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ein Garten mit Sträuchem und Blumenbeeten,
gepflegten Gartenwegen und riesigen
Kastanienbäumen. Der so genannte
Burggarten lag südlich der Auffahrt,
reichte bis zur Beek und bestand ebenso
aus Rasenflächen, Gartenwegen und
Sträuchem, darunter viele Haselnussbüsche,
auch Ulmen und Erlen. Weiter
westlich gab es Blumenbeete, Erdbeeren,
eine Bleiche, den umzäunten Gartenteich,
mit hohen Bäumen dmm herum,
Linden, Erlen und Weiden. Dahinter eine
Fläche mit Himbeer- und Johannisbeersträuchern.
Nördlich des Teiches schließlich
viele Gemüsebeete, die Frühbeetanlage,
der Bienenstand und etwa drei Reihen
Tomatenpflanzen und Pfirsichspalierbäumen
direkt an der geschützten Südwand
des langen Kuhstalles. Für den großen
Garten war ein Gärtnermeister verantwortlich.
Wenn er für die Arbeit Hilfe
brauchte, musste er diese im Gutsbüro
beantragen.
Der Tagesablauf auf der Domäne war
durch die Jahreszeiten und das Wetter
geprägt. Auf dem Schmiedegebäude war
ein kleiner Glockenturm mit einer Glocke,
welche der Kämmerer läutete und
weit hörbar den Arbeitstag einteilte.
Die Kühe, in zwei Herden aufgeteilt,
wurden von je einem Oberschweizer und
drei Unterschweizem von Hand gemolken
und versorgt. Im Sommer geschah
dies draußen auf den Weiden.
Für die vielen Zuchtschweine lag die
Verantwortung bei dem Schweinemeister.
Die Arbeitspferde wurden vor Arbeitsbeginn
morgens von ihrem Gespannführer,
der für seine vier Pferde zuständig
war, gefüttert, getränkt und gestriegelt.
ln den warmen Sommermonaten
blieben die Pferde nachts auf der Weide.
Der Speichermeister hatte die Verantwortung
für das gesamte Getreide nach
dem Dreschen. Er sorgte für die Lieferungen
an die Mühle, gab das Deputatgetreide
an die Mitarbeiter aus und teilte
das Futtergetreide den jeweils Verantwortlichen
zu.
Die besonders herausragenden Ereignisse
im Jahresablauf der Domäne waren
die Treibjagd im Winter, das Osterfest,
im Herbst das Erntedankfest und
schließlich Weihnachten.
Die Treibjagd brachte im Durchschnitt
ca. 150 Hasen als Strecke, manchmal
noch einige Füchse. Nach dem mühevollen
Gang bei eisigem Wind über Schnee
und die hart gefrorenen Sturzäcker für
drei Kesseltreiben (immer 4 bis 5 junge
Menschen von der Domäne als Treiber
zwischen zwei Schützen) feierte man
anschließend bei uns im Haus. Etwa 10
bis 12 Jäger aus der Nachbarschaft, dem
Freundes- und Verwandtenkreis waren die
Schützen.
Das Erntedankfest wurde im großen
Saal in Wegeners Krug mit der ganzen
großen Gemeinschaft der Menschen von
der Domäne gefeiert. Es war ein großes
Fest und begann mit Kaffeetrinken und
viel Apfel- und Streuselkuchen an langen,
schön gedeckten Tischen. Dann
dankte unser Vater allen für ihre fleißige
und treue Arbeit, danach dankten die Mitarbeiter
mit Gedichten, Erntekronen und
Kränzen, die von jungen Frauen überreicht
wurden. Die Zeit bis zum Abendessen
wurde jeweils durch ein lustiges,
mundartliches Theaterstück ausgefüllt,
bei dem unser Vater häufig mitspielte.
Zum Abendessen gab es Kartoffelsalat
und für jeden eine große, runde Fleischwurst.
Der Wirt zapfte das Bier und für
die Kinder gab es Himbeersaft. Uns Kinder
interessierte weniger der erste Tanz,
den unserVater anschließend mit der Frau
des Kämmerers eröffnete, sondern der
Korb voller Äpfel, den er (er war zwei
Meter groß) auf seinen Kopf stellte und
dann damit hochsprang, so dass die Äpfel
durch den Saal kullerten und wir mit
allen Kindern aus dem Dorf uns tummelten,
um möglichst welche zu erwischen.
Von 1936 an ging es unserer Familie
und auch allen Mitarbeitern bei den
damals bescheidenen Ansprüchen relativ
gut. Das änderte sich mit Beginn des
Krieges. Mein Vater wurde zum 1. August
1939 eingezogen und fiel in Russland
im Oktober 1941. So wie er wurden
auch viele andere Ehemänner und
Söhne aus der Domäne zum Wehrdienst
einberufen; viele von ihnen mussten an
den Fronten im Westen oder Osten ihr
Leben lassen.
Auf dem Gut arbeiteten in dieser Zeit
etliche Kriegsgefangene aus Polen,
Frankreich und Belgien. Etwas später
kamen Kriegsgefangene aus Russland
hinzu, die aber in einer extra eingezäunten
Baracke untergebracht und durch
Wachpersonal bewacht wurden. Einige
Gefangene übernahmen verantwortliche
Aufgaben im Betrieb, z.B. als Gespannführer.
Die letzten Kriegsjahre waren geprägt
durch wesentliche materielle Einschränkungen
und leider auch durch damals
politisch bedingte Zurückhaltung beim
Umgang miteinander.
Seit Herbst 1944 gab es Einquartierung
auf der Domäne, auch einige Flüchtlinge
aus dem nördlichen Ostpreußen fanden
bei uns Unterschlupf, bevor sie weiter
zogen.
Im Januar 1945 mussten wir Schaaken
für immer verlassen.
Dietrich Riebensahm
Gothaer Straße 20
34289 Zierenberg
Tel.: 05606 - 3537
Email: dietrich.riebensahm@t-online.de
Palmnicker Qeschichten: Ku(h)mehnen
Wenn
ich im Fernsehen jedes Jahr das
Rennen der Stiere durch die Stadt
Pamplona in Spanien sehe, dann fällt mir
immer mein Erlebnis mit den Kühen in
Kumehnen ein.
Wir Palmnicker hatten mit Kumehnen
nicht viel zu tun. Wir wussten nur, dass
es an unserem höchsten Gebirge, dem
Alkgebirge lag. Wussten, dass der höchste
Berg, der Galtgarben 110 Meter hoch war
und eine Sprungschanze hatte.
Und doch passierte mir diese Geschichte
dort mit den Kühen.
Es war Sommer, und wir freuten uns
schon rein dammlich wie jedes Jahr auf
die Sommerferien, die immer Anfang
Juli begannen, denn von da ab fing für
uns das Leben wie im Paradies an, mit
Strand, See und Faulenzen in der Sonne.
Es war der Sommer 1943, mitten im
Krieg, von dem wir in Ostpreußen noch
fast gar nuscht merkten. Da kam jemand
in Königsberg bei der Geschäftsstelle der
Hitlerjugend auf die Idee, wir Schüler
im Alter über 14 Jahre müssten auch etwas
zum Endsieg beitragen. Vier Wochen
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