Full text : Unser Schönes Samland

schließen könnte. So habe ich festgestellt,
dass für sehr viele Orte gut gepflegte
Einwohnerlisten mit vielen Angaben erstellt
 worden sind, die nur noch aufgespürt
 werden müssen, und die ich gerne
kurzzeitig ausleihen würde. Von der
Größenordnung her sind es ca. 200 Gemeinden
 mit bis zu 120.000 Bewohnern
im Samland; davon sind etwa ein Viertel
in den Kriegswirren bis 1948 in der Heimat
 umgekommen, fast die Hälfte der
ehemaligen Bewohner leben jedoch -
verteilt auf der ganzen Welt.
Am Monatsende April 2005 war ich
wieder für eine Woche im Samland und

werde zur Jubiläumsfeier von Königsberg
ebenfalls dabei sein.
Ich freue mich über Ihre Anfragen und
besonders über weitere Hinweise aus dem
Samland.

Ihr/Euer
Pobethen-Dietmar Wrage
Am Steinkreuz 7
22941 Bargteheide
Tel.: 04532 - 400 910
Fax: 04532 - 400 980
Mobil: 0170 - 5474940

E-Mail: pobethen-dietmar@t.online.de
www.pobethen-dietmar.de

Die Domäne Schaaken

Der

Ort Schaaken, bestehend aus den
Teilen Kirche-Schaaken, Liska-Schaaken
 und Domäne-Schaaken liegt
etwa 27 km nördlich von Königsberg und
15 km östlich von Cranz. Von Königsberg
 führt die Straße über Neuhausen und
Trömpau nach Schaaksvitte am Kurischen
 Haff. Drei Kilometer davor, in
Kirche-Schaaken zweigt eine Landstraße
 nach Westen ab. Auf ihr kommt man
nach Liska-Schaaken und weiter über die
Beek zur Domäne Schaaken. Die Landstraße
 führt nördlich um die Domäne
herum nach Gunthenen und Powunden.
Ein Abzweig geht von der Domäne nach
Norden, 3 km nach Schmiedehnen zum
Kurischen Haff.
Mein Großvater Adolf Riebensahm
pachtete die Domäne im Jahre 1912 und
bewirtschaftete sie bis zu seinem Tod im
Jahre 1925. Mein Vater Adolf Riebensahm
 hatte die Landwirtschaft auf der
Domäne von der Pike auf erlernt und war

nur ein Jahr auf der Domäne Neuendorf
bei Fischhausen, wo er seine Frau Vera,
die älteste Tochter des Domänenpächters
Georg von Alten, kennen lernte. Sie heirateten
 im September 1926. Die Domäne
 Schaaken führte er bis zu seinem
Soldatentod im Oktober 1941 in Russland.
 Danach ging die Pacht auf meine
Mutter über, die die Domäne bis Januar
1945 bewirtschaftete, unterstützt durch
den Inspektor Adolf Drope, einen Vetter
meines Vaters.
Zur Domäne gehörte der von einer
Feldsteinmauer umschlossene „Oberhof1,
 der „Unterhof‘ mit Stallungen,
Scheunen, Teichen und Gärten rings um
die Mauer, sowie die Häuser mit den
Wohnungen der etwa 30 Mitarbeiter samt
den dazugehörigen Ställen und Gartenflächen.
 Die Felder, Weiden und Wiesen
der Domäne reichten bis zum 3 km entfernten
 Kurischen Haff im Norden. Die
Fläche betrug knapp 600 Hektar.

70 71