Qlockengeläut in Arnau
^\^a, wer hätte das gedacht! Zum Heiligen
Abend läuteten in Arnau die
_^Glocken der Katharinenkirche;
mansollte sich dieser besonderen Bedeutung
bewusst sein.
In erster Linie wollte ich Sie jedoch
über die weiteren Baumaßnahmen informieren:
Im Spätsommer wurden durch
Herrn Reinhard Stillger, selbst Amauer
und Baufachmann, Sicherungsarbeiten
durch-geführt. In Anbetracht der kostbaren
Fresken galt es, die Kirche vor Beginn
des nächsten Bauabschnittes winterfest
zu machen.
Im nächsten Bauabschnitt, Beginn
April 2005, soll der Dachstuhl wiederhergestellt
werden und dessen Eindeckung
erfolgen. Nach zähen Verhandlungen
konnte die russische Seite überzeugt
werden, dass nur eine Holzkonstruktion
denkmalgerecht und dem
Wesen der Kirche angemessen ist.
Im Turm wurde eine kleine Ausstellung
eingerichtet, die noch der Ergänzung
bedarf. Die Katharinenkirche ist
schon jetzt zum Anziehungspunkt für
Besuchergruppen geworden. Die letzte
Besuchergruppe im Oktober 2004 kam
aus Litauen mit 32 Personen. Eine Doktorandin
der Universität Köln machte eine
komplette Führung in litauischer Sprache.
Das „Kuratorium Arnau e.V.“ bemüht
sich auch, die Kirche mit Leben zu füllen,
so mit einem Konzept der „offenen
Kirche“. Neben sakralen Handlungen
sollen hier auch andere Veranstaltungen
stattfinden. Die vorbereitenden Verhandlungen
dafür mit verschiedenen Institutionen
sind bereits angelaufen. Alle Mitglieder
des Kuratoriums Arnau e.V. arbeiten
ehrenamtlich, aber ohne erhebliche
Mittel geht es nicht. Es wird deshalb
um Unterstützung und Spenden gebeten.
Sie können auch Mitglied werden.
Einen abschließenden Satz von Dr.
Walter T. Rix, dem 1. Vorsitzenden des
Kuratoriums Arnau e.V. und Hochschullehrer
in Kiel, möchte ich hier zitieren:
„Möge der Glockenklang, der jetzt wieder
über das ostpreußische Land geht, ein
Symbol sein, das Wunden heilt und eine
friedvolle Zukunft verheißt. Halten wir
einen Augenblick inne und werten wir
das, was wir in Arnau trotz aller Schwierigkeiten
bisher erreicht haben, als Auftakt
einer guten Zeit. “
Allen denjenigen, die durch praktische
Mitarbeit und mit Spenden zum bisherigen
Erfolg des Projektes beigetragen
haben, sei auch an anderer Stelle herzlich
gedankt.
Hadwiga Meyer geb. Mückenberger
(ehemals Kirchspiel Arnau)
Stader Str. 5
21737 Wischhafen
Tel.: 04770 - 339
Wo Heerhaufen lagern,
gehen Wisteln und Dornen auf.
Laotse
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Eine Postkarte aus Trömpau im Januar 1945
^W"Vpn Frau Eckert-Möbius, Tochter
Cdes Gutsbesitzers Overkamp in
Trömpau, erhielt ich diese „geschichtlich-wertvolle“
Fotokopie einer
Postkarte mit dem Poststempel „Königsberg
(Pr.) 24.1.45-12“. Dieses Datum
jährte sich in diesem Jahr zum 60. Male.
Die Schilderung der Kartenschreiberin
„Ki“ (Kitti) an ihr liebstes „Renekind“,
damals in Halle/Saale, lässt in uns ganz
traurige Erinnerungen wach werden.
Frau Eckert-Möbius hat vor 23 Jahren
das „Trömpau-Treffen“, jetzt immer in
Soltau-Hötzingen, begründet. Leider ist
es ihr nicht mehr möglich daran teilzunehmen.
Edeltraut Mettchen
Postkarte
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Text der Postkarte:
Abs.: Chr. Denks = „Ki“ (Kitti)
- Hausdame bei Overkamp -
Trömpau, Königsberg i/Pr.
Tröm. d. 24.1.45
(Ins Reich dürfen nur Karten gehen.)
Mein liebstes Renekind.
Diese Karte kommt wahrscheinlich mit
meinem Brief vom Sonntag zusammen an.
Montag kam und ging keine Post. Also
liegt alles noch bei Frl. Kien. Sie fährt
morgen mit einer Aktentasche voll Post
im Militär PKW nach Kbg. (Königsberg).
Ich will Dir nur sagen, daß Vater, ich,
die Hausangestellten u. Gutsleute gesund
sind, aber Gut und Haus bis zum Überlaufen
voll Flüchtlingen und Militär sind.
Zu unserem Inventar sind mindestens
noch 100 Pferde dazugekommen u. Menschen
ohne Zahl. Im Haus 11 Offiziere,
und als letzte Flüchtlinge die Perbagger
Köllings mit Wirtin, Stubenmädchen,
Schwager und Schwägerin. Im Viehstall
liegen die Soldaten
auf den Gängen
u. ??? Friedchen,
Frida u.
Lotte sehr tätig,
jede an in ihrem
Bereich. Frida ist
rührend hilfreich.
Unser Saal, Herren
Schreibzimmer,
Büro, Plättstube,
oben alles u.
Kutscherstube sind
belegt auch mit
kleinen Kindern
im Wagen. Arme
Menschen bei
Schnee, Eis u.
Frost. Leb ’ wohl,
mein Renekind, grüße Jörg, Jens u. alle
von Deiner Ki.
Zwei Randzeilen:
Vater läßt Dich grüßen, er mußte heute
alles machen, ohne Wagner u. Dubois
(Volkssturm). 69