Q. Spakow, Mitglied u. Korrespondent der Akademie
der Naturwissenschaften Foto: Woina
Swetlogorsk/Rauschen; S. Popkow, stellvertretender
Leiter der Rayonverwaltung
Selenogradsk/Cranz; Heimatkundler
Gubin, Vorsitzender des Klubs der
Heimatkundler Kaliningrad. Außerdem
waren Lehrerinnen mit Schülern aus
Rossitten und Cranz als interessierte Zuhörer
erschienen.
Nach meinem Vortrag über die
Küstenschutzmaßnahmen zu unserer
Zeit, den ich mit vielen Bildern und
Zeichnungen untermauerte, zeigten die
Kommentare von Prof. Dr. V. Orljonok,
G. Spakow und W. Scherbina, sowie die
Diskussionen in der Pause, dass meine
Ausführungen nicht ohne Wirkung geblieben
waren. Man habe sich bisher
immer Gedanken über die Wirkungsweise
der heute kaum noch aus dem Wasser
ragenden Buhnenreste gemacht. Anschließend
stellten Orljonok, Spakow und
Scherbina eigene Denkmodelle vor und
regten an, dass diese Diskussion unbedingt
fortgesetzt werden sollte. Zum
Abschluss dankte der stellvertretende Leiter
der Rayon-Verwaltung allen Symposiumsrednern
für ihre Beiträge und
erbat als Arbeitsgrundlage für die weitere
Bearbeitung des Themas um Vervielfältigung
meiner Vortragsunterlagen
und Verteilung an alle Referenten.
Rückschauend kann ich feststellen, dass
die Veranstaltung ein Erfolg war, denn
endlich wurde erkannt und auch offen
ausgesprochen, dass der Schaden, der
jetzt immer noch eintritt, bald überhaupt
nicht mehr zu beheben ist - weder materiell
noch finanziell - wenn man nicht
endlich etwas unternimmt. Zwar gingen
die Auffassungen über die Art der Schutzmaßnahmen
z. T. sehr auseinander, aber
darüber, dass man nur gemeinsam weiter
planen und arbeiten sollte, war man
sich einig. Für Cranz/Selenogradsk wurde
eine neue Promenade mit entsprechendem
Unterbau sowie eine begehbare
Mole als eine Art Pier anstelle eines
Seesteges und weitere Wellenbrecher in
Betracht gezogen.
Bei meinem Aufenthalt Ende Januar bis
Mitte Februar werde ich wieder die Fachleute
treffen und vielleicht kann ich im
nächsten Heimatbrief bereits über weitere
Details berichten. Über das Wetter
ist nichts Wesentliches zu berichten, denn
es verlief alles eigentlich im „normalen“
Rahmen, meist windig und ungemütlich,
regnerisch und auch schon erstem
Schneefall, aber es gab auch noch schöne
Tage. Es wird weiter gebaut. Die Preise
für Lebensmittel sowie für Gas und
Strom stiegen weiter und ich weiß wirklich
nicht, wie die „normalen“ Bürger das
noch alles bezahlen sollen! Gelegentlich
reicht es bei einigen aber immer noch zu
einer größeren Menge „Wässerchen“.
Allerdings sind diese Anblicke nicht
mehr so oft im Straßenbild zu finden.
Dass Cranz/Selenogradsk sich als anerkannter
Kurort zurück meldet, erkennt
man daran, dass immer mehr Reiseunternehmen
jetzt wieder Cranz in ihrem Katalog
aufgenommen haben und selbst die
neue Fluggesellschaft (Berlin-Powunden)
bietet 5-Tage-Ausflüge ins Königsberger
Gebiet zum Sonderpreis mit Unterkunft
in Cranz an!
Dadurch, dass die Verlegung von Gasleitungen
fortschreitet, ist die Luft während
der Heizperiode schon wesentlich
besser geworden. Sonst gift it nischt
Niees in Cranzche.
Was es jedoch sonst noch aus dem
Samland von allgemeinem Interesse zu
berichten gibt, das erfahren Sie weiter
hinten unter „Notizen aus dem Samland
Ich grüße Sie/Euch wie gewohnt in der
bewährten Weise mit den herzlichsten
Cranzer Flundergrüßen
Ihr/Euer
Klaus A. Lunau
Arnau: Der entscheidende Schritt ist getan!
Gerade
noch vor dem ersten größeren
Schneefall konnte in Arnau am
18. Dezember 2005 ein eindrucksvoller
Erfolg verbucht werden. Nach vielen
Mühen und Vorarbeiten erhielt die
Katharinenkirche einen neuen Dachstuhl,
der mit hochwertigen Pfannen aus
Deutschland eingedeckt wurde. Vorausgegangen
waren neben der Erstellung des
Bauplans sowie weiteren Planungen,
Abstimmungen mit dem Denkmalschutzamt
in Königsberg und dem
Zentralinstitut für die Restaurierung von
Denkmälern in Moskau, Verhandlungen
mit diversen Behörden in Königsberg
sowie logistische Vorbereitungen. In einem
ersten Bauabschnitt hatte das „Kuratorium
Arnau e.V.“ unter der Leitung
von Dipl. Ing. Ralph Schroeder den
Turm bis 2003 wiederhergestellt. Die
Arbeiten in dieser Zeit zeichneten sich
insbesondere durch sorgfältige Ausführung
und die Beachtung denkmalgerechter
Belange aus. Die vorbildgetreue
Gestaltung erstreckte sich bis hin
zur Wetterfahne auf der Kirchturmspitze,
die eine exakte Nachbildung der Heiligen
Katharina ist, so wie sie ursprünglich
den Abschluss des Turmdaches bildete.
2003 gelang es sogar, einen Glockenstuhl
im Turm zu installieren, in den eine Glocke
aus Süddeutschland eingehängt wurde,
deren Klangeigenschaften denen der
alten Glocke entsprechen. Man kann also
sagen, dass der Turm „von Kopf bis Fuß“
wieder seinen alten Charakter erhalten hat.
Und wer von Königsberg kommend auf
der Schnellstraße, die parallel zur alten
Reichsstraße 1 verläuft, nach Gumbinnen
fahrt, der sieht, wie der Turm in alter
Form wieder weit in das Land grüßt.
Möglich wird dies alles dadurch, dass sich
das „Kuratorium Arnau e.V.“ mit nicht
nachlassender Energie, Tatkraft und Umsicht
für die Wiederherstellung dieser
kunstgeschichtlich so bedeutenden Kirche
einsetzt. Da im Rahmen des Kuratoriums
auch drei Amauer besonders aktiv sind,