Glücksgriffe. Aktuelle Literatur,
Landkarten, Autokarten und Geschenkartikel
fanden regen Zuspruch.
In seiner Eröffnungsansprache am
13.10. konnte Kreisvertreter Helmut
Borkowski außer den russischen
Gästen auch den Fraktionsvorsitzenden
der SPD, Winfried Räbiger,
begrüßen. Er hatte es sich nicht nehmen
lassen, bereits am Sonnabend zu
erscheinen und die Freunde von
Königsberg-Land zu begrüßen. Die
Heimatkreisgemeinschaft hat in ihm
seit langem einen besonders treuen
„Verbündeten“, da er als Schlesier das
Schicksal der Vertriebenen teilt und
seine eigenen Erfahrungen in den
Berichten der Ostpreußen bestätigt
findet.
Helmut Borkowski sprach in seiner
Begrüßung die neuen Perspektiven der
Kreisgemeinschaft an. Der wichtigste
Punkt ist der Umzug der Heimatstube
aus der Tonhallenstraße in das
Preußen-Museum.
Die Zusammenarbeit mit der
Kreisgemeinschaft Fischhausen ist ein
weiteres Thema. Die Heimatkreisgemeinschaft
Landkreis Königsberg
möchte die Zusammenarbeit so weiterführen,
wie sie bisher gelaufen ist.
Das bedeutet: die gemeinsame Herausgabe
des Heimatbriefes, die gemeinsamen
Glückwünsche, gemeinsam
durchgeführte Treffen und Kulturveranstaltungen
wie z.B. in Erfurt
oder in Rauschen. Auch die politische
Lage wurde von Borkowski angesprochen.
Polens Beitritt zur EU werde
durch die Äußerung Bartuschewskis,
man wolle bis 1772, bis zur ersten polnischen
Teilung zurückgehen, nicht
gerade positiv eingeführt. Die Gebietsansprüche
Polens seien auch damals
problematisch gewesen. Der
Sonnabend verging mit Plachandem
und dem Austausch von Erinnerungen.
Klaus Wulff führte Video-Filme über
Ostpreußen vor, und in der Heimatstube
berieten Gerda Weiß und
Dorothea Blankenagel die Gäste in
gewohnter Weise aus ihrer langjährigen
Erfahrung heraus.
Ein gut bestückter Verkaufstisch,
von Herbert Laubstein zusammengestellt,
an dem Bücher, Kalender, Postkarten
- die meisten von Herbert
V.l.n.r.: Kreisvertreter Helmut Borkowski,
Karl-Heinz Puffert, früherer Leiter des
Hauptamtes, CDU-Fraktionsvorsitzender
Friedrich Klanke
Laubstein selbst entworfen - zu erwerben
waren, sollte die Kasse der
Kreisgemeinschaft aufbessern. Am
Abend gab es Tanz zur Live-Musik
mit Rüdiger König. Obwohl man
schon vor Mitternacht aufbrach.
18
waren die Stunden gut genutzt worden:
viele schwangen das Tanzbein.
Zur Feierstunde am Sonntag waren
der Bundestagsabgeordnete Herr
Steffen Kampeter, der Fraktionsvorsitzende
der CDU, Herr Friedrich
Klanke und der Fraktionsvorsitzende
der SPD, Herr Winfried Räbiger erschienen.
Große Betroffenheit herrschte
über die Nachricht vom Tode des
Fraktionsvorsitzenden der FDP, Eckhard
Urbat. Er war ein treuer Weggenosse
der Ostpreußen gewesen und
hatte 1992 mit dem damaligen Kreisvertreter
Fritz Löbert und seiner
Reisegruppe das nördliche Ostpreußen
bereist. Sein früher Tod im Alter von
55 Jahren löste bei den Ostpreußen
tiefe Trauer aus. Helmut Borkowski
nannte ihn bei der Totenehrung stellvertretend
für die Toten der vergangenen
zwei Jahre.
Mit Freude wurden Herr Karl-Heinz
Duffert, der frühere Leiter des Hauptamtes,
Herr Adolf Meyer, der frühere
Personalchef und der Vorsitzende des
BdV-Kreisverbands Minden, Herr
Joachim Sabock, begrüßt. Für Herrn
Erhard Agsten war Herr Alfred
Raschke als Vertreter des Kreistages
erschienen, der auch als erster ein
Grußwort sprach. Er nannte die Entscheidung
des Kreises Minden-Lübbecke
für die Patenschaft mit der
Heimatkreisgemeinschaft Landkreis
Königsberg im Jahre 1955 einen „weisen
Beschluss“. Die Treue zur Heimat
sei ein Bestandteil des Menschseins,
und der Heimatgedanke sei in den
nunmehr 46 Jahren hochgehalten worden.
Dass die Patenschaft lebendig
und beständig geblieben ist, sah er
wesentlich als ein Verdienst des Geschäftsführers
Siegfried Brandes an.
Auch der Bundestagsabgeordnete
Steffen Kampeter ging auf den
„Heimatbegriff“ ein und nannte den
Verlust der Heimat einen „Verlust der
Seele“. Er rief zudem zu einem unverkrampften
nationalen Selbstbewusstsein
auf, das ein natürliches Verhältnis
zur eigenen Herkunft und Geschichte
garantiere. Die Heimatvertriebenen
nannte er aufgrund der Charta die
„Mitarchitekten an einem geeinten
Europa“.
Die Festrede hielt die stellvertretende
Kreisvertreterin Dr. Bärbel Beutner.
Unter dem Thema „Folgen der
Vertreibung“ sprach sie drei Punkte
an: 1. die Verluste, 2. Neuanfang und
Wiederaufbau und 3. Brückenfunktion.
Der Heimatverlust bedeutete
nicht nur Verlust des Vermögens, sondern
auch der sozialen Stellung, des
Ansehens, der gewohnten Lebensart
und der vertrauten Gemeinschaft.
Hier sagte sie Dank den Gemeinwesen
im Westen, die durch die Patenschaften
den Vertriebenen neue kulturelle
und geistige Heimstätten gegeben
hätten, wie es in Minden durch
dieses Treffen wieder dokumentiert
werde. Den Willen zum Neuanfang -
die Vertriebenen wurden keine Terroristen!
- leitete sie aus dem Erbe Kants
und aus den preußischen Tugenden ab,
die Bescheidenheit, Fleiß, Sparsamkeit,
Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft
umfassen, während die 19