Das neue Schulgebäude (aus Georgenswalde 1629 -1929)
wurde. Die Einwohnerzahl der Gemeinde
sdeg bis 1939 auf 791 Personen.
Die Entwicklung zum Ostseebad
Natürlich lag Georgenswalde zunächst
im Schatten von Rauschen, dessen Badebetrieb
90 Jahre vorher begonnen hatte.
Doch waren in Georgenswalde die Bedingungen
zur Ansiedlung günstig und
das Geschick der Bade- und späteren
Gemeindeverwaltung bewirkten einen
ständigen Anstieg der Badegästezahl.
Georgenswalde hatte keinen so breiten
Strand und kein so abwechslungsreiches
Hinterland, dafür aber eine besonders
interessante Steilküste mit tiefen Einschnitten
und schönen, hohen Aussichtsplätzen.
Zu nennen sind Gausupspitze,
Kurpark, Götterblick und Fürstensitz.
Einen so schönen und gepflegten Aussichtsplatz
wie den Garten hinter dem
Kurhaus gab es wohl an der gesamten
Samlandküste nicht.
Hinzu kamen mehrere Abstiege zum
Strand mit Treppen oder auf Wegen in
den Schluchten, die heute leider alle verfallen
sind. Der „Verschönerungsverein“
hat diese Anlagen erheblich
initiiert und an
ihrer Gestaltung mitgewirkt.
Durch die Arbeit
der „Vereinigung Samländischer
Küstenschutz“,
gegründet
1925, wurden im Bereich
von Rauschen bis
Warnicken 60 Buhnen
geplant. Geschäftsführer
der Vereinigung
war der in Georgenswalde
ansässige
Landesbürodirektor
Schnetka. Er leitete den Bau der 30 Buhnen
zum Schutz der Küste in Georgenswalde.
Dadurch konnte erreicht
werden, daß einerseits bei starkem Seegang
die Steilküste nicht unterspült wurde
und andererseits von der See weniger
Sand weggespült und somit der Badestrand
erhalten wurde. Ferner wurden die
Felddrainagen längs der Küste zusammengefasst
und ihre Wasser in den
Schluchten als Bäche zur See geleitet.
Das reduzierte die Erosion an der Steilküste
und deren Abrutschen. - Die Badeanstalt
war ursprünglich, wie das zu
damaliger Zeit üblich war, nach Damen,
Familien und Herren getrennt und lag
an der Gausupschlucht. Diese Anlage
wurde Anfang der 20er Jahre durch Stürme
zerstört und nun als gemeinsames Bad
an der Stelle des alten Herrenbades errichtet.
Als auch diese Anlage durch Stürme
zerstört wurde, entstand 1928 das
Bad beim Wolfskessel. Hierhin führte
eine schöne Treppe vom Garten des Kurhauses
sowie der Weg durch den Wolfskessel.
Zum Leidwesen der Badenden
gab es aber hier im Wasser nur einen stei50
nigen Untergrund. Nach den nächsten
Sturmschäden wanderte die Badeanstalt
wieder an die Gausupschlucht, doch jetzt
auf die Rauschener Seite. Möglicherweise
erhob Rauschen dagegen Einspruch,
denn endgültig entstand sie
wieder dort, wo sie am Anfang war: unterhalb
der Gausupspitze.
An dem Weg zum Strandbad hatte ein
cleverer Wirt einen Ausschank errichtet:
Die Ilskefalle. Es bleibt unklar, ob beim
Namen das urige Seemannslokal von
Piilau Pate gestanden hat. Baulich soll
dieser Ausschank an der Gausupschlucht
nur eine Bretterbude gewesen sein.
Der „Verschönerungsverein“ sorgte
auch für Festlichkeiten und Veranstaltungen
zur Unterhaltung der Gäste. Besonders
zu nennen sind die Feste des Kriegervereins,
das Gausup-Fest und das
Flammenfest anläßlich der Elektrifizierung
in Georgenswalde. Beim Flammenfest
führten 24 junge Mädchen mit bengalischer
Beleuchtung und bei Musik einen
feenhaften Tanz auf, der den in Sonderzügen
angereisten Königsbergem großen
Beifall entlockte, berichtet Wilhelm
Westerhausen als Regisseur der Veranstaltung.
Möglicherweise lesen einige dieser
Feen noch diesen Bericht.
In den Besitzverhältnissen gab es im
Laufe der Jahre zahlreiche Veränderungen.
Es kamen neue Geschäfte hinzu,
andere wurden geschlossen oder es wechselten
die Besitzer. Aus dem ursprünglichen
Hotel des Königsberger Konditors
Bandemer wurde über den Verkauf an
Koschinski, danach an Sprung und
Quednau, ein Handwerker-Erholungsheim
und schließlich unter Albert
Badestrand an der Gausupschlucht
(Samml. Klemm)