Full text : Unser Schönes Samland

Der Vorstand der Kreisgemeinschaft Fischhausen

Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie diesen Heimatbrief in Händen halten, ist es
nun schon fast ein Jahr her, dass ein neuer Vorstand - nach mehr als 25 Jahren - für
die Kreisgemeinschaft Fischhausen e.V. gewählt wurde. Seit dieser Wahl sind wir
mehrfach darauf angesprochen worden, dass nicht allen Lesern die neu gewählten
Vorstandsmitglieder bekannt seien und die „Kurzvorstellung“ im Heimatbrief Folge
164 doch zu knapp gewesen sei: Die Samländer wollten etwas genauer wissen, von
wem sie in den nächsten Jahren vertreten werden.

Dieser Bitte wollen wir nun endlich nachkommen und den geschäftsführenden
Vorstand und die Beisitzer etwas ausführlicher „präsentieren“ - damit Sie sich ein
besseres Bild machen und auch die Perspektiven und die zukünftige Arbeit für und
in der Kreisgemeinschaft Fischhausen einschätzen können.

Vielen, vor allem
jenen Heimatfreunden,
 die regelmäßig
 zu
den Kreistreffen
kommen und
darüber hinaus
auch noch mit
dem Computer
vertraut sind, ist
unser neuer Vorstandsvorsitzender,
Wolfgang Sopha, kein Unbekannter.
Er war seit dem Jahre 2000 unser „zweiter“
 Mann, der stellvertretende Vorsitzende
 der Kreisgemeinschaft Fischhausen.

Wolfgang Sopha wurde 1958 in
Flensburg geboren, gehört somit schon
zu einer Generation von Nachkommen
der „eingeborenen“ Samländer an - und
ist damit das beste Beispiel, dass wir uns
um die Zukunft der Kreisgemeinschaft
keine Sorgen machen müssen, es wird
immer Kinder und Enkelkinder geben,
die die Traditionen und das Gedenken
an die ostpreußischen Wurzeln verantwortungsvoll
 weiter tragen werden.

Seine Großeltern stammen aus Norgau
im Kirchspiel Thierenberg, und die Auseinandersetzung
 mit ihrer Geschichte und
Heimat hat dazu geführt, dass er seit
1995 die Ortsvertretung von Norgau
übernommen hat. Dieses Interesse führte
 dann weiter zu der Gestaltung unserer
Homepage im Internet, die inzwischen
zu einer wichtigen Anlaufstelle für viele
Familienforscher, aber auch für ehemalige
 Samländer im Ausland und in Übersee
 geworden ist. Es muss nicht betont
werden, dass die daraus resultieren Anfragen
 schon immer ein hohes Engagement
 und den Einsatz von viel Freizeit
bedeutete.
Und das alles neben dem fordernden
Beruf als Zahntechniker. Wolfgang Sopha
lebt auf einem alten Bauernhof in Janneby,
 welches zwischen Flensburg und
Husum auf dem Land liegt. Sein zweites
Hobby sind dementsprechend seine Hunde,
 Katzen und Schafe, für die gesorgt
werden muss.
Seine Wünsche und Hoffnungen für die
Zukunft: Auch in zehn Jahren soll es noch
den Heimatbrief und ein Samlandmuseum

geben, und die Geschichte des Samlandes
und nicht zuletzt des kleinen Dorfes
Norgau möge für die Zukunft erhalten
bleiben.

Klaus A. Lunau, unser neuer stellvertretender
 Vorstandsvorsitzender, wurde

am 15. Juni 1930
in Sybba (Waiden)
 im Kreis
Lyck als sechstes
Kind eines Polizeibeamten
 geboren.
 Nach dem
Tod des Vaters zog
die Familie 1931
nach Cranz. Hier
verlebte Klaus A.
Lunau seine ihn prägende Kinder- und
Jugendzeit. Ende Januar 1945 gelang die
Flucht mit dem letzten Zug nach Neukuhren,
 von dort mit einem Hochseeschlepper
 nach Gotenhafen, weiter mit
der „Deutschland“ bis nach Saßnitz. Doch
die Odyssee war noch nicht zu Ende: Per
Eisenbahn ging es nach Dänemark, der
Aufenthalt in verschiedenen Lagern folgte
 bis Oktober 1947, wo er u. a. auch zur
Kinderbetreuung eingesetzt wurde.
1950, als sich das Leben wieder zu
normalisieren begann, besuchte Klaus A.
Lunau die Polizeischule und arbeitete
nach erfolgter Prüfung zunächst als Polizei-
 u. Gerichtsdolmetscher in verschiedenen
 Bundesdienststellen bis zur vorzeitigen
 Pensionierung 1983 u. a. in
Hamburg, Celle, Oldenburg und Hannover.


Und dann legte er erst richtig los: er
holte nach, was in der Jugend nicht möglich

 war und studierte im Alter von 53
Jahren Politikwissenschaften, begann mit
der Tätigkeit in der Erwachsenenbildung
als Bildungspolitischer Honorarreferent.
Als Workaholikc - wie er sich selber
bezeichnet - engagierte er sich 30 Jahre
in verschiedenen Ehrenämtern, so z.B.
als ehrenamtlicher Richter in diversen
Strafkammern und Ehrengerichten, Vorsitzender
 bzw. Vorstandsmitglied in Bürgerinitiativen,
 Sportvereinen und Schuleltemräten.

Seine alte Leidenschaft - die Beschäftigung
 mit seinem Heimatort Cranz -
blühte jedoch erst nach der politischen
Wende 1989 wieder auf, als es erstmals
möglich war, wieder dorthin zu reisen.
Und das Ergebnis? 1998 heiratete der
Witwer die ehemalige Schulleiterin aus
Cranz/Selenogradsk, Valentina Viktorowna.
 Seit dieser Zeit führt er quasi ein
„Doppelleben“: das Ehepaar hat sich in
Cranz eine kleine Wohnung eingerichtet
und verbringt nun einen Großteil des Jahres
 dort. Er organisierte diverse Reisen
ehemaliger Cranzer nach Selenogradsk.
Es versteht sich von selbst, dass es zurzeit
niemanden in unserer Mitte gibt, der einen
 gleichermaßen guten Kontakt zu den
russischen Honoratioren hat und unsere
Vorschläge und Interessen immer wieder
gut an den „Mann“ (oder die Frau) bringen
 kann. Nach langem Drängen von
Herrn Rosenbaum, dem früheren Ortsvertreter
 von Cranz, der händeringend
einen Nachfolger suchte, erklärte sich
Herr Lunau schließlich auch bereit, diese
 neue Verantwortung auf sich zu nehmen
 und im September 2004 stellte er
sich - nach dem Motto: Wenn schon,
denn schon - der Wahl zum stellvertretenden
 Kreisvorsitzenden.