Full text : Unser Schönes Samland

Es war für alle Familien ein arbeitsreiches,
 aber auch zufriedenes Leben.
1938 hatte Alexwangen 84 Einwohner.

Siedlungshaus Sommer 1993

Es geht vielleicht noch auf die Zusammengehörigkeit
 der Güter Alexwangen,
Obrotten und Posselau in früherer Zeit
zurück, dass zwei Posselauer Besitzungen
 in das Alexwanger Gebiet hineinreichten.
 Zwischen dem Gut und der
Siedlung Alexwangen lag der Posselauer
Bauernhof Frischgesell, der in den Landkarten
 als Schmiedehaus bezeichnet wird.
Am östlichen Ende der Siedlung, ganz
am Waldrand gelegen, gehörte das kleine
 Bauerngehöft Breitenfeld ebenfalls
noch zu Posselau.
Familie Breitenfeld hatte in meiner Erinnerung
 einen Obstgarten mit zahlreichen
 großen Kirschbäumen. Auf unserem
 täglichen Schulweg durch Alexwangen
 sahen wir von der Straße aus,
wenn die Kirschen reif wurden. Doch der
Garten war von einem Zaun mit hohen
Flecken umgeben, so dass uns kleineren

Kindern diese Früchte unerreichbar blieben.


Durch ihre Arbeit in Neukuhren haben

einige Bewohner
 noch rechtzeitig
 vom Auslaufen
 der letzten
Schiffe erfahren
und konnten Anfang
 Februar
1945 flüchten.
Der größere Teil
wurde am 14.
April 1945 von
der nach Westen
vorrückenden
Front überrollt
und war bis Ende
1947, und teilweise
 bis 1948,
(Foto: Klemm) unter sowjetischer

 Besetzung.
Sie haben die Leidenszeit wie alle in der
FFeimat Verbliebenen durchlebt und nicht
wenige sind in diesen Jahren an Hunger
oder Krankheit gestorben.
Die Ortschaft Alexwangen besteht unter
 dem Namen Aralskoe weiter. Die Gebäude
 sind vom Zahn der Zeit mehr oder
weniger stark angenagt, die Nebengebäude
 sind abgebrochen, die Felder werden
seit 1991 kaum mehr genutzt und die
Gärten sehen verwildert aus.

Abschließend möchte ich Sie alle sehr
herzlich zum Kreistreffen in unserer
Patenstadt Pinneberg am 14. und 15.
September einladen. Ich werde mit meiner
 Frau an beiden Tagen dort sein und
wir freuen uns, Sie dort sehr zahlreich
zu treffen. Wir werden sicherlich wieder
den seit Jahren bekannten Salon im Hotel
 Cap Polonio zur Verfügung haben. Da

manche Teilnehmer nur an einem Tag
nach Pinneberg kommen, empfehle ich
untereinander den Zeitpunkt abzustimmen,
 um sich nicht zu verfehlen.

Mit den besten Wünschen für ein gesundes
 Wiedersehen beim Kreistreffen in
Pinneberg und für einen schönen Herbst
verbleiben mit heimatlichen Grüßen

Euer Hans-Georg Klemm
Sudetenstr. 11
91080 Uttenreuth
Tel.: 09131-58489

und

Eure Billjötts aus Frankfurt

Anmerkungen

1 Paul Gusovius: Der Kreis Samland; S. 742.
2 Oskar Schlicht: Das Westliche Samland, Bd 2,
S. 122 f.

3 Hans Heinz Diehlmann: Die Türkensteuer im
Herzogtum Preußen 1540, Bd. 1, Anl. S. 72.
4 Samuel Gottlieb Wald: Topograph. Übersicht
des Verwaltungs=Bezirks der Königl. Preuß.
Regierung zu Königsberg in Preußen, S. 28;
ND Hamburg 1979.

5 Johann Friedrich Goldbeck: Vollständige Topographie

 des Königreichs Preußen, Erster
Teil, S. 4; ND Hamburg 1990.

6 Gisela tom Wörden, geb. Goldenbaum: sinngemäß
 aus Brief vom 10.5.2002.
7 Die Angaben über die Belegung der Insthäuser
 teilte Emst Taulien mit.

8 Tel. Angaben von Christa Perkuhn, geb. Kranke.


Liebe Regebner Heimätfreunde ™

einschließlich der Ortsteile Watzum, Kalthof und Tolklauken,

es ist Samstagabend. Der freie Platz mit
den drei großen Linden, deren Blütezeit
längst vorbei ist, erscheinen im diffusen
Licht. Niemand ist mehr unterwegs. Still
geworden ist es. Nur ein paar Fledermäuse
 sausen wild durcheinander. Aus der
Ferne hört man den inbrünstigen Gesang
der Nachtigall. Auch der Ruf einer Eule
ist manchmal zu vernehmen. Eine laue
Sommernacht kündigt sich an. Sie lädt
zum Träumen ein. Wovon eigentlich?
Natürlich von erlebten Geschichten aus
der Heimat. Sie begleiten uns ein Leben
lang auf Schritt und Tritt. Wir bewegen
uns unentwegt auf den Spuren der Vergangenheit.
 Voller Spannung sind die
Erlebnisse aus der Zeit unserer Vorfahren
 immer noch. Aber auch unsere eigenen

 Schicksale beschäftigen uns fortwährend,
 obwohl sie Jahrzehnte zurückliegen.
 Von manchen wird man sicherlich
belächelt ob dieser vielsagend nostalgischen
 Anwandlungen. Man gerät dann
und wann als Zielobjekt ins Fadenkreuz
unverbesserlicher Spötter. Davon sollte
man sich aber nicht beirren lassen. Denn
gibt es doch nichts Schöneres als unsere
geliebte Heimat. „Unser schönes Samland!“
 In einem Spruch heißt es: „Solange
 man Träume hat, lebt man. Wenn
man keine mehr hat, stirbt man.“
Im vorigen Heimatbrief haben Sie gelesen,
 dass unsere Heimatfreundin Anna
Bräuer im Alter von 91 Jahren verstorben
 ist. Sie war die älteste Tochter der
Eheleute Albert und Olga Bräuer aus 25.