fullscreen : Unser Schönes Samland

nisch (Telefon 06051/124 29 - Wöbke)
ihr Interesse an der Fahrt bekunden.
Friedrichstadt an der schleswigholsteinischen
 Westküste erlebte wie
Pillau als „Klein-Amsterdam“ im 17.
Jahrhundert seine erste Blüte.

Weiterhin dringend gesucht werden erhaltene
 Exemplare des „Pillauer Blinkfeuer“
 aus den Jahren 1946 bis 1951.
Diese Heimatzeitschrift soll nach Möglichkeit
 als Abschrift neu herausgegeben
werden. Kopien erbittet der Vorsitzende
der Heimatgemeinschaft Seestadt Pillau
e.V., Dr. Bernd Wöbke, Kinzigstr. 76,
63571 Gelnhausen (Unkosten werden

erstattet).

In den sechziger Jahren besuchten mehrere
 Gruppen von Pillauer Kindern, von
denen vermutlich die meisten in Nordrhein-Westfalen
 wohnten, für einige
Wochen als Gäste unsere Patenstadt
Eckernförde. Ich würde mich freuen,
wenn sich diese „Kinder“ beim diesjährigen
 Jubiläumstreffen zahlreich in
Eckemforde einfmden würden. Für eine
kurze Benachrichtigung wäre ich dankbar.



Dr. Bernd Wöbke
Kinzigstr. 76
63571 Gelnhausen

Liebe Regehner Heimatfreunde

einschließlich der Ortsteile Watzum, Kalthof und Tolklauken!

Endlich

ist es soweit. Die Tage werden
 wieder länger jung und alt freuen
 sich auf die warme Jahreszeit. Auf
Sonne, auf Spaziergänge, auf Radtouren
und auf Altvertrautes und ganz viel
Neues. Lassen wir uns also überraschen
und neugierig werden auf die große Vielfalt,
 die uns erwartet. Astrid Lindgren
sagte einmal. „Und dann muss man ja
noch Zeit haben - einfach dazusitzen und
vor sich hin zu schauen und zu staunen.“
... Wie wahr. Gelassenheit ist also angesagt.


Erst vor einiger Zeit habe ich davon
Kenntnis erhalten, dass unsere liebe
Heimatfreundin Adele Lauter, geb. Lück
unerwartet am 24. August 2004 im Alter
von 80 Jahren in Mecklenburg verstorben
 ist. Adele L. war nach der Wende
etliche Male nach Pinneberg gekommen,

um alte Freunde und Weggefährten zu
treffen. Die Wiedersehensfreude nach so
vielen Jahrzehnten war natürlich beeindruckend.
 Anfang 1925 kamen Adeles
Eltern von Westpreußen zunächst nach
Stapomen, wo sie eine Siedlung übernommen
 haben. 1930 bot sich ihnen die
Gelegenheit einen Bauernhof in
Regehnen von dem Besitzer Fritz Böttcher
 zu erwerben, welcher dicht an der
Staporner Grenze lag. Die Siedlung in
Stapomen hat dann Adeles älterer Bruder
 übernommen. Von dort hat sie die
Schule in Regehnen besucht und später
auch das Ende des Krieges miterlebt. Ihr
Vater wurde in den letzten Kriegstagen
zum Volkssturm einberufen und ist seitdem
 verschollen. Die Gebäude wurden
Anfang März 1945 durch Artilleriebeschuss
 z. T. zerstört. Einige Zeit später

 sind die restlichen Gebäude abgebrannt.
 Ende November 1947 hatte die
Odyssee ein Ende und Adele musste mit
ihrer Mutter unsere Heimat verlassen und
kam nach Mecklenburg, wo sich ihr
Lebenskreis nun geschlossen hat. Wir
werden ihr innerhalb unserer Heimatgemeinschaft
 ein ehrendes Andenken
bewahren. Den Angehörigen gilt unser
tiefes Mitgefühl.
Im Juli d. J. jähren sich zum 10. Mal
die Tage der Reise in unsere Heimat, die
wir mit zehn Personen unternommen
hatten. Wehmütige Gefühle und Erinnerungen
 werden wieder wach. Spontan
fällt mir die Bahnfahrt von Rauschen
nach Neukuhren ein. Unterwegs sehen
wir ein blaues Farbenmeer blühender
Lupinen, die in das satte Grün der Landschaft
 ihre leuchtende Pracht entfalten
und die Sinne betört. Man könnte während
 dieser Zeit unser Samland auch
„Blaue Insel“ nennen. Und man möchte
sich am liebsten mitten hinein setzen -
in sich hineinhorchend - und das besondere
 Flair genießen.
In Neukuhren angekommen versuchen
wir von der Steilküste aus zum Badestrand
 zu gelangen. Ein abenteuerlicher
Abstieg steht uns bevor und wird dennoch
 gemeistert. Unten angekommen
empfängt uns ein faszinierendes Bild
glanzvoller Vergangenheit. Der helle,
zauberhafte, feine Dünen- und Bemsteinstrand
 zieht sich in Richtung Rantau
bogenförmig dahin. Ein Blick zur anderen
 Seite lässt uns den Fischereihafen
erkennen. Ein Bild, das sich tief einprägt.
Inder Feme ein eindrucksvolles Bild, das
man wohl vor Hunderten von Jahren

genauso beobachten konnte: Ein Blick
über die unendliche Weite der sich leicht
bewegenden, mit Schaumkronen bedeckten
 Wellen der Ostsee. Man taucht ein in
eine Welt, die für manche schon längst
Vergangenheit ist. Ehrfurcht vor den
Mächten der Natur lässt uns stille werden.
 - Einfach überwältigend.
Am nächsten Tag in Rauschen: Eine
sanfte Brise, die von See her über die
steile Nordküste streicht, frischt für einen
 Augenblick etwas auf. Es raschelt in
den Kronen der alten Föhren, die seit ewigen
 Zeiten vereinzelt an der Steilküste
zu sehen sind. Genau so hatten wir es
uns vorgestellt. Unbeschwerte und herrlich
 erholsame Tage in heimatlichen Gefilden
 im warmen Zuckersand zu liegen.
Schneeweißer Sand streichelt unsere
Füße. Wie ein riesiger Spiegel glitzert
die See in gleißendem Sonnenlicht.
Landschaftsbilder streicheln unsere kranke
 Seele. - Ist es ein Traum oder Wirklichkeit?
 ...

Ausflugsboote ziehen weiße Schaumstreifen
 ins azurblaue Wasser der Ostsee
und vermitteln uns ein malerisches Bild
wie Postkartenidylle. - Das sind Momente
 des Lebens, in denen die Zeit für
ein paar Augenblicke stehenzubleiben
scheint.

Abschließend wünsche ich Ihnen allen,
meine lieben Regehner, eine gute Zeit
und erholsame Urlaubstage und grüße Sie
- wie immer - in alter heimatlicher Verbundenheit,


Ihr Willy Fischer

Redaktionsschluss für Folge 167 ist der 10. Juli 2005