Qasthaus Hoppe, später Dagott (Sammt. Klemm)
Vorwerk mit Brau- und Krugrecht genannt.
Aber bereits im 16. Jahrhundert
sind in St. Lorenz, wie auch anderswo,
die Krüger aufgrund ihrer Streitigkeiten
aktenkundig, ln St. Lorenz ging es hauptsächlich
um die Übernahme des Kruges
nach dem Tod der bisherigen Besitzer.
Von 1637 liegt ein Gesuch des Krügers
Christoff Höpner um Bauholz zum Aufbau
seines während der schwedischen Besetzung
abgebrannten Kruges vor.
Weitere Betriebe und Einrichtungen
Nach dem 1. Weltkrieg gründete
Otto Heise ein Sägewerk
mit Schreinerei und Baustoffhandel.
Neben der Fertigung
von Schneidholz wurden Teile
für den Bau, wie Türen,
Fenster und Dielen hergestellt.
Die Firma florierte
wohl gut und Heise erwarb
ein größeres Wohnhaus mit
Mietwohnungen. Nach dem
frühen Tod des Gründers
1932 führten seine Söhne
Richard und Georg den Betrieb
weiter.
Ferner bestand im Dorf ein
Geschäftshaus, dessen Gründung
nicht zu ermitteln ist. Bis
Anfang der 30er Jahre gehörte
es der Familie Gandras. Als
Familie Gandras nach Rauschen
zog und dort das größere
Geschäftshaus in der Hofmannstraße
eröffnete, übernahm
Frau Folgmann das Geschäft
in St. Lorenz.
Direkt daneben, etwas zurückgesetzt,
lag ein Gebäude,
das für unsere Ortsgemeinschaft
Rauschen von besonderer Bedeutung
ist. In ihm wurde 1921 unsere langjähriger
Ortsvertreter Fritz Billjött geboren
und sein Bruder Helmut geboren.
Als Familie Billjött dann Mitte der 20er
Jahre nach Tolklauken zog, richtete hier
der aus Kirtigehnen stammende Fleischermeister
Emil Kurowski eine Fleischerei
ein. Er hat die vorhandenen Gebäude
mit den für das Geschäft notwendigen
Einrichtungen, wie Kühlhaus und
Eiskeller, erweitert. Da im Dorf nahezu
Wohnhaus Heise mit den Bewohnern (Foto A. Zintl)
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alle Selbstversorger waren, wurden
die Fleisch- und Wurstwaren
mit Lieferwagen auch in die Nachbarorte
gebracht. In den Kriegsjahren,
als der Meister und seine
Gesellen im Felde waren, hat Frau
Kurowski mit dem Fahrzeug ein
Fuhrgeschäft betrieben.
Zu den landwirtschaftlichen
Betrieben in den Dörfern gehörte
auch eine Schmiede. Die Güter
hatten zwar größtenteils eine eigene
Gutsschmiede, doch es gab
auch sonst genügend Arbeit.
Wahrscheinlich auch nach dem I.
Weltkrieg siedelte sich Schmiedemeister
Dennewitz mit seiner Familie in St.
Lorenz an.
Öffentliche Einrichtungen
Zu der Gemeinde gehörte eigentlich ein
Gemeindeamt mit einem Bürgermeister.
Doch erstaunlicherweise war das kein
Ortsansässiger und er wohnte nicht in St.
Lorenz. Es war seit 1933 Herr Stops in
Tykrehnen, der die Amtsgeschäfte in seinem
Haus erledigte. Der Standesbeamte
soll in St. Lorenz Hauptlehrer Matthae
gewesen sein.
Im Hause des Gutskutschers Komm
hatte die Gemeindeschwester Anna
Brandtner ihre Station. Die Polizeistation
war in Rauschen.
Seit 1.1.1865 gab es in St. Lorenz eine
Postanstalt. Sie wurde vorübergehend
von 1924 bis 1931 geschlossen. Unklar
ist, wo sie bis 1924 bestanden hat. Nach
1931 hatte sie zunächst Schumachermeister
Wichmann im Hause Heise. Sie
wurde später, etwa ab 1939, von Frau
Wieck übernommen. (Einzelheiten zur
Post in St. Lorenz siehe Heimatbrief 144.
Folge.)
Die eingemeindeten Ortsteile
Nortycken wird 1405 als Nartucken genannt.
1785 gilt es noch als Königliches
Dorf mit 10 Feuerstellen, das 1844 noch
über 100 Einwohner hatte. Diese Menschen
arbeiteten in der Bernsteingewinnung,
der dort bergmännisch abgebaut
worden ist. Später sollen nur noch drei
Bauernhöfe bestanden haben, die zu St.
Lorenz eingemeindet wurden.
Pokirben wird 1487 als Pokerbinn genannt.
1785 war Pokirben ein Köllmisches
Gut mit 2 Feuerstellen. Um 1880
gehört Pokirben zusammen mit dem Gut
Tykrehnen der Familie Schneege. Der
Besitz wechselte in der Folgezeit häufig.
Um 1930 ist Pokirben im Besitz von Meta
Krupkat. Dem Gut war eine Torffabrikation
angegliedert und es wurde Moor
für medizinische Zwecke abgebaut. In unmittelbarer
Nähe des Ortes liegt der
Pilberg, bei dem sich ein großes Gräberfeld
befand. Pokirben wurde zusammen
mit Nortycken nach St. Lorenz eingemeindet.
1938 hatte Pokirben 55 Einwoh-45
ner.