Liebe Landsleute aus Zimmerbude!
Als
ich im August des vergangenen
Jahres durch unser Zimmerbude
ging, um Erinnerungen aus meinen Kinderjahren
wachzurufen, habe ich bemerkt,
wie die Zeit von nunmehr 60 Jahren
an meinem Gedächtnis genagt hat.
Liebe Zimmerbuder, wir haben
sicherlich kleine Geschichten, Anekdoten
oder andere Überlieferungen um
Zimmerbude - ob ernst, lustig oder
schwermütig, auch kurios - von unseren
Eltern und Großeltern gehört, vielleicht
sogar aufgeschrieben. Sicherlich existieren
bei vielen von uns noch Fotos von
Bauern, Handwerkern, Fischern, vom
Haff, Hafen, Seekanal, von Häusern, den
Straßen und Wegen, von der Schule, von
der Kirche oder auch vom Wald, oder
von Zimmerbuderinnen auf dem Königsberger
Fischmarkt und Frauen, die mit
Gemüse zum Markt fuhren. Es gab unendlich
viele Motive.
Deshalb wäre es doch lohnenswert,
wenn wir diese Begebenheiten und Überlieferungen
Zusammentragen würden, um
sie auszuarbeiten möglichst mit Hilfe unserer
heutigen, ältesten Generation. - Ich
hoffe, es würde eine kleine Chronik
daraus entstehen. Fotos und andere Originale
werden selbstverständlich zurückgeschickt.
Ich hoffe auf eine gute und rege Zusammenarbeit
und wünsche allen Landsleuten
einffohes und gesundes neues Jahr.
Euer Werner Schöttke
(Daniel Schöttke’s)
Goethestraße 52a
27721 Ritterhude
Tel/Fax: 04292 - 23 57
E-Mail: wemer.schoettke@arcor.de
Deutschlands ältester Segelverein -
gegründet 1855 in Königsberg - wird 150 Jahre alt
Der
SC Rhe, ältester deutscher Segelverein,
wurde am 7. Februar 2005
150 Jahre alt. „Wir sind weder der größte
noch der prestigeträchtigste Segelclub
in Deutschland. Aber genau wie vor eineinhalb
Jahrhunderten sind wir eine verschworene
Gemeinschaft begeisterter
Segler, die Spaß an gemeinsamen Touren
hat. In diesem Sinne setzten wir die
Tradition der Gründerväter fort. Und
darauf sind Wir alle auch ein bisschen
stolz“, so Wilko Darger (35), Vorsitzender
des SC Rhe.
Am 7. Februar 1855 hatte der 17-jährige
Oberprimaner Emst Burow den Ver-34
ein in Königsberg/Preußen ins Leben gerufen.
Gemeinsam mit acht Mitstreitern
- allesamt Schüler und Studenten - legte
Burow, der es später bis zum Medizin-Professor
und Geheimen Regierungsund
Medizinalrat brachte, in Paragraph
1 der Gründungssatzung fest: „Der Zweck
der Verbindung ist, im Sommer amüsante
Segelpartien zu befördern, während im
Winter die Erinnerung an dieselben durch
Versammlungen und eine Zeitung aufgefrischt
und die Erwartung auf den
kommenden Sommer angeregt werden
soll.“
Burow hatte ein kleines, offenes
Boot, die „Marie“ - nur
18 Fuß (etwa 5,50 Meter)
lang, mit Schwert und Feldsteinen
als Ballast. Die 22
Seemeilen über das Frische
Haff nach Pillau, eine der
Lieblingsrouten der Jungs des
Rhe, waren mit dieser Art
schwimmenden Untersatzes
eine echte Herausforderung!
Bereits 1857 konnte das erste Clubboot
angeschafft werden, ein 30 Fuß (rund
neun Meter) langes offenes Ruderboot
namens „Grille“. Zum Zweimastlogger
getakelt, war sie etwas schwerfällig, aber
äußerst beliebt. Dieses Boot verkörperte
als erstes den Geist des SC Rhe: Das gemeinsame
Segeln auf Schiffen, die man
zusammen, also als Verein, angeschafft
hat und pflegt.
Das gilt heute genau so wie vor 150
Jahren. Drei seegehendeYachten-„Rhe“,
12,25 Meter, „Halibo“, 9,20 Meter und
„Lichtblick“, 9,85 Meter, werden von den
Mitgliedern gesegelt und instand gehalten
- nach dem Wahlspruch ,Wir schaffen
gemeinsam, was keiner allein kann’.
Für die Nachwuchsförderung,
ein ganz besonders wichtiger
Aspekt des Segelns beim SC
Rhe, stehen sechs Jollen, zehn
Optimisten und ein Motorboot
als Begleitfahrzeug zur Verfügung.
Außerdem fahren 32
Eigneryachten unter dem Stander
des SC Rhe.
Diesen Sommer segeln alle drei Schiffe
gemeinsam „RUND BALTIC“, begleitet
von etlichen Eigneryachten sowie Gastschiffen
befreundeter Vereine. Auf dem
Plan steht natürlich der Gründungsort
Kaliningrad (Königsberg), aber auch
Klaipeda (Memel), Riga, Tallin (Reval),
Helsinki, Stockholm, und Kopenhagen.
In diesen Städten werden die Segler des
SC Rhe ihren Club sowie die Freie und
Hansestadt Hamburg, die nach Krieg,
Zerstörung und Flucht 1946 neue Heimat
des Rhe wurde, als offizielle Botschafter
vertreten.
Segelclub Rhe e.V
Grotiusweg 75-77
22587 Hamburg
Tel.: 040-81 76 11
Ich bin der Auffassung, dass das moralisch
Gebotene mindestens so verpflichtend ist
WIE DAS JURISTISCH GEBOTENE.
Konrad Adenauer 35