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Die Landarbeit auf
dem Gut wurde durch
Instleute geleistet.
Alexwangen hatte 2
Insthäuser für 15 Familien,
deren Bewohner
- wie üblich - als
Deputanten mit Getreide,
Kartoffeln,
Milch und Brennmaterial
versorgt wurden,
aber auch einen Garten
bewirtschafteten
und Tiere hielten. Zu
Luftaufnahme Qut Alexwangen 1944 (Foto: Archiv Rauschen) jedem Insthaus gehör
Das Gut gehörte mit 175 ha nicht zu
den großen Gütern in Ostpreußen, hatte
aber durch seine Besitzer und die Herdbuch-
und Schweinezucht einen bekannten
Namen.
Unmittelbar an dem Park des Gutshauses
vorbei verlief die Staatsstraße 143,
die von Königsberg über Rauschen, Warnicken
nach Groß Dirschkeim führte.
Durch den Ausbau und die Begradigung
der Straße 1935/36 entstand ein größerer
Abstand, der zu einer Jungvieh-Weide
genutzt wurde.
Durch das Ackerland von Alexwangen
führte der Kirchensteig der nördlich
und östlich gelegenen Orte
Posselau und Obrotten nach St.
Lorenz. Dieser Steig wurde von
uns Kindern auch als Schulweg
genutzt. Er überquerte einen Bach,
der ein Quellfluß des Lachsbaches
war. Auf den Wiesen von Alexwangen
floss er dann mit dem von
Obrotten kommende Quellfluss zusammen,
um zwischen Alexwangen
und Neukuhren das idyllische
Lachsbachtal zu bilden,
und mündete in Neukuhren in der
Nähe des Hafens in die Ostsee. „ . .. 1
Das große Insthaus 1999 (Foto:Tauiieni
te ein Stallgebäude. Eine besondere Stellung
unter den Instleute nahm der „Oberschweizer“
Reißmann ein, der für Aufzucht,
Fütterung und den Milchertrag des
Rindviehs zu sorgen hatte und an diesem
Ertrag auch finanziell beteiligt wurde.
Sein Arbeitstag reichte dafür auch vom
Morgengrauen bis in die Nacht hinein.
Er wohnte zusammen mit den Familien
Ahlbeck und Tomischat im kleineren
Insthaus, das in der Nähe der Wirtschaftsgebäude
des Gutes stand. In dem größeren
Insthaus, das an die Straße nach Neukuhren
grenzte, wohnten die weiteren 12
Familien7. Leider konnten nicht sämtliche
Namen der Bewohner ermittelt werden.
1928/29 wurden in Alexwangen 6 Siedlungshäuser
als Nebenerwerbsstellen gebaut.
5 dieser Häuser waren Doppelhäuser
mit an den Häusern angebautem Stall
und mit Scheune. Zu jedem Haus gehörte
ein angrenzendes Grundstück. Ein
sechstes Haus stand einzeln auf der südlichen
Straßenseite und beherbergte seit
1931 die Poststelle für Alexwangen,
Obrotten und Posselau.
Die Siedler kamen aus den verschiedenen
Orten, z.T. aus dem westlichen Samland,
waren dort größtenteils Landarbeiter
auf den Gütern gewesen und bauten
sich nun eine eigene Existenz auf.
Beispielsweise kam Familie Sommer aus
Obrotten, wo sie als Gutsgärtner gearbeitet
hatte und übernahm im Nachbarort
Alexwangen das Siedlungshaus mit
der dort neu eingerichtete Poststelle.
Ebenfalls gingen die anderen Siedler
einem Beruf nach und arbeiteten größtenteils
auf dem Fliegerhorst in Neukuhren8.
Familie Singehl führte auch Lohnfuhren
durch. Die Siedler bewirtschafteten
ihr Land von ca. 10 Morgen hauptsächlich
für die Eigenversorgung. Sie
hielten Kühe, Schweine, Federvieh, Kaninchen
und größtenteils Bienenvölker.
Das von einzelnen Siedlern gehaltene
Pferd wurde in Nachbarschaftshilfe auch
ausgeliehen. Neben dem, vom Gut
Alexwangen abgetrennten Land, das die
Siedlungshäuser umgab, kamen 1932
nach dem Verkauf des Nachbargutes
Obrotten noch einige Flächen mit Acker
und Wiesen auf dieser Gemarkung hinzu.
Ortsplan Alexwangen (gemäß Meßtischblatt io87>
Nach Rauschen
Kirchensteig nach St. Lorenz
v. Lacttttachquelle $(. Lorenz
1. Gutshaus Goldenbaum
2. Gutshof m. Wirtschaflsgeb.
3. Insthaus 1 (mit Stal!)
4. Insthaus 2 (mit Stall)
5. Frischgcsell (zu Posselau)
6. Siedlung Kantimm/Prawitt
7. Siedlung Sommer m. Posi
8. Siedlung Kischnick/MenR
9. Siedlung Liedert/Domnlck
10. Siedlung Kranke/Bressau
11. Siedlung Singehl /Neubert
12. Breitenfcld (zu Possclau)
13. Wald (zu Tykrchnen)
Haus 3 vergröflert:
Nach Königsberg v. Lachsbachqucllen Obroticn
4.1. Neumann
2. Sahm
3. Schlicker
4. TaulienfHerold
5. Tröder
6. Sommer
7. Menk
8. Lokau
9. Wilkes mann
10. N.N.
11. N.N.
12. N.N.
Ort.-p'an Alexwangen
(Zeichnung Klemm)