Metadata : Unser Schönes Samland

Die Kreissparkasse Samland

Die

Kreissparkasse des Landkreises
Königsberg Pr. wurde 1905 gegründet.
 Nach einer Festschrift aus dem Jahre
 1955 von Helmut Ratensperger beging
die Kreissparkasse Samland damals ihr
50-jähriges Geschäftsjubiläum. Jetzt nach
weiteren 50 Jahren erinnert sich kaum
noch jemand an dieses Geldinstitut, das
in unserem Heimatgebiet
 verbreitet war und
für die Bevölkerung
große Bedeutung hatte.

Die Sparkassen in
Deutschland entstanden
 Anfang des 19.
Jahrhunderts. Sie boten
mit Staats- oder Gemeindegarantien
 der
vermögenslosen Bevölkerung
 eine sichere Anlage
 ihrer Spargroschen
und verzinsten auch die
kleinsten Einlagen. Aus
diesen Anfängen entwickelten
 sie sich zur
Bank für die gesamte
Bevölkerung mit einem
 dichten Filialnetz,
wie wir es heute kennen.

Die Kreissparkasse Samland entstand
1939 bei der Zusammenlegung der Landkreise
 Fischhausen und Königsberg Pr.
durch Vereinigung der beiden Kreissparkassen.
 Sie hat also zwei Wurzeln
über die Dr. Paul Gusovius in dem Buch
„Der Kreis Samland“, Seite 179 ff.
schreibt:
„Die Sparkasse Fischhausen ist die ältere;
 sie ist bereits 1857 gegründet worden.
 Die Kreissparkasse Königsberg ist
dagegen ein sehr junges, erst 1905 gebildetes

 Institut. Die große, zwischen
beiden Gründungsjahren liegende Zeitspanne
 ist damit zu erklären, dass der
Kreis Fischhausen bereits einige Jahrzehnte
 nach seiner Gründung wegen seiner
 rein ländlichen Umgebung in Ermangelung
 anderer Geldinstitute eine eigene
Sparkasse zur Abwicklung aller Sparkassengeschäfte

 schon
so frühzeitig benötigte.“

Sie hatte ihren Sitz
in der Kreisstadt
Fischhausen. Überschüsse
 aus den Bankgeschäften
 wurden
im Kreis für gemeinnützige
 Zwecke verwendet.
 Im Laufe der
Entwicklung wurden
im Kreisgebiet Filialen
 in Cranz, Groß-Heidekrug,
 Neukuhren,
 Palmnicken,
Pobethen und Rauschen
 eingerichtet.

In Pillau bestand
seit 1849 eine eigene
Stadtsparkasse Pillau.
Sie ist bereits vor der
Kreissparkasse in Anlehnung an die
Kämmereikasse gegründet worden. Ihr
Einzugsbereich betraf das Stadtgebiet
und einige nahe gelegene Orte. Dadurch
hatte auch ihr Geschäftsumfang Grenzen.
Sie blieb auch 1939 nach der Verschmelzung
 der Kreissparkassen selbständig.

Beim Landkreis Königsberg war die
Lage eine andere. In Königsberg gab es
schon lange vor 1900 Geldinstitute jeder
Art, die auch die Wünsche der Kreis-^^pejtlcbrih



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KREISSPARKASSE SAMLAND
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50JÄHRIGEN
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Titelblatt der Festschrift von 1955

(verkleinert)

42

bevölkerung miterfüllten. Zur Gründung
einer eigenen Sparkasse lag somit kein
rechtes Bedürfnis, geschweige denn eine
zwingende Notwendigkeit vor; zum mindesten
 wurden ihre Notwendigkeit und
die sich daraus für den Kreis und die
Kreisbevölkerung ergebenden Vorteile
damals nicht erkannt.

Die beiden Kassen entwickelten sich
sehr verschiedenartig. Die 1857 gegründete
 Sparkasse Fischhausen hat eine Entwicklung
 wie die übrigen ländlichen
Sparkassen in den Landkreisen Ostpreußens
 genommen, d. h. sie hat sich in ständigem
 Aufstieg befunden. Nach den Angaben
 von Sommer in seiner Broschüre
„Der Samlandkreis Fischhausen“ betrugen
 die Einlagen dieser Kasse:
1857 475 Taler,
1877 32.433 Taler,
1905 625.831 Mark und
1919 3.333.153 Mark.
Mit dieser Entwicklung hat die Kreissparkasse
 Fischhausen zu allen Zeiten
eine bedeutungsvolle Rolle im Wirtschaftsleben
 ihres Kreises eingenommen.

Die rund 50 Jahre später gebildete
Kreissparkasse Königsberg hat im Vergleich
 mit der Sparkasse Fischhausen und
auch mit den anderen Sparkassen der ostpreußischen
 Landkreise eine so günstige
Entwicklung zu verzeichnen, wie sie von
ihren Gründern, dem Landrat v. Batocki
und den Mitgliedern der Kreisorgane,
wohl nicht vorausgesehen werden konnte.
 Sie entwickelte sich aus kleinsten
Anfängen heraus zur größten Sparkasse
der Landkreise Ostpreußens.

Bei ihrer Eröffnung - 1906 - bestand
das Personal der Sparkasse Königsberg

nur aus drei Personen, dem Kreissparkassenrendanten
 Hotop, der nicht nur
Leiter der Sparkasse, sondern gleichzeitig
 noch Leiter der Kreiskommunalkasse
war, dem Stadtsparkassenbuchhalter
Kunze als Gegenbuchführer und dem
Kassenboten Ronge. Die Sparkasse war
im Kreishaus Königstraße 56 untergebracht.
 Die Betriebsmittel und die zur
Ausstattung erforderlichen Beträge,
insbesondere zur Anlage eines Sicherheitsfonds
 waren von der Kreisverwaltung
 vorschussweise zur Verfügung gestellt.
 Durch Werbung für den Spargedanken
 und eine flotte und freundliche
 Bedienung der Sparerkundschaft
nahm der Kundenkreis so stark zu, dass
bereits 1910/1911 eine Erweiterung der
Sparkassenräume und eine Vermehrung
des Personals erforderlich wurden.

Zur Entlastung der Hauptstelle wurde
die Errichtung von Nebenstellen erwogen.
 In Frage kam vor allem die Stadt
Königsberg, weil keine größeren Ortschaften
 im Landkreis hierfür geeignet
erschienen. Bereits 1913 gelang es, in der
Oberstadt von Königsberg geeignete Räume
 auf dem Steindamm, Ecke Hohenzollemstraße,
 anzumieten. Die erste Nebenstelle
 an dieser so verkehrsreichen
Straße wurde 1914 eröffnet. Besetzt
wurde sie mit einem Beamten und zwei
Angestellten. Die Errichtung einer zweiten
 Nebenstelle in der Unterstadt an einer
 ebenso wichtigen Verkehrsader -
„Hintere Vorstadt“ - in der Nähe der Börse
wurde durch den Ausbruch des Krieges
verhindert.“
Später, bis 1941, kamen Zweigstellen
in Metgethen, Neuhausen, Quednau und
Schönfließ hinzu.
Nach dem Stand von 1913 betrugen 43