mehr als sechzig Jahre nach meiner kindlichen
Erinnerung an Machandel immer
noch nicht, was das denn nun eigentlich
ist.Wen kann ich denn mal danach fragen,
grübelte ich, und da fiel mir meine
liebe Freundin Karla Gabbey ein, Tochter
des Konrektors Richard Neumann aus
Palmnicken, und später selbst Lehrerin.
Die wüsste das bestimmt, und sie wusste.
„Na, das ist doch der Wacholderschnaps,“
klärte sie mich auf, obwohl
sie die Bezeichnung „Machandel“ auch
schon Ewigkeiten nicht mehr gehört
hatte.
So, nun war ich klüger und verstand
im nachhinein, dass es für Kinder durchaus
nicht geeignet ist, auch wenn es mit
„Ma“ wie Marzipan anfängt.
So ein Tee mit Machandel wäre hier
und jetzt bei diesem Wetter sicher auch
gut, dachte ich, ging schnurstracks zum
Barmann in unserem Hotel und fragte
danach. „Nein, haben wir nicht.“ - Tee
mit Wacholder? - „Nein, leider auch
nicht.“
Aber zurück in Deutschland wollte ich
es nun wissen. Ich kaufte Wacholderschnaps
und machte mir Tee. Na ja, etwas
eigenartig schmeckt das schon, tut
aber sehr gut (einer!). Und dass das wirklich
nichts für Kinder ist, bestätigte die
Wirkung.
Danke, Frau Pultke-Sradnik, danke,
liebe Karla! Und wieder etwas gelernt.
Frau Karla Gabbey war so freundlich, aus
ihrer Ostpreußen-Liedersammlung, die
seit einigen Jahren in unserer Geschäftsstelle
in Pinneberg in der Versenkung
ruht, und die sicher noch viele heimatliche
Schätze birgt, das beigefügte „Machandel-Lied“
zur Verfügung zu stellen.
Vielleicht rufen heimatliche Lieder bei
vielen Lesern wieder schöne Erinnerungen
wach, die wiederum zum Erzählen
anregen und so helfen könnten, Ostpreußische
Kultur wach zu halten. Ich
wünschte mir dieses!
Mit lieben Weihnachts- und Neujahrsgrüßen
bleibe ich Ihre
Erika Wetzel
Am Schafkamp 3
27711 Osterholz-Scharmbeck
Tel.: 04791 - 572 90
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Liebe Cranzerinnen und liebe Cranzer,
liebe Landsleute aus den Nachbarorten und Freunde von Cranz!
N un haben wir auch
das Jahreshaupttreffen
in Pinneberg hinter uns
und schon zeigt der Stand
der Sonne an, dass wir so
langsam auf Weihnachten
zu gehen! Da wird es Zeit wieder Rückschau
zu halten. Doch zunächst die Frage,
was gibt es von „Pinneberg” zu berichten?
In die Teilnehmerliste hatten sich
51 Personen eingetragen - obwohl manch
einer der bei uns im Raum „Anwesenden“
diese Eintragung vergaß! Davon
waren 34 „echte Cranzer“ oder aus einem
Nachbardorf. Ganz besonders freute
mich, dass Frau Elise Kessler geb.
Herrmann (ehern. Königsberger Str. 20)
mit ihren fast 93 Jahren wie immer in
unserer Mitte weilte. Laut Liste waren
die .jüngsten“ Teilnehmer in diesem Jahr
Angehörige des Jahrganges 1945, obwohl
kurzfristig auch noch Jüngere vorbei
schauten, die aber, aus welchen Gründen
auch immer, sich
nicht in der Liste
verewigten! Wir
Cranzer stellten -
wie immer - das
stärkste Kontingent
der Samländer,
obwohl
wir den Besucherrekord
von 2004
mit 71 Teilnehmern
nicht einstellen
konnten.
Sicher lag es
daran, dass viele
wie sie mir
mitgeteilt haben
krank waren. Damenbad in Cranz
Sicher kam uns in einigen Fällen auch
die „Wahl” dazwischen. Ich bin überzeugt,
dass im nächsten Jahr wieder viel
mehr - vor allem auch Leute aus den
Nachbardörfem - nach Pinneberg kommen!Durch
meine Dia-Vorführung am
Samstagnachmittag, die über 1 'A Stunden
dauerte, war natürlich die Zeit zum
Schabbern am Nachmittag etwas sehr
kurz geraten. Ab 19 Uhr zogen wir dann
in den großen Saal um, wo wir leider
entgegen den Absprachen keine geschlossene
Tischgruppe für uns vorfanden. Das
wirkte sich natürlich nachteilig aus und
wurde zu Recht bemängelt. Das werden
wir sicher im nächsten Jahr besser in den
Griff bekommen! Selbstverständlich hielt
der „harte Kern“ der Cranzer bis zum
Schluss um Mitternacht aus.
Der Sonntagvormittag war dann mit
der Gedenkfeier zum 60. Jahrestag der
Vertreibung ausgefüllt. Weil es ein bedarnals
üblichen Badekarren um ca. 1885
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