeholt.
Gleichzeitig traf dort auch Heinz Rühmann
 ein, der ein paar Tage Urlaub machte,
 bevor es an die Dreharbeiten zu dem
Film „Quax ganz groß“ (evtl, hieß der
Film „Quax im Glück“), der Fortsetzung
von „Quax der Bruchpilot“, ging. Für
diesen Film war im „Tal des Schweigens“
ein Negerdorf aufgebaut, bei dem er dann
notlanden sollte. Beide Filme sind trotz

Literatur:
Altpr. Biographien, hrsg. von „Historischen
Kommission für Ost- und Westpreußische
Landesforschung“, Artikel: Kollwitz, Johannes

Carl August, Bearbeiter Erwin Fritz, Bd.4 /1,

1984 , S. 1121.
Käthe Kollwitz, Die Tagebücher, herausgegeben

 von Jutta Bohnke-Kollwitz, Köln 1988, S.

748ff.

des fortgeschrittenen Kriegsgeschehens
noch 1944 in die Kinos gekommen. So
war unser Samland auch Filmkulisse.

Doch nun weiter zum Segelflug an der
samländischen Steilküste.

Es begann 1924 mit dem „Samland-Küsten-Rundflug“

Im Anschluss an den II. Küstensegelflug-Wettbewerb
 1924 in Rossitten war der
„Ostpreußische Samland-Küstenflug“ für
Segelflugzeuge mit Hilfsmotor geplant.
Vorgesehen war der Start in Königsberg-Devau
 und eine Flugstrecke über Cranz,
Brüsterort und Pillau zurück nach Devau.
Dieser Rundkurs musste von den Teilnehmern
 zweimal geflogen werden und
entsprach 140 km. Gestartet waren 6
Flugzeuge, darunter auch ein Junkersflugzeug.
 Sieger wurde Emst Udet mit
seinem „Udet-Einsitzer U 6“.
Die Steilküste des Samlands konnte bei
diesem Flug gut eingesehen werden und
es entstand wohl die Frage, ob das nicht
auch ein geeignetes Segelfluggelände sei.
Doch zunächst standen die Aufbauarbei­48



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Landkarte der samländischen Nordwest-Küste

Auerhof.:^

(Sammlung Klemm)

ten in Rossitten im Vordergrund und erst
1928 wurde von der Rhön-Rossitten-Gesellschaft
 ein Segelflug-Wettbewerb an
der Samlandküste ausgeschrieben.

Der Preissegelfhig an der
Samland-Küste
Die Ausschreibung dieses Preisfliegens
durch die Rhön-Rossitten-Gesellschaft
hatte das Ziel, die Flugmöglichkeiten des
Segelflugs an der Steilküste zu erforschen.
 Vorgesehen war die Zeitspanne
von Herbst 1928 bis zum 15. März 1929.
Es sollte ein Dauerflug von 15 Stunden

und eine Strecke von 70 km in einer Richtung
 geflogen werden. Die Zeitschrift
„Grüne Post“ hatte einen Preis von 5.000
Reichsmark ausgesetzt, der bei Erfüllung
nur einer der beiden Bedingungen halbiert
 werden sollte.
Diese Anforderungen galten in Fliegerkreisen
 als sehr schwierig, zumal im Winter
 geflogen werden musste, und man
wartete gespannt auf die Anmeldungen.
Als einziger Teilnehmer meldete sich
Ferdinand Schulz. Es reizte ihn, die Segelflugmöglichkeiten
 auch in diesem Teil
seiner ostpreußischen Heimat zu erkunden.
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