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Poststempel der Segelfliegerschule
Als besonders bemerkenswert gilt der
Flug von Roehre bis Königsberg im Jahre
1927, wo er dann in Devau landete.
Die Ausbildung ging auch in den
Kriegsjahren weiter. Insgesamt sollen in
Rossitten 30.000 Segelflieger ausgebildet
worden sein. In einer Notiz von
Gerhard Werner heißt es: Wir hatten
Anfang Januar 1945 die Flugzeuge und
auch Material ins Reich verladen.
Karlheinz Schulz hatte noch ein Grunau-Baby
zurückbehalten. Am 18. Januar
1945 startete er damit bei Ostwind vom
Predin, zog einige Kreise über Ephashöhe,
flog nach Pilikoppen und weiter
bis zum Lager Nidden. Dann landete er
bei der Picebefa.
Am 3. Februar wurde Rossitten geräumt.
Ein paar Tage vor dem Eintreffen
der Roten Armee soll die gesamte
Fluganlage gesprengt worden sein.
Durch die Möglichkeit des Seilwinden-
oder Flugzeugschlepp-Starts war
der Segelflug auch im nur
hügeligen Gelände möglich
geworden. Somit waren die
Segelflugplätze inzwischen
an vielen Orten zu finden.
(Sammi.Klemm) §je sjnd bekannt u.a. von
Deuthen, Drachenberge,
Korschenruh, Marienburg, Rastenburg,
Sensburg und Tilsit. So wurden auch an
verschiedenen Orten des Samlands der
Segelflug aufgenommen.
Doch dadurch verlor Rossitten nicht an
Bedeutung. Durch die Thermik an den
Dünenhängen waren in Ostpreußen nur
hier längere Flüge möglich.
Dieser Bericht wird mit Teil 3 fortgesetzt.
Quellen:
A. und J. Sommerfeld: Er flog die Besenstielkiste,
Verschiedene Berichte von ehemaligen Segelfliegern u,
aus Zeitungen.
Hans-Georg Klemm
Sudetenstr. 11
91080 Uttenreuth
Tel.: 09131-58489
— Persönlichkeiten des Samlandes
Ernst Reiter - Dorotheenhof (Kreis Königsberg)
Emst
Reiter, genannt Siegfried, wurde
1880 in Klenau, Kreis Braunsberg,
als Sohn eines Landwirts geboren. Er besuchte
die landwirtschaftliche Realschule
in Heiligenbeil, um später selbst Landwirt
zu werden. Nach dem Schulabschluss
arbeitete er zunächst auf der
elterlichen Wirtschaft. Bereits in jungen
Jahren verfugte er über ungeahnte körperliche
Kräfte, die er durch systematisches
Training weiter ausbaute.
Er wechselte in den Berufssport über
und wurde der stärkste Ringer Deutschlands.
Bei internationalen Vergleichen
avancierte er zum „Weltmeister Siegfried“.
Bereits vor dem 1. Weltkrieg hatte er
durch seine Sportart im In- und Ausland,
hauptsächlich in Amerika, ein Vermögen
erringen können und erwarb im Samland
das Gut Dorotheenhof und genoss hier
hohes Ansehen. Im Jahre 1909 reiste er
erneut in die USA zu den Ringer-Weltmeisterschaften.
Mit den Lorbeeren des
Weltmeisters kehrte er heim.
Sein großes Interesse galt doch immer
noch der Landwirtschaft. Er verkaufte
das Gut Dorotheenhof und erwarb 1910
das 450 ha große Gut Dulzen im Kreis
Preußisch Eylau. Er gab nun seine
Ringerlaufbahn auf und wollte nur Landwirt
sein. Sein Bestreben war es, Dulzen
zu einem Musterbetrieb zu machen. Am
1. Weltkrieg nahm er als Offizier teil und
kehrte 1916 schwer verwundet heim.
raminare u runde zwangen ihn, das Gut
Dulzen zu verkaufen. Er erwarb einen
Gartenbaubetrieb in Juditten und widmete
sich wieder bis 1928 dem Berufssport
als Boxer und Ringer auch auf internationaler
Ebene. In den Jahren 1922/23 war
er wieder in Amerika. Dort gelang es ihm
von 42 Kämpfen 40 zu gewinnen. Auch
in Deutschland errang er damals noch
viele Siege. Mit 48 Jahren gab er den
aktiven Sport auf und wandte sich jetzt
seinem Gartenbaubetrieb zu und wurde
ein Förderer vieler Sportvereine. Emst
Reiter nahm als Hauptmann am 2. Weltkrieg
teil, geriet in Königsberg in sowjetische
Gefangenschaft. Seine Familie
musste großes Leid erfahren.
Er starb im Juni 1945 in einem Lager
vor Preußisch Eylau.
Hans Feycrabcnd - Palmnicken (Kreis Fischhausen)
— m 16. Juli 1882
I wurde Hans
I Feyerabend in Ma-I
rienhöh, Kreis Pr.
Eylau geboren.
Nach der Schulzeit
und der landwirtschaftlichen
Lehre
folgte die Tätigkeit
als landwirtschaftlicher
Beamter auf
verschiedenen Gütern Ostpreußens. 1912
wurde er mit der Leitung der Güter der
Staatlichen Bemsteinwerke Palmnicken
(insgesamt 1.400 ha LN) betraut. Bei der
Betriebsübemahme erhielten die Palmnicker
Güter Zuschüsse. 1939 wurde ein
Überschuss von 126.000 RM erwirtschaftet.
In vorausschauender Sicht und
intensiver Kleinarbeit wurden Erfolge in
der Pflanzenzucht, aber vorrangig in der
Tierzucht, erzielt. Die höchste Milchleistung
erreichte die Dorbnicker Herdbuchherde
(ein Teilgut Palmnickens) im
Jahre 1941 von 121 Kühen mit 5.487 kg/
Kuh. Zu den bekanntesten Züchtungen
von Hans Feyerabend gehören u.a. die
Kühe „Quappe“, „Wehrmacht“, „Peluschke“
sowie die Bullen „Neptun“ und, Akazie“.
Die Züchtungen von Hans Feyerabend,
Palmnicken-Dorbnicken haben wesentlich
zur Blüte der ostpreußischen
Herdbuchzucht beigetragen, deren Vorsitzender
er von 1934 bis 1945 war.
Hans Feyerabend fiel am 30. Januar 1945
in Nähe der Stätte seines erfolgreichsten
Schaffens.
Gerhard Fischer
Schwaaner Landstr. 24a
18059 Rostock
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