Full text : Unser Schönes Samland

Vor 60 Jahren

wir viele Samländer in Berlin begrüßen
können. Vielleicht ist dies auch eine gute
Gelegenheit für unsere Landsleute aus
den neuen Bundesländern, denen die Entfernung
 nach Pinneberg bisher immer zu
weit war.

Vom 25. bis 29. Mai 2005 wird die
Arbeitsgemeinschaft Kirchen im Samland
 unter der Leitung von Herrn
Schulz-Sandhof anlässlich des Evangelischen
 Kirchentages in Hannover einen
 Stand auf dem Markt der Möglichkeiten
 einrichten. Am 28. Mai um 14 Uhr
wird in der Alten Kapelle Laatzen in
unmittelbarer Nähe zum Messegelände
ein Heimat-Gottesdienst stattfmden. Die
Arbeitsgemeinschaft und die Kreisgemeinschaft
 Fischhausen e.V. laden alle
Interessierten herzlich zu einem Besuch
ein.
Im Jahr 2005 begeht die Stadt Fischhausen/Primorsk
 ihr 700-jähriges Jubiläum.
 Von der Administration der Stadt
ist am 19. August ein großes Fest geplant.
 „Diese Feier“, so schreibt der Bürgermeister
 A. N. Mamajew an den neugewählten
 Vorstand der Kreisgemeinschaft,
 „soll mit dem Ziel der Völkerannäherung
 der früheren Bewohner der
Stadt Fischhausen und den jetzigen Bewohnern
 der Stadt Primorsk, der tieferen
 Erforschung der Geschichte der Heimatstadt
 von der neuen Generation, der
Festigung der Zusammenführung der
Zeiten und der Generationen durchgeführt
 werden.“ Es wäre sehr zu begrüßen,
 wenn möglichst viele ehemalige
Bewohner dieser Einladung durch die
„Neubürger“ Folge leisten und somit
auch ihre Verbundenheit mit „ihrer Stadt“
demonstrieren würden. Wenn Sie Interesse
 haben, melden Sie sich bitte möglichst

 umgehend bei Frau Albers in der
Geschäftstelle oder direkt bei dem zuständigen
 Ortsvertreter Herrn Utschakowski.


Die Vorbereitungen für das Hauptkreistreffen
 im September in Pinneberg
haben bereits begonnen. Für den Sonnabend
 ist ein „Bunter Abend“ geplant,
auch die Musik soll nicht zu kurz kommen.
 Wenn Sie Wünsche oder Ideen für
das Programm haben, sprechen Sie uns
gerne an, wir freuen uns auch über eigene
 Beiträge zur Gestaltung.
Nach reiflicher Überlegung haben wir
uns entschlossen, die Gedenkfeier am
Sonntag umzugestalten. Da vielen Besuchern
 der Weg in den Kreissitzungssaal
doch recht beschwerlich wurde, haben
wir beschlossen die Feierstunde in den
großen Saal des Hotels Cap Polonio zu
verlegen. Sie wird dem Anlass entsprechend
 einen etwas anderen Ablauf haben
als gewöhnlich. Für die musikalische
Umrahmung ist ebenfalls gesorgt, unser
Hauptredner hat auch schon zugesagt.
Wie Sie sehen, gibt es auch dieses Jahr
wieder viele Veranstaltungen, die zu einem
 Besuch einladen.

Wir wünschen Ihnen ein frohes Osterfest
 und — bleiben Sie gesund!

Mit heimatlichen Grüßen

Wolfgang Sopha
- Kreisvorsitzender -

Klaus Lunau
- stellvertretender Vorsitzender -

Monika Ziegler
- Schatzmeisterin -

Am

12./13. Januar
1945 begann die
Führung der Roten
Armee mit der lange
erwarteten Winteroffensive
 an der Ostfront.
 In einem einzigen
 Sturmlauf, ausgehend
 vom Weichselbogen
 bei Warschau und der Ostgrenze
Ostpreußens bei Eydtkau und Goldap,
überrannten die Divisionen der Sowjetunion
 die deutschen Ostprovinzen in kürzester
 Zeit und erreichten Ende April
Berlin. Die abgekämpften deutschen Verbände
 hatten gegen einen zehn- bis zwanzigfach
 stärkeren Gegner keine realistische
 Möglichkeit zu bestehen.

Es kam, wie es kommen musste. Eine
menschliche Tragödie unvorstellbaren
Ausmaßes entwickelte sich in den Ostprovinzen
 des Deutschen Reiches; sie
fand erst Jahre nach dem 8. Mai 1945
ihr Ende.

Die Geschwindigkeit des Vormarsches
war atemberaubend. Von Süden kommend,
 nach Norden vorstoßend, erreichten
 die sowjetischen Verbände am 19.
Januar Soldau, am 20. Januar fielen
Neidenburg, Willenberg und Gilgenburg
in die Hand des Gegners. Am 21. Januar
eroberte die Rote Armee Osterode und
stieß bis Allenstein vor. Die Bezirkshauptstadt
 wurde am 22. Januar besetzt.
Elbing erreichten die sowjetischen Panzerspitzen
 am 23. Januar und am 27. Januar
 das Frische Haff bei Tolkemit. Damit
 war die Flucht aus Ostpreußen nur
noch mit dem Schiff oder über das Eis
des Frischen Haffes auf die Nehrung
möglich. Zehntausende gingen diesen

Weg, Tausende gingen buchstäblich
zugrunde.

Teile des Samlandes konnten von den
deutschen Verbänden unter großen Opfern
 noch 14 Tage nach der Kapitulation
Königsbergs am 9. April 1945 verteidigt
werden. Am 17. April mußte Fischhausen
 abgegeben werden und am 25.
April fiel Pillau. Damit war der Krieg in
unserer Heimatprovinz beendet.

Die deutsche Kriegsmarine beförderte
bis zum letzten Tag Zivilpersonen und
Verwundete über See in den Westen.
Hunderttausende konnten so gerettet
werden.

Allerdings - dies bleibt unvergessen -
gaben zehntausende junge Wehrmachtsoldaten
 ihr Leben in einem aussichtslos
gewordenen Kampf, damit die Rettungsaktion
 der Marine gelingen konnte. An
sie zu erinnern ist eine ethisch moralische
 Pflicht. Wir erinnern auch an die
deutschen Soldaten, die bis zuletzt auf
dem Brückenkopf Samland den Abtransport
 über See ermöglichten, dann in
sowjetische Gefangenschaft gerieten, dort
verstarben oder erst Jahre später zurückkehrten.


Das Samland hat bei den Endkämpfen
in Ostpreußen 1945 unbeschreiblich gelitten.
 Auch 60 Jahre nach Kriegsende ist
das noch sichtbar. Einiges konnte mit
Hilfe der Samländer zum Guten gewendet
 werden. Es bleibt noch viel zu tun.

Wilhelm v. Gottberg
- Sprecher der Landsmannschaft
Ostpreußen - 5