Als Nachfolger von Renate Block will
ich mich bemühen, ihre Arbeit kontinuierlich
fortzusetzen. Ich bin am 11. Mai
1935 in Marienburg/Westpr. geboren und
habe nach unserem Umzug von 1939 bis
1945 in Neukuhren gewohnt. Von 1941
bis zu unserer Flucht Ende Januar 1945
hatten wir unsere Wohnung in der
Brüsterorter Siedlung Nr. 1, und von dort
bin ich auch im Herbst 1941 eingeschult
worden. In den letzten Januartagen des
Jahres 1945 ist meine Mutter mit ihren
drei Kindern (Bruder und Schwester) auf
dem Seewege über Pillau, Danzig-Neufahrwasser,
Halbinsel Heia und Swinemünde
dem Inferno des Krieges entkommen.
Am 7. März 1945 sind wir dann wohlbehalten
in Brillit im damaligen Kreis
Bremervörde (heute Landkreis Rotenburg/Wümme)
angekommen, und hier
wohne ich heute noch. Seit 1967 bin ich
verheiratet und habe zwei erwachsene
Töchter. Nach Beendigung meiner Schulzeit
und meiner beruflichen Ausbildung
in Bremerhaven zum Großhandelskaufmann
war ich anschließend 39 Jahre bei
einer Allgemeinen Ortskrankenkasse
(AOK) tätig und bin seit einigen Jahren
Pensionär. Nach der Freigabe von Nord-Ostpreußen
für den Reiseverkehr habe ich
mich gleich 1992 mit meiner
Frau auf den Weg nach Neukuhren
gemacht und unser
Haus in der Brüsterorter
Siedlung unversehrt wiedergefunden.
Es folgten zwei weitere Besuche
in den Jahren 1994 und
1998. Wir haben Kontakte zu
den Bewohnern unseres Hauses
und Kontakte habe ich
auch zur Ostmark-Brauerei in
Königsberg, deren Mitbegründer
und erster Direktor
mein Großvater gewesen ist.
Als am 4. März 1993 von
Frau Marianne Bestmann,
geb. Bast unter dem Motto „Ostseebad
Neukuhren - einst und jetzt“ eine Einladung
zu einem Ortstreffen in Eckernförde
im Hotel „Lindenhof1 kam, haben
meine Frau und ich nicht lange gezögert
und waren dann auch bei allen nachfolgenden
Treffen dabei. Bis zum Jahre
1995 wurden diese Treffen in Eckemförde
durchgeführt. Aus Platzgründen
sind wir 1996 nach Groß-Timmendorf
in das Hotel-Restaurant „Fuchsbau“ umgezogen
und veranstalten das alljährliche
Ortstreffen auf Wunsch der Teilnehmer
seit 1999 in Timmendorfer Strand
im Hotel „Meridian“. Dort soll nun auch
am Sonnabend, dem 27. April 2002" als
Jubiläumsveranstaltung das 10. Ortstreffen
Neukuhren stattfinden, für das
ich mir eine Rekordbeteiligung wünsche.
Ich halte es für sehr wichtig, dass unser
jährliches Ortstreffen weiterhin Bestand
Der neue Ortsvertreter Dieter Weiß im Qespräch mit seiner
Vorgängerin Renate Block (rechts) und Arno Reimer bei einem
Neukuhrener Ortstreffen
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hat. Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis
bei diesem individuellen Heimattreffen
dabei zu sein. Das werden mir
sicher alle bisherigen Teilnehmer bestätigen.
In diesem Sinne wünsche ich mir
mit Ihnen ein gesundes Wiedersehen am
27. April 2002 in Timmendorfer Strand.
Mit heimatlichen Grüßen
Dieter Weiß
Breite Lieth 6
27442 Gnarrenburg-Brillit
Tel. und Fax: 04763-7275
Zur Qeschichte des Rittergutes Kommau
Die
Geschichte Kommaus läßt sich
zurückverfolgen bis zu seiner ersten
urkundlichen Erwähnung im Jahre
1317, als Heinrich von Plotzke, Marschall
von Preußen, bestätigte, daß den
preußischen Freien Napergauwe,
Clausie(n), Fritcze, Nerwikete und Stintil
im Gefilde (campus) Cummow, das zum
Dorf (villa) Regitten (Regiten) gehörte,
Grundbesitz zu Erbrecht verliehen worden
ist. Im Jahre 1326 wird Kommau
bereits als Dorf bezeichnet, zu dem das
Gefilde Paititen (auch Paytiten) gehörte.
In diesem Gefilde erhielten in jenem
Jahr die Brüder Johannes und Sander drei
Haken Land „zum Recht der Freien“.
Um 1400 - sicherlich auch schon davor -
setzte sich die Einwohnerschaft Kommaus
aus preußischen Freien und aus preußischen
Scharwerks- bzw. Dienstbauem
zusammen.
1437/38 wird Kommau unter den
Lehngütem des Kammeramtes Schaaken
erwähnt. Hierbei handelte es sich um
kleinere Dienstlehen, deren preußische
Inhaber zum Kriegsdienst verpflichtet
waren, also um die erwähnten preußischen
Freien. Die preußischen Bauern
werden offensichtlich deshalb nicht erwähnt,
weil sie dem Deutschen Orden
gegenüber zu derlei Diensten nicht verpflichtet
waren. Mit dem Ende der Kriege
zwischen dem Orden und den Litauern,
insbesondere durch den Frieden am
Melnosee (1422), verloren die kriegsdienstpflichtigen
Güter für den Orden an
Bedeutung, so dass sich die Anzahl dieser
Güter in der Folgezeit verringerte.
So ist es nicht verwunderlich, daß nach
einem Steuerregister („Nachtgeld“-Verzeichnis)
vom Jahre 1540, das alle selbständigen
Existenzen verzeichnet, Commaw
zu den „preuschen dorffem“ gehörte,
zu jenen Dörfern, deren Bevölkerung
sich ausschließlich aus preußischen
Dienstbauem zusammensetzte. Es ist jedoch
fraglich, ob tatsächlich alle Bauern
in Kommau zu dem genannten Zeitpunkt
noch preußischer Nationalität waren.
Möglicherweise befanden sich unter diesen
Bauern auch schon einige Deutsche,
die zu preußischem Recht dort angesiedelt
worden waren. Berechtigte Zweifel
sind auch im Hinblick darauf angebracht,
daß es sich ausschließlich um Bauern
handelte und nicht auch um einige Freie
oder gar Kölmer, die ihre Höfe „eigentümlich“
besaßen. Die unterschiedlichen 9