Meine lieben Trankwitzer und Trenker!
ir schreiben das Jahr 2005! Meine
Gedanken verweilen etwas in der
Vergangenheit. Es war 1980, als ich den
Wunsch hatte, alle Trankwitzer und
Trenker zu suchen und mit ihnen Kontakt
aufzunehmen. Das Deutsche Rote
Kreuz in München und die Heimatortskartei
in Lübeck waren eine große Hilfe.
Dann kamen die Anschreiben an die
verschiedenen Einwohnermeldeämter.
Ich führte viele Telefonate. Manchmal
wollte es gar nicht gelingen, die gesuchte
Person zu finden.
Besonders aussichtslos war es, jemanden
in der damaligen DDR zu finden
Aber es gelang mir doch meinen Herzenswunsch
zu erfüllen. Ich legte mir eine
Kartei an mit den wichtigsten Daten, auf
die ich bis heute nicht verzichten kann.
So kam es denn auch gleich 1980 zum
ersten Wiedersehen der bis dahin gefundenen
Heimatfreunde Dieses erste Treffen
war für uns 25 Teilnehmer ein wunderbares
Erlebnis. Aber auch die Treffen
in den darauf folgenden Jahren verliefen
freudig und harmonisch, denn unser
Kreis wuchs ständig. Immer kamen
einige „Neue“ hinzu. Die größte Teilnehmerzahl
belief sich auf 78 Personen.
Aus eigenen Reihen wurde Musik mit
zwei Akkordeons gemacht, getanzt und
aus der ehemaligen DDR zu finden.
Als uns 1991 offiziell erlaubt wurde
in die Heimat zu fahren, war die Freude
für alle riesig. Einige nahmen sofort die
Gelegenheit wahr. Bei unseren nächsten
Treffen war es immer eine Bereicherung,
wenn von der Heimat berichtet, aktuelle
Bilder und Filme gezeigt wurden.
Jetzt sind wir alle erheblich ruhiger geworden
und unterhalten uns mit Sketchen
und Gedichten. Die Sprechmaschine
funktioniert auch noch trotz fortgeschrittenen
Alters. Aber ständiges Thema bei
allen Treffen war und ist immer die Heimat
In diesen 25 Jahren haben uns nun viele
Heimatfreunde für immer verlassen. Die
Fotos von den vorangegangenen Treffen
sind der Beweis. Wenn wir gesund bleiben,
wollen wir 2006 wieder zu einem
Ortstreffen einladen. Näheres schreibe ich
noch. Erinnern möchte ich vorher noch
an das Kreistreffen am 17./18. September
2005 in Pinneberg. Wir werden auch
dort sein. Lasst uns bitte nicht ganz allviel
gesungen.
Die Wiedervereinigung brachte uns die
Möglichkeit, auch unsere Heimatfreunde
eine.
Nun wünschen wir euch die beste Gesundheit
und eine schöne Sommerzeit.
Herzliche Grüße
Eure
Ingrid und Wilfried Scheuer
Lärchenweg 7
51503 Rösrath
Tel.: 02205 - 38 76
CDer die (Begenooart unzufrieden oerachtet,
dem kommen selten Tage des ¿Friedens.
Jeremias (Botthelf
Liebe Heimatfreunde aus Rauschen
und den Schulbezirken Craarn, Qeorgenswalde und St. Lorenz!
^^"un geht es auf
die schöne Sommerzeit
zu und wenn
Euch dieses Heft erreicht,
sind wir bereits
vom „Deutschlandtreffen
der Ostpreußen“
in Berlin zurückgekehrt.
Darüber
kann ich erst im nächsten Heft berichten
und hoffe dort recht viele Landsleute aus
unserem Bezirk zu treffen.
Organisatorisches
Rauschen: Neben allem anderen habe ich
mich in diesem Winter mehrfach mit
Rauschen beschäftigt. Wie ich bereits im
Heimatbrief 165. Folge, Seite 30 schrieb,
will der Pope in Rauschen in den Turmräumen
der Kirche ein historisches Museum
der Kirche und ein Museum des
heutigen Schutzheiligen einrichten. Ich
habe ihm dafür eine Mappe mit Unterlagen
und Abbildungen zusammengestellt,
die ihm Herr Lunau, Cranz, überbrachte.
Die Freude war groß und ich erhielt
vom Popen ein Dankesschreiben.
Der im November neu gewählte Bürgermeister
von Swetlogorsk/Rauschen
will ein Stadtmuseum mit einem historischen
Teil einrichten. Auch dafür habe
ich inzwischen eine kleine Unterlagenkollektion
zusammengestellt, um dem
Bürgermeister zu zeigen, was es an Plänen,
Prospekten, Ortsbeschreibungen und
Fotografien gibt. Telefonisch erhielt ich
bereits einen Dank.
Es würde uns sehr freuen, wenn die
Stadt Swetlogorsk/Rauschen ein solches
Museum unter Regie der Verwaltung einrichtet
und damit auch die Gewähr für
einen längerfristigen Bestand bietet, in
dem auch die deutsche Geschichte von
Rauschen dokumentiert wird.
Soweit das von Familie Billjött aufgebaute
Rauschen-Archiv sowie mein eigenes
Archiv dafür Unterlagen enthalten,
werde ich daraus gern Abzüge und Unterlagen
zur Verfügung stellen.
Posselau: Wie ich dem letzten Heimatbrief
entnahm, steht Heimatfreund Erich
Nehrenheim offenbar für diese Aufgabe
nicht mehr zur Verfügung. Bis sich ein
Posselauer dafür meldet, werde ich - wie
bereits schon immer bei den Treffen -
Posselau mit vertreten.
Georgenswalde: Im Heimatbrief 165.
Folge, Seite 63 berichtet Frau Lore
Jaschob über die aufgefundene Grabstätte
der Familie Schnetka auf dem Friedhof
von Georgenswalde. Der markante
Findling, der als Grabstein diente, war
dabei wohl eine gute Hilfe und von Grabräubern
und Grabsteindieben nicht so
leicht fortzubringen. Doch es ist auch der
Energie von Fr. Jaschob zu verdanken,
dass die Suche gelang. Sie ist eine Enkelin
des Landesbürodirektors Schnetka,
die seit ihrer Pensionierung viel Zeit für
den sozialen Dienst in Kalingrad/Königsberg
aufbringt.
Herr Schnetka war der Geschäftsführer
des am 11. Dezember 1925 gegründeten
„Zweckverbandes Samländischer
Küstenschutz e.V.“, dem die Stadt
Königsberg, der Kreis Fischhausen und
die Badeorte Cranz, Georgenswalde,
Neukuhren und Rauschen angehörten.
Über diesen Verein wird zu anderer Zeit
berichtet. JL