Full text : Unser Schönes Samland

genehmigung. Seine Schwester Irmgard
hatte einen Russen geheiratet und lebt
heute noch im jetzigen Weißrussland. Für
sie ist die Ausreise wegen der großen
Familie recht schwierig geworden. Horst
Löll und seine Familie sind glücklich,
hier in der Bundesrepublik eine neue

Heimat gefunden zu haben. Wohl dem,
der gelernt hat zu ertragen, was er nicht
ändern kann und preisgeben mit Würde,
was er nicht retten kann, sagt Friedrich
von Schiller.

Am 23. Februar 2005 konnte die Eheleute
 Horst Löll und seine Frau Danuta
im Kreise ihrer Familie, den vier Kindern,
 deren Partnern und vier Enkeln,
das Fest der Goldenen Hochzeit feiern.
Wir Bernsteinanhänger aus Palmnicken
gratulieren nachträglich ganz herzlich
und wünschen ihnen noch recht viele
schöne Jahre bei guter Gesundheit und
Zufriedenheit.
Hanni Lenczewski-Wittke
Hummelnstück 29
58762 Altena

Leserbriefe

Anmerkungen zur Erinnerung an Flucht
und Vertreibung vor 60 Jahren

Es ist gut so - viele - sehr viele in unserer
Republik bewegt in diesen Tagen die größte
 selbstverschuldete Katastrophe unseres
 Volkes, die vor 60 Jahren ihrem Ende
zustürzte.
Unsere Enkel finden sich zwei oder
dreimal in der Woche bei uns zum Mittagstisch
 ein. Während meine Frau noch in der
Küche hantiert, erkundige ich mich obligatorisch
 bei ihnen nach dem Schulgeschehen.
 Der Ältere, heute merklich
berührt: „ Im Geschichtsunterricht war das
Ende des Zweiten Weltkrieges vor 60 Jahren
 dran! - das muss ja in Ostpreußen
besonders grauenvoll gewesen sein -
aber wie konnte so etwas geschehen?“
Seinem Geschichtslehrer hatte Patric die
Frage nach dem Vorausgegangenen gestellt.
 Die Antwort: „Sehr gut Patric - kritisch
 nachgehakt - in der nächsten
Geschichtsstunde werden wir „Ursachenforschung“
 betreiben!“
Ich habe meinen Enkeln in der Kürze der
Zeit - solche Themen werden ja oftmals

leider nur zwischen Tür und Angel behandelt
 - erzählt, wie es vor 64 Jahren um diese
 Zeit in Ostpreußen stand. Dieser östlichste
 Gau Großdeutschlands war als einziger
 vom „größten Feldherrn aller Zeiten“
als Speerspitze für den Überfall auf die
damalige Sowjetunion auserkoren worden.
 Die Quartiermeister der Deutschen
Wehrmacht hatten seit Wochen dafür Sorge
 getragen, dass die Blitzkriegsarmee in
Ostpreußen die Startpositionen für das
Unternehmen „Barbarossa“ beziehen konnte.
 Ostpreußen war also Hitlers wichtigster
Vorposten bei dem Vorhaben, welches
dem „Volk ohne Raum“ einen neuen Lebensraum
 zunächst mal bis zum Ural erschließen
 sollte.
Aus diesem Grund wurde im Herbst 1940
mit dem Bau des Führerhauptquartiers, der
Wolfsschanze, in einem Waldgebiet bei
Rastenburg, in Ostpreußen, begonnen.
Die Organisation Todt betrieb das gewaltige
 Bauvorhaben. Bis zu 3000 Arbeiter
waren im Einsatz. Als am 22. Juni 1941
der Überfall auf die Sowjetunion gestartet
wurde, waren es die in Ostpreußen stationierten
 Divisionen, die in einem gewaltigen
 Sturmlauf die heutigen Baltischen

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Staaten überrannten und Leningrad/Sankt
Petersburg 900 Tage lang in festem Würgegriff
 hielten. Etwa eine Million Bürger
dieser wunderschönen Stadt verhungerten
 und es kam vielfach zu Kannibalismus,
während in allen eroberten östlichen Gebieten
 Juden und „Untermenschen“ brutal
 ausgerottet wurden. In der Sowjetunion
verloren nach neuesten Veröffentlichungen
 über 16 Millionen Zivilisten ihr Leben.
Hitlers „Endlösung“ zur Judenfrage wurde
 offen angesprochen und war in vollem
Gang. Die Handhabe dazu war auch im
„Generalplan Ost“ dargelegt. Nur ein einziger
 deutscher General hat diesen Plan
empört zurück gewiesen.
Einen ersten schweren Rückschlag erfuhr
 Hitlers Blitzkriegsarmee bei schweren
 winterlichen Verhältnissen in Sommerausrüstung
 vor Moskau, noch im selben
Jahr. Mit der Schlacht um Stalingrad im
Winter 42/43, als die 6. Armee des Generalfeldmarschall
 Paulus mit über 300.000
Mann vernichtet wurde, setzte der Rückmarsch
 der Deutschen Wehrmacht unter
dem Prinzip der „Verbrannten Erde“ ein.
Militärsachverständige sind sich einig:
Keine andere Armee der Welt hätte nach
einer Niederlage wie der von Stalingrad,
den sinnlosen Krieg noch fortgesetzt.
Ostpreußen war das erste deutsche Gebiet,
 welches die Rote Armee ab dem 12.
Januar 1945 regelrecht überrollte. Die ostpreußische
 Bevölkerung trat nun einen
grauenvollen Büßgang für die Verbrechen
eines unglaublichen nationalsozialistischen
 Wahnsinnsaktes an.
In solcher Weise sollten die letzten
Erlebniszeugen, ihren Enkeln die jüngste
schrecklichste Geschichte Deutschlands
darlegen. Es ist beschämend und erschreckend
 zugleich, wenn auch heute noch
politische Gruppierungen unverfroren die
Machenschaften des Dritten Reiches verherrlichen,
 denen wir nicht zuletzt den Verlust
 der deutschen Ostgebiete - einem Drittel

 des ehemals deutschen Territoriums
verdanken.
Meine Enkel haben einen Geschichtslehrer,
 der ihnen erklärt: „Breslau, Danzig,
Königsberg und viele, viele andere Städte
im Osten waren deutsch und wären es
immer noch, wäre da nicht der Größenwahn
 der Nazis über das Volk der Dichter
und Denker ausgebrochen.
Mit freundlichem Gruß
Martin Bergau

Liebe Heimatfreunde,
soeben habe ich wieder unseren Samländischen
 Heimatbrief erhalten! Herzlichen
 Dank! Sofort habe ich darin gelesen!
Zu meiner großen Freude steht dieses Mal
sehr viel über Neukuhren drin! Da ich eine
alte Neukuhrenerin bin, war meine Freude
 besonders groß! Besonderen Dank
möchte ich Herrn Edgar Schumacher für
seine wunderbaren Zeichnungen und Berichte
 über unser Neukuhren aus der Vergangenheit
 sagen.
Ich kam mit knapp einem Jahr nach Neukuhren,
 mein Vater hatte mit seinem Bruder
 Hans einen Fischkutter bauen lassen.
Es entstand auch in dieser Zeit die Fischersiedlung.
 Später machten meine Eltern
noch einen Kolonialwarenladen mit Milchhandel
 auf. Oben auf der Steilküste, genau
schräge über dem Hafenaufsehergebäude
 stand mein Elternhaus. Der Hafenaufseher
 hieß Böckel.
Ich bin 1920 geboren, heute also 85 Jahre
 alt und danke dem lieben Gott für meine
 gute Gesundheit.. Nun komme ich mit
einer großen Bitte, kann mir jemand das
Buch „Wo der Birnbaum stand“ besorgen?
 Es handelt um die Zeit 1858. Leider
kenne ich niemanden mehr, der mir helfen
kann.
Herzliche Grüße an alle Samländer,
Eure Elli Schmidt, geb. Luick 83