geschoss sind Votivkacheln für Einzelpersonen,
Familien oder Gruppen gedacht,
die ihre Kacheln individuell gestalten
lassen können (Kosten für eine
Kachel 15 x 15 cm = 511,- Euro; für
eine Kachel 15 x 30 cm - 1022, - Euro).
An der Außenwand des Turmes, gleich
neben der Eingangstür, befindet sich eine
Bronzeplatte in der Größe von ca. 70 x
170 cm, die den Brünner Todesmarsch
darstellt. Platz für andere gravierende
Ereignisse der Jahre 1945/46 ist noch
vorhanden. So könnte z.B. für Ostpreußen
eine Darstellung der Flucht über
das Eis des Frischen Flaffs angebracht
werden.
Viel Arbeit ist bisher geleistet worden,
aber für den Innenausbau muss noch
manches getan werden.
Aus Trauer und tiefem Schmerz entstand
die Gedenkstätte. Achtung vor den
Toten soll uns dahin führen, mutig in die
Zukunft zu schauen und diesen Ort zu
einer Begegnungsstätte in Frieden werden
zu lassen. Es liegt an uns, dass dieses
Ziel erreicht wird:
Der Altvaterturm soll eine Mahn- und
Gedenkstätte, ein Zentrum für alle Vertriebenen
aus den deutschen Ostgebieten
werden.
Das Zentrum „Altvaterturm“ will keine
Konkurrenz sein für das von Frau Steinbach
angestrebte Zentrum gegen Vertreibungen
- beide sind wichtig. Doch für
die deutschen Fleimatvertriebenen ist die
Errichtung einer Gedenkstätte für alle
Deutschen auf deutschem Boden von
wesentlicher Bedeutung.
Am besten aber ist es, Sie fahren hin
und schauen sich den Altvaterturm persönlich
an.
Inge Keller-Dommasch
Winkel 112
CH-8916 Jonen/Schweiz
Junge Samländer" gesucht!
Obwohl
viele unserer Landsleute mit
den Russen bei Kriegsende schlimmere
Erfahrungen als mit allen anderen
Kriegsgegnern gemacht haben, ist heute
das Verhältnis zwischen den Heimatvertriebenen
und den Russen freundschaftlicher
und aufrichtiger als mit der Bevölkerung
in anderen Vertreibungsgebieten.
Viele in unserer Heimat ansässig gewordenen
Russen sehen in uns fast so was
wie Landsleute und der alte Rayon-Chef
Schegeda (etwa Landrat) hat uns bei der
ersten Begegnung sogar mit „Landsleute“
angesprochen. Historisch waren ja die
Preußen und die Russen bis zum 1. Weltkrieg
stets freundschaftlich mit gegenseitigem
Respekt und gegenseitiger
Hochachtung verbunden.
Wir Vertriebenen haben seit der Öffnung
des Königsberger Gebiets schon
zahlreiche persönliche Kontakte geknüpft
und können uns durchaus als Brücke
zwischen Deutschen und Russen verstehen,
um an die alten guten Beziehungen
der beiden größten europäischen
Völker anzuknüpfen. Und da sollte doch
vor allem die Jugend eingebunden werden.
Nach mehreren Schülerwettbewerben
in Cranz wollen wir nun einen gemeinsamen
Wettbewerb mit den Nachkommen
der früheren und der heutigen
Samländer versuchen und hoffen auf rege
Teilnahme.
Geplant ist ein Wettbewerb „Jugend
forscht“. Jetzt, 60 Jahre nach Krieg,
Flucht und Vertreibung der Samländer
und teils zwangsweise dorthin umgesiedelten
Sowjetbürgern, verlischt allein aus
biologischen Gründen allmählich die
Chance, in der eigenen Familie über jene
Zeit zu forschen. Am Beispiel der eigenen
Familie sollen die Teilnehmer ermitteln,
was sich in der Vergangenheit abgespielt
hat. Die historischen Ergebnisse
sind ja bekannt, aber wie hat sich alles
auf das Leben der einzelnen Familien
ausgewirkt?
Die deutschen und russischen Jugendlichen
sollen erforschen, wie und wo Urgroßeltern
und Großeltern früher lebten.
-Was veranlasste sie, die Heimat zu verlassen
und woanders zu suchen? - Welche
Umstände beeindruckten oder belasteten
sie damals besonders? - Lässt sich
den Großeltern ein ehrliches Urteil über
das frühere politische System entlocken?
- Wie wurden sie in der neuen Heimat
aufgenommen und wie waren Aufstieg
und Veränderungen? — Gibt es zur alten
Heimat noch Kontakte und von welchen
Gefühlen sind sie geprägt? - Welche
Hoffnungen hat man für die Zukunft? -
Fühlen sich die Jugendlichen und ihre
Eltern noch mit der Heimat der Vorfahren
verbunden?
Dieser Fragenkatalog lässt sich fast
beliebig ergänzen. Eine spätere zweisprachige
Buchpublikation ist nicht ausgeschlossen.
Das Thema lautet:
„Weggegangen - Angekommen,
Migration in der Geschichte“.
Arbeitsumfang: 7-8 DIN A4-Seiten per
Hand oder 4-5 mit Schreibmaschine,
nicht mehr! Abgabetermin: zwischen 15.
Januar und 1. Februar 2006
Die 6 Besten aus beiden Gruppen, von
unabhängigen Jurys ausgewählt, werden
im Sommer 2006 zu einer gemeinsamen
Freizeit an die deutsche Nord- oder Ostseeküste
eingeladen. 50 % der Reisekosten
und alle übrigen Kosten sowie
ein Taschengeld übernimmt der Verein
„Freunde von Cranz/Selenogradsk und
Umgebung e.V.“ Wenn sich eine gute
Freundschaft entwickelt, ist später noch
eine Begegnung im Samland geplant.
Nun werben Sie, liebe Großeltern und
Eltern, bei ihren Familienmitgliedern im
entsprechenden Alter. Wir wollen uns ja
nicht bei den sicher zahlreich mitmachenden
Russen blamieren.
Damit wir wissen, wie groß das Interesse
ist und ob weitere Werbung nötig
wird, bitten wir darum, uns bis 1. Juli zu
melden, wie „Ihre Jugend“ reagiert und
ob wir mit Teilnehmern rechnen können,
am besten an den Vermittler des Wettbewerbs:
Horst Dietrich
Mannstaedtstraße 6
65187 Wiesbaden
Tel/Fax: 0611 - 85505
Selbstverständlich sind auch Kritik und
Anregungen willkommen.
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Redaktionsschluss für Folge 167 ist der 10. Juli 2005 15