Metadata : Unser Schönes Samland

Ferdinand Schulz vor einem Flug in
Palmnicken (Foto Kecker)

Der Rekordflug von Ernst Jaehtmann
Glücklicherweise war mit dem frühen
und tragischen Tod von Ferdinand Schulz
der Segelflug im Samland nicht zu Ende.
Es wurde weiter geflogen!
1943 stellte der auf einem samländischen
Flugplatz stationierte, kriegsbeschädigte
Ernst Jachtmann an der Samlandküste -
er startete in Brüsterort - einen (allerdings
wohl aufgrund der Kriegsereignisse international
 nicht anerkannten) Weltrekord
 im Langzeitflug über fast 56 Stunden
 auf. Diese Rekordzeit wurde erst nach
Kriegsende überboten.
Jachtmann sagte in einem Vortrag selbst
zu diesem Flug: „Einen Weltrekord zu
segeln - das enthüllt sich nicht nur als
gediegenes Heldenstück. Es gehören die
Kenntnis der Thermikgesetze und es gehört
 die körperliche und nervliche Ausdauer
 dazu.“ Probleme bereitete schon
die Nahrungsaufnahme, da die Aufmerksamkeit

 dem Wind und den Wolken gehörte.
 Ein kurzes Einnicken bewirkte,
dass er fast die Orientierung verlor.
Andere folgten seinem Weg und flogen
- allerdings mit weniger Erfolg - ebenfalls
 an der Steilküste des Samlands.

Weitere Fliegerschulen im Samland
Mit der Einführung der Motorwinden
und des Schlepps durch Motorflugzeuge
wurde der Segelflug praktisch überall
dort möglich, wo freie Flächen sowie
eine Start- und Landemöglichkeit für
Motorflugzeuge waren. Somit kamen
neben den natürliche Hängen praktisch
auch alle Flugplätze dafür in Frage. Dies
wurde seit Mitte der 30er Jahre zur vormilitärischen
 Ausbildung und besonders
zur Vorschulung der Piloten in den Kriegsjahren
 praktiziert.
Die Orte der Kurischen Nehrung brauchen
 nicht weiter erwähnt zu werden. Sie
bildeten an den Dünen den Urbeginn des
Segelflugs im Samland. Auch über Brüsterort
 und Palmnicken wurde vorstehend
berichtet. Nach einer Auflistung früherer
 Segelflieger gab es im Samland außerdem
 in folgenden Orten Segelflugunterricht
 und -möglichkeiten:

- Gutenfeld
- Lochstädt
- Nesselbeck
- Neuhausen
- Neukuhren
- Powunden
und - Seepothen.
Nach Kopien von Flugbüchern früherer
Segelflieger liegen Eintragungen, außer
von Brüsterort, Palmnicken, Picebefa
(Pilikoppen) und Rossitten, auch von
Nesselbeck und Powunden vor.
Das Kriegsende beendete dieses sportliche
 Fliegen im Samland und auch zunächst

in Ostpreußen. Heute gibt es im südlichen
 Ostpreußen wieder Segelfluggelände
 auf dem auch deutsche Segelflieger
zu Gast sind.

Ich habe versucht aus der Literatur,
alten Aufzeichnungen und Berichten den
Segelflug in unserer Heimat darzustellen.
 Neben der Wasserkuppe in der Rhön
hat unser Kreis Samland einen großen
Anteil an dieser flugsportlichen Entwicklung,
 die heute noch weiter verbreitet ist
und zahlreiche Anhänger besitzt.

Für diese Arbeit standen, außer den
Ansichtskarten und Zeitungsberichten aus
der eigenen Sammlung, Unterlagen des

Es

war schon erfreulich zu sehen, dass
nach lang anhaltenden Westwinden
die See vor der „Promenade“ so viel Sand
angespült hatte, dass auf der gesamten
Länge ein Strand zwischen 10 und z.T.
bis zu 30 m Breite den Badegästen zur
Verfügung stand! Das hielt auch so den
ganzen Juli und August über an. Der
Sommer zeigte sich in diesem Jahr als
„echter Cranzer Sommer“ so, wie wir ihn
aus früheren Jahren kannten. Temperaturen
 immer so um die 30°, Wasser zwischen
 18 und an manchen Tagen 20°.
Tagelang ganz ruhige See und dann wieder,
obwohl kaum Wind, schönster Wellenschlag.
 Erst Anfang September drehte
der Wind nach Nord und es kam das bekannte
 kalte Wasser aus dem Finnischen
Meerbusen, was aber die Badefreuden -
bis auf zwei Sturmtage - wenig beeinflusste.
 Die Badegäste lagen - wie an den

früheren Segeltluglehrers von Rossitten
und langjährigen Leiters der „Traditionsgemeinschaft
 der Ostpreußenflieger“,
Helmut Plauschinat, zur Verfügung.
Plauschi lebt nicht mehr. Ihm sollte
hiermit ein würdiges Andenken gesetzt
sein.

Hans-Georg Klemm

Quellen:

A. und J. Sommerfeld: Er flog die Besenstielkiste,



Verschiedene Berichte von ehemaligen Segelfliegern

 u. Zeitungen.

Mittelmeerstränden - dicht gedrängt am
Strand und man konnte nur im Zickzacklauf
 das Wasser erreichen. Das Fehlen
von Strandkörben und der bei uns obligatorischen
 Sandburgen mit ihren bunten
 Fähnchen machten deutlich, dass man
eben doch nicht am vertrauten „Cranzer“
Strand war! Mit dem Nordwind verringerte
 sich die Strandbreite wieder merklich.
 Es machte sich deutlich der fehlende
 Buhnenschutz bemerkbar.
Leider trieb an manchen Tagen der
Wind den Geruch vom „umgekippten“
Haffwasser sehr stark bis in den Ort und
man musste auch nachts die Fenster
schließen. Hier rächt sich, dass immer
noch Abwässer - vor allem solche aus den
Industrieanlagen - in das Haff eingeleitet
 werden, was auch ein großes Fischsterben
 zur Folge hat. Ansonsten konnte
man aber die uns vertrauten lauen,
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Report aus Cranz/Selenogradsk IV/2002