Doch Horst Riehs, Warnicken, hat
einen hervorragenden Ortsplan mit
allen Häusern und dazu die Einwohnerliste
des Ortes erarbeitet, den
wir gelegentlich hier veröffentlichen
werden. Frau Milz, Rauschen, besitzt
einen farbigen Ortsplan von 1941, den
wir zu reproduzieren versuchen werden.
Damit lägen dann von Rauschen
farbige Ortspläne von 1926 bis 1941
jeweils im Abstand von 5 Jahren vor.
Vielleicht machen diese Beispiele
Schule und regen zu weiterer Arbeit
oder Mitteilung an.
Im letzten Hbr hatte ich auch aus
der Arbeit von Frau Jungklaaß,
Hannover, in Verbindung mit russischen
Frauen in Kraam berichtet, ln
einem aus deutscher Zeit stammenden
Haus in Kraam wurde zunächst von
Frau Anna Pister eine Handarbeitsstube
eingerichtet. Dann übernahm
Frau Lidia Pister aus
Kaliningrad die Kinderbetreuung mit
Deutsch-Unterricht. Das Projekt hat
den Namen “Haus Sonnenschein”. Die
Arbeit ist formal abgesichert, da mit
der Bürgermeisterin ein Nutzungsvertrag
der Räume abgeschlossen
wurde.
Das Gebäude steht in Kraam an der
Straße nach St. Lorenz; der
Haupteingang befindet sich am Giebel
zur Straße. Der Längsseite gegenüber
liegt ein Teich. Wer kennt dieses
Gebäude? Wer war der frühere
Besitzer?
Frau Jungklaaß sandte mir Fotos
vom Gebäude und von der Arbeit dieser
Gruppe sowie von den Kindern geWebarbeiten
der Frauen und Kinder (Foto: Fr. Jungklaaß)
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bastelte Weihnachtskarten, die ich an
unsere Landsleute aus Kraam weitergegeben
habe. Ich habe Frau
Jungklaaß ältere Berichte über den Ort
Kraam zur Übermittlung an die
Frauengruppe gesandt. Diese Gruppe
in Gratschewka ist sehr an der deutschen
Vergangenheit des Ortes interessiert
und würde mit den früheren
Bewohnern gern Verbindung aufnehmen.
Interessenten können bei mir das
Konto für Spenden zur Unterstützung
dieser Arbeit anfordern.
Vor diesem aktuellen Geschehen,
habe ich mit meinen geschichtlichen
Betrachtungen über unsere Heimatorte
bei der Gemeinde Kraam begonnen.
Von Frau Koeve, geb. Morr liegt
eine familienkundliche Ausarbeitung
über Kraam vor. Ihre Vorfahren haben
etwa 2 Jahrhunderte einen Freihof in
Kraam besessen.
Kürzlich gelang es mir einige
Unterlagen zu finden, die die
Veränderung in der Schreibweise der
Ortsnamen im Laufe der Jahrhunderte
zeigen und die zum Teil auch
Einwohnerzahlen bzw. Feuerstellen (=Haushalte)
angeben. Das habe ich nun
von den Ortschaften der Gemeinde
Kraam zusammengestellt. Leider sind
nicht immer sämtliche Orte unseres
Bezirks in den Quellen oder der
Literatur zu finden. Und natürlich
steht mir auch nicht sämtliche Literatur,
die Angaben enthält, zur Verfügung.
Das Forschen in den Quellmaterialien,
die sich im Geheimen
Staatsarchiv Berlin befinden, ist
äußerst mühsam und zeitaufwendig.
Insoweit bleibt diese Betrachtung sicherlich
lückenhaft, regt aber vielleicht
zu weiteren Nachforschungen an. Für
diese Zusammenstellung wurden an
Literatur verwendet:
-Paul Gusovius:
Der Landkreis Samland
-Dietrich Lange:
Geographisches Ortsregister
Ostpreußen
-Johann F. Goldbeck:
Topographie des Königreichs Preußen,
Erster Teil: Topographie von
Ostpreußen, 1785
-Deutsche Verlagsgesellschaft:
Das Ortsbuch für das Deutsche Reich,
1938,
-sowie verschiedene Ortsverzeichnisse.
Zur Gemeinde Kraam gehörten vor
der Vertreibung die nachfolgenden
Orte, die zu unserer Zeit als Dörfer, in
früherer Zeit etwas differenzierter als
Cölmisch Gut oder Dorf bezeichnet
wurden. Ebenso wurden in früher Zeit
nicht die Einwohner (Ew), sondern die
Feuerstellen (FSt) oder Häuser (H) gezählt.
FSt oder H sind in der
Aufstellung durch Schrägstrich (/) von
Ew getrennt:
KLYCKEN: 1491 erstmals als Clicken erwähnt; Klicke (n. 1540), Klicken (n.
1820), Russisch: Kljukwennoe.
Cölm. Gut, 1785:2/-; 1820:4/59; 1888: 3/78; 1905: 3/63; 1937:-/73.
KRAAM: 1463 erstmals als Krome erwähnt; Cram (um 1524), Crom (um 1539),
Krom (um 1565),
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