Verträge - die gebräuchlichste Form bei Neuansiedlem - gekündigt,
etc. Damit fielen große Landflächen an den polnischen
Staat. Im Kirchspiel Altkloster waren davon die Kolonien
in Manche und Altkloster betroffen. Die preußische Ansiedlungskommission
hatte hier 1907 das Dominium aufgekauft
und vor allem an Pfälzer vergeben. Laut Versailler Vertrag
durften nur diejenigen bleiben, die bereits vor 1908 im
späteren Polen gelebt haben. Die Ansiedlung in Mauche aber
war erst danach erfolgt, so wurden die Familien Frech, Wollenschläger,
Roland, Faustmann, Göbel, Fleischer, Renner,
Hirt, Kick, Mittmann, Kerth, u.v.a.m. aus Mochy (Mauche)
ausgewiesen. Nur sehr wenigen gelang es zu bleiben.
Auch die deutschen Beamten (Verwaltung, Post, Eisenbahn,
Lehrer etc.) wurden von dem neuen Staat rigoros abgelehnt, so
daß sie keine Chance mehr hatten ihren Lebensunterhalt zu
bestreiten und entweder freiwillig gingen oder ausgewiesen
wurden. Denjenigen, die sich dennoch entschieden in Polen zu
bleiben, versuchte man die wirtschaftliche Basis zu entziehen.
Sei es dadurch, daß man Deutschen keine Arbeit gab, oder deren
Geschäfte boykottierte. Der spätere deutsche Slogan
„Kauft nicht bei Juden,“13 existierte vorher bereits in der Variante
„Kauft nicht bei Deutschen.“
13 Auch die Juden, die zweitgrößte Minderheit in Polen, wurde fast schon traditionell
benachteiligt und verdrängt. Sie wurden meistens mit einer Art Deutscher gleichgesetzt.
Auf diese Weise reduzierte Polen die deutsche Minderheit bis
1939 um eine Millionen Menschen. Mit der verbliebenen
Minderheit ging man rabiat vor. Da man das Deutschtum mit
dem Protestantismus gleichsetzte, war eine staatliche Benachteiligung
der evangelischen Kirche fast zwingend notwendig.
Es ging dabei vor allem um die Vertreibung der Intelligenz,
der evangelischen Pfarrerschaft. 29