Full text : Unser Schönes Samland

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Weil die Strasse unter sowjetischem
Artilleriefeuer lag, wurden die Kisten
nach Steins Aufzeichnungen in einer
Gruft unter den Trümmern der Kirche von
Heiligenkreutz versteckt. Robert Stein
glaubt, dass sein Vater auch die Ordenskirche
 im Nachbarort Thierenberg gemeint
 haben könne. Oder die Kirche von
Kumenen (Anm.: Gemeint ist
Kumehnen).
Die Trümmer der drei Kirchen wurden
viele Jahre später durchsucht. Ergebnislos.
 Flüchtlinge aus Heiligenkreutz berichteten
 auch, dass es unter ihrer Kirche
keine Gruft und keine Gewölbe gegeben
habe. “
Soweit der Originaltext. Zu diesem
Zeitpunkt - also am 27. Januar - lebten
noch viele Menschen in Pojerstieten. Erst
einige Tage später, am 30. Januar 1945,
traten noch einige Bewohner des Ortes
die Flucht in Richtung Pillau an. Viele
wurden später von der anrückenden sowjetischen
 Armee überrollt und erlitten
unbeschreibliches Leid.

An anderer Stelle des Artikels wird ein
weiteres Mal das fast 400 Einwohner
zählende Dorf, das malerisch am Forkener
Fliess lag, erwähnt: „ Volpriehausen im
Solling und Pojerstieten im Samland, das
passte wie der Sattel zur Kuh. “

Heute existiert Pojerstieten nicht mehr,
alle Gebäude wurden nach dem Kriege
abgetragen. Lediglich zwei Hochsilos des
Hofes Willamowius erinnern noch an den
Ort.
Für den Flugplatzbau bei Thierenberg
wurde Baumaterial benötigt, deshalb bestehen
 heute die umliegenden Ortschaften
 nicht mehr. Wie wir jedoch sehen,
lebt dieser Ort in nicht unbedeutenden
Publikationen fort.

Karl Willamowius
Lindenstraße 77
10969 Berlin

Report aus Cranz/Selenogradsk II1/2005

Es

ist doch immer wieder ein besonderes
 Gefühl, heimatlichen Boden
unter den Füßen zu spüren! Eigentlich
ist es ja nicht so sehr der Boden, sondern
die Luft, das Rauschen der See und natürlich
 die bekannte Umgebung, wenn
auch in etwas veränderter Form - doch
wo in der Welt ist noch alles so, wie es
1945 war (?) - die mich immer wieder
eine gewisse Vertrautheit spüren lassen.
Besonders jetzt im Sommer, der sich
in diesem Jahr 2005 wieder als „echter
Cranzer Sommer“ zeigt, ist der Vergleich
zu den Kindheitserinnerungen besonders

nah. Der vorherrschende Nordwestwind
brachte uns - entgegen dem Wetter in
vielen Teilen Deutschlands - konstant
schönen Sonnenschein und auch leichten
 Wellengang. Erst ab Mitte Juli drehte
 der Wind auf West und es kam wärmeres
 Wasser in die Cranzer Bucht. Diese
 Windrichtung hat allerdings den Nachteil,
 dass durch die starke Westströmung
der mühsam angeschwemmte Sand nun
wieder fortgespült wird. Der Strand -
jedenfalls dort, wo es einen solchen noch
gibt - ist voll gestopft mit Menschen und
man kann sich nur mit Mühe im „Slalomlauf1

 zur See Vorarbeiten. Da hatte man
es doch früher einfacher das Wasser zu
erreichen, denn zwischen den Burgen
waren die Gänge immer ausreichend
breit. Da wir schon beim Thema See sind:
Strand gab es (Juni bis Mitte Juli) in
ausreichender Breite am alten Fischerplatz
 West (weil wir dort wohnen!), als
recht schmalen Sandstreifen wieder in
Richtung Rosehnen und natürlich, wie
üblich, ab Buhne 12 (Ostbad). Vom
Corso bis hinter MONOPOL fand man
nur stellenweise etwas Sand an den Steinvorlagerungen
 vor der „Betonade“.
Apropos „Betonade“: Es soll jetzt von
Moskau tatsächlich Geld für den „Neubau“
 (?) angewiesen worden sein! Allerdings
 wird sich der Baubeginn noch einige
 Zeit hinziehen, sodass man wohl bis
zum nächsten Jahr wird warten müssen.
Schließlich muss ja alles ordentlich geplant,
 geprüft und genehmigt werden und
das dauert schon seine Zeit und dann liegen
 da auch noch eine Reihe von Feiertagen
 und Festen dazwischen! Na, lassen
wir uns überraschen! An der „Promenade“
 hat sich auch einiges getan. Ich meine
 jetzt nicht die vielen, aber nur „kleinen“,
 neuen „Löchlein“, die bei Dunkelheit
 auch ganz schön gefährlich sein können,
 sondern die „Anliegerbebauung“.
Das Sommerlokal/Pizzeria vom letzten
Jahr (wo einst Hotel Meeresblick stand)
ist wieder in Betrieb und vor allem abends
gut besucht. Das Hotel Meeresspiegel
wird auch wieder als Gartenlokal (nach
neuem Anstrich) betrieben, ln „Klein
Berlin“ (Platz, wo der Signalmast stand)
wurde ein Kolonnadenrestaurant neu errichtet.
 Hier können bei jedem Wetter
die Gäste sitzen und trotzdem frische
Seeluft atmen. Bei schönem Wetter bietet
 sich der dazu gehörige Biergarten zu

einem Plauderstündchen an. Macht einen
sehr guten Eindruck und gibt dem ganzen
 Platz mit seinen vielen Buden und
Imbissständen eine besondere Note. Am
Ostende der Promenade überragt jetzt der
so gut wie fertige Komplex des Hotels
SAMBIA (früher Hohenzollem) alle anderen
 Bauten und sieht, obwohl ein „Baustil“
 nicht so recht zu erkennen ist, eigentlich
 ganz lustig und anziehend aus.
Mit 91 Zimmern bietet er Unterkunft
für bis zu 176 Personen und ist somit
zurzeit größter Hotelbetrieb am Ort. Die
Räume sind modern eingerichtet und verfugen
 jetzt auch alle über Kleiderschränke!
 Sämtliche Aufenthalts- und Gastronomieräumlichkeiten
 sind anheimelnd
eingerichtet und auch die neu gestalteten
Außenanlagen laden zum Verweilen ein.
Leider ist das - neben dem vorhandenen
Aquapark - geplante Außenschwimmbad
bisher nicht genehmigt worden. Die
daneben stehende Villa Oppermann hat
durch einen neuen Anstrich wieder ein
ordentliches Aussehen bekommen und
passt sich gut dem ostwärts davon errichteten
 Neubau mit fünf Eigentumswohnungen
 an. Die Ruine vom Wirtschaftstrakt
 des ehemaligen Ostbad-Restaurants
 „Zur letzten Laterne“ (fast am
Ende der Promenade) wird jetzt umgebaut
 und bewohnbar gemacht. Nicht vergessen
 zu erwähnen darf ich die neuen
Bauzäune an der Ruine am Corso sowie
um den gegenüberliegenden, fast fertigen
 Neubau (von GASPROM). Diese
neuen Bauzäune aus Metall findet man
jetzt auch u. a. in der Königsberger Straße
um Karstadt - Kurhaus und die beiden
daneben stehenden Gebäude (vor der Synagoge).

Gäste, die im Hotel LAPTAU (Fischerstraße)
 gewohnt haben, berichteten, dass 47